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Schule Text: Eva Rosina

Privatschulen Wien

Knapp 200 Privatschulen gibt es in Wien. Gerade in Zeiten der andauernden Bildungsdebatte sehen immer mehr Eltern den Ausweg darin, ihre Kinder in privaten Bildungseinrichtungen unterrichten zu lassen. Doch bei dem großen Angebot alleine in Wien ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Informieren Sie sich hier über die Rechts- und Diskussionslage, das (religiöse und nicht-religiöse) Angebot in Wien und die Zahlen und Fakten für Wien.

Außenansicht des Theresianums mit dem k.u.k. Doppeladler auf der Giebel.
© wikipedia.org / Invisigoth67 | Das Theresianum in Wien ist eine der bekanntesten Privatschulen Österreichs.

Zahlen & Fakten
Im Vergleich zu den anderen Bundesländern Österreichs besuchen in Wien mit 18% überdurchschnittlich viele Schüler eine Privatschule. Gründe dafür sind das große Angebot auf kleinem Raum und der teilweise schlechte Ruf öffentlicher Schulen in Wien. Österreichweit besuchten im Jahr 2013 112.258 der insgesamt 1.142.726 der Schüler, also etwa 10%, eine private Schule.

Quellen: Statistik Austria Tabellenband „Bildung in Zahlen 2012/13; wikipedia.org; diepresse.com

Religiöse Privatschulen in Wien

In Wien gibt es insgesamt knapp 200 Privatschulen, wobei die römisch-katholische Kirche mit mehr als der Hälfte der Wiener Privatschulstandorte und die evangelische Kirche die häufigsten Schulerhalter sind. Daneben gibt es auch noch acht muslimische Privatschulen der islamischen Glaubensgemeinschaft, vier jüdische Privatschulen und diverse Schulen von religiösen Kleingruppen. Ob das Glaubensbekenntnis ein Ausschlusskriterium für die Aufnahme darstellt, ob also auch Schüler mit anderen Glaubensrichtungen zugelassen sind, ist von Schule zu Schule verschieden. Insgesamt machen konfessionelle Schulen den überwiegenden Teil der Privatschulen aus. Gemeinsam sind diesen Schulen ein oft starker Hang zur moralischen Erziehung im Gegensatz zur bloßen Bildung und ein religiös geprägter Schulstoff, der Fächer wie Biologie oder Philosophie deutlich beeinflusst. Oft spielen auch religiöse Rituale wie Gebete eine tägliche Rolle im Schulleben. 

Einige religiöse Privatschulen:

Name

Adresse

Ausrichtung
Schulstufen

Schulgeld/Jahr

Notre Dame de Sion

Burggasse 37, 1070 Wien

katholisch -
Kindergarten und Volksschule

1490€ für die VS + Zusatzkosten

Sacré Coeur

Rennweg 31,1030 Wien u.a.Standorte,

katholisch -
Kindergarten bis Matura

1980€ für das Gymnasium + Zusatzkosten

Evangelisches Gymnasium und Werkschulheim

Erdbergstraße 222A, 1110 Wien

evangelisch -
5. SSt. bis Matura

2.120€ + Zusatzkosten

Islamisches Realgymnasium Wien

Rauchfangkehrerg. 34, 1150 Wien

islamisch -
5. SSt. Bis Matura

1500€ inkl. Nachmittagsbetreuung

Zwi-Perez-Chajes-Schule

Simon-Wiesenthal-Gasse 3, 1020 Wien

jüdisch -
Kindergarten bis Matura

2620€ für das Gymnasium + Essensgeld

Öffentliche Privatschulen in Wien

Neben konfessionellen Privatschulen gibt es auch viele Privatschulen mit alternativem pädagogischem Konzept wie zum Beispiel die Montessori- oder Waldorfschulen. Diese werden oft von Eltern und anderen engagierten Privatpersonen, die mit der Pädagogik der öffentlichen Schulen unzufrieden sind, gegründet und von Vereinen erhalten. Organisation und Kosten werden oft vom Elternkollektiv übernommen, manche dieser Schulen fördern auch Schüler aus sozial schwächeren Familien. Dabei empfiehlt sich für die Eltern allerdings eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Pädagogik hinter der Schule und enger Kontakt mit der jeweiligen Privatschule. Schließlich gibt es besonders in den inneren Wiener Gemeindebezirken alteingesessene, prestigeträchtige und vorwiegend von Stiftungen getragene Eliteschulen, die sich qualitativ durch Aufnahmetests und besonders gute Lehrkräfte hervorzuheben versuchen. Oftmals mit Internaten verbunden, vertreten viele dieser Schulen eine ganzheitliche, konservative Pädagogikauffassung und sind für ihre Strenge und den hohen Arbeitsaufwand für die Schüler bekannt. Teilweise gibt es im Privatschulbereich auch noch die umstrittene Geschlechtertrennung im Unterricht. Die Eltern von Kindern dieser Privatschulen erwarten - meist zurecht - einen Vorteil für ihre Kinder in der weiteren Bildungskarriere, sollten aber den psychischen Druck auf die Schüler im Auge behalten. Bei Eltern beliebt sind auch international orientierte und fremdsprachige Privatschulen. In Wien können Schüler beispielsweise an der englischsprachigen Vienna International School oder am französischen Lycée Français unterrichtet werden.

Einige öffentliche Privatschulen:

Name

Adresse

Ausrichtung

Schulstufen

Schulgeld/Jahr

Waldorfschulen Hietzing: Friedrich Eymann Schule, ORG Rudolf-Steiner

Auhofstr. 78f, 1130 Wien

Waldorfpädagogik

Kindergarten bis Matura

Je nach Sst., ORG 6.360 €

Montessori-Campus Wien

Hüttelbergstr. 5 und Nachbarschaft, 1140 Wien

Montessoripädagogik

Kleinkindergruppe bis Matura

Je nach Sst. 3.200 € bis 5.070 €

Theresianum

Favoritenstraße 15, 1040 Wien

Traditionelle Eliteschule

Kindergarten bis Matura

ab 5.800 € für das Gymnasium

Schottengymnasium

Freyung 6, 1010 Wien

Traditionelle Eliteschule

5. SSt bis Matura

1.970 € + Zusatzkosten

Vienna International School

Straße der Menschenrechte 1, 1220 Wien

Internationale, englischsprachige Eliteschule

Kindergarten bis Matura

Je nach SSt. 5.688 € bis 17.556 €

Lycée Français

Liechtensteinstraße 37a, 1090 Wien

Französischsprachige Eliteschule

Kindergarten bis Universitätslehrgang

Je nach SSt. 5.548 € bis 7.778 €

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Rechtslage

Neben einem breitgefächerten Angebot an öffentlichen Schulen, die von Bund, Land oder Gemeinde erhalten werden, bietet das österreichische Schulsystem, seit es als solches existiert, auch die Möglichkeit zur Privatschulgründung oder zum Hausunterricht an. Grundsätzlich können Kinder in Österreich nach Genehmigung des Bezirksschulrates je nach Gutdünken der Eltern von jeder beliebigen Person unterrichtet werden - solange sie am Ende jedes Pflichtschuljahres eine Externistenprüfung über den Jahresstoff an einer öffentlichen Schule ablegen. Die sogenannte Schulpflicht ist also in diesem Sinne eigentlich nur eine Unterrichtspflicht. Privatschulen ohne Öffentlichkeitsrecht fallen unter diese Regelungen, nach einem entsprechenden Antrag können Privatschulen allerdings das Öffentlichkeitsrecht erlangen und selbst gültige Zeugnisse ausstellen sowie Förderungen erhalten.

Die öffentliche Diskussion

Die Diskussion um Privatschulen ist seit jeher mit grundsätzlichen Fragen um das Verhältnis von individueller Freiheit auf der einen Seite und Gemeinschaftlichkeit auf der anderen Seite verbunden. Während das Recht auf die Gründung von Privatschulen ein Zeichen von Aufgeschlossenheit gegenüber religiösen, kulturellen oder pädagogischen Gruppierungen abseits des Mainstreams ist, kommt es andererseits durch die oft hohen Kosten zu Elitenbildung und Ausschlussmechanismen.

Fazit

Privatschulen werden auch in Wien immer beliebter. Sie können kulturelle Zugehörigkeit sowie Leistungsdenken sowohl stärken als auch schwächen und sind somit vor einer Entscheidung von den Eltern sehr genau unter die Lupe zu nehmen.

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