1. Stadt Wien
  2. Gesundheit
Mehr Gesundheit
Artikel teilen
Kommentieren
Gesundheit

Typisch Junge, typisch Mädchen?

Mädchen mögen Rosa, Jungs Blau. Ist es so simpel? Eine neue Studie bestätigt zwar das Klischee von Rosa mögenden Mädchen und Blau bevorzugenden Jungs, doch wenden die Studienautoren auch ein, dass Geschlechterunterschiede nur bedingt auf genetische Veranlagungen zurückgeführt werden können. Nature v. nurture: Denn mehr als von ihren Erbanlagen werden Mädchen und Jungs von der Erziehung, den unbewussten Reizen der Umwelt und Rollenmodellen geprägt. Wie einmal entstandene Geschlechterunterschiede und Rollenmodelle ("Typisch Junge, typisch Mädchen") fortgeschrieben werden, dem gehen wir hier nach.

Blondes Mädchen und blonder Junge, die einander die Zunge zeigen, an je einem Ende des Bildes
© Kathi Paul/pixelio.de | Typisch Junge, typisch Mädchen – Oder: Was Geschlechterrollen mit Eis zu tun haben

Wie "typisch" sind Jungs und Mädchen wirklich? 

Gibt es das „Rosa-Gen“ bei Mädchen, wird das Interesse an Autos Jungs in die Wiege gelegt oder ist alles nur Klischee? Dieser Frage ging das Jugendforschungsinstitut iconkids & youth aus München im Auftrag von Eskimo nach und fand einige interessante Tatsachen heraus.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Jungen und Mädchen großteils in sehr unterschiedlichen Welten leben“ erklärt Dkfm. Ingo Barlovic, Geschäftsführer von iconkids & youth.

Bei den befragten Sechs- bis Zwölfjährigen findet man geradezu klischeehaft enorme Geschlechtsunterschiede. Angefangen bei den Lieblingsfarben. Während 37% der österreichischen Jungs Blau auf Platz 1 setzen, ist bei den Mädchen Rosa/Pink der Sieger. Und auch bei der Frage nach dem bevorzugten Beruf zeigt sich deutlich: Jungs stehen auf Action, Wettbewerb und Technik. 27% der heimischen Jungs wollen daher auch Profisportler werden, 11% Polizist und 9% Mechaniker. 15% der Mädchen wären dagegen am liebsten Tierärztin, je 10% Lehrerin und Friseuse. Auch bei den Interessen dominiert bei den Jungs hierzulande der Sport, bei den Mädchen liegen hingegen romantische und soziale Themen vorne.

Nature v. nurture 

Warum das so ist? Die genetische Veranlagung kann durchaus beeinflussend wirken. Barlovic: „Man weiß mittlerweile, dass Frauen Gefühle in der Hirnregion anders verarbeiten als Männer und dadurch Gefühle besser verstehen und einfühlsamer sind.“

Einen wichtigen Grund spielt natürlich auch die Erziehung. Aber für fast noch interessanter hält Barlovic die unbewussten Reize der Umwelt, die Kinder aufnehmen und verarbeiten und die ihr Verhalten dann mitprägen. „Wenn ein junges Mädchen 'schön' angezogen ist, dann wird es von seiner Umwelt mehr positive Signale erhalten, als wenn es 'normal' angezogen ist: Es wird öfters angelächelt und gelobt werden, sei es von der Mutter, aber auch von den Menschen, denen es überall begegnet. So lernt es allein durch die Reaktionen: Sich hübsch zu machen – und da scheint auch der Farbe Rosa eine besondere Bedeutung zuzukommen – hat echte Vorteile!“

Auf die Welt der jungen Männer umgelegt heißt das, dass der freche Lausbub, der sich im Sport durchsetzt, mehr Anerkennung finden wird als der Zurückhaltende, Brave. Demzufolge haben auch Rollenmodelle, die im familiären Umfeld und in Erziehungsinstanzen vorzufinden sind – dazu gehören auch die Medien mit ihrer Vorbild- und Verstärkerfunktion – hier ihre Bedeutung. 

Cola: typisch Junge – Himbeer: typisch Mädchen

Ja, und dass Jungs und Mädchen unterschiedliche Interessen haben, manifestiert sich auch in den unterschiedlichen Geschmacksvorlieben. Eskimo etwa hat herausgefunden, dass 45% der österreichischen Mädchen Himbeer-Eis mögen und Cola-Eis mit 46% Zustimmung eindeutig die bevorzugte Sorte der Jungs ist. Cola ist damit quasi das männliche Pendant zum Himbeertraum der Mädchen. 

Video
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Gesundheit