1. Stadt Wien
  2. Gesundheit
Mehr Gesundheit
Artikel teilen
Kommentieren
Gesundheit Text: Sahar Osmen

Aktionsbeginn zur Grippeimpfung

Jeder der schon einmal eine echte Grippe hatte weiß wie unangenehm sie verläuft. Trotzdem wird sie unterschätzt, denn Folgeerkrankungen der Influenza können im Spital oder sogar tödlich enden. Lässt man sich aber gegen die Grippe impfen, treten die Symptome erst gar nicht auf. So kann man sich selber vor einer Infektion und seine Mitmenschen vor einer Ansteckung bewahren. Vor allem Risikogruppen wird die Schutzimpfung empfohlen. Auch heuer steht ein Impfstoff zur Verfügung, der im Zuge der Impfaktion des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien (MA 15) verabreicht werden kann.

Spritze auf Impfpass in Grau
© Andreas Morlok/pixelio.de | Impfungen sind wichtige Vorbeugungsmaßnahmen um das Ausbrechen von Infektionskrankheiten und die Verbreitung dieser in der Bevölkerung zu vermeiden

Facts zu Grippeschutzimpfung:

  • Empfohlener Zeitpunkt für eine Impfung sind Oktober und November, sie kann aber auch später vorgenommen werden
  • Der Grippeschutz baut sich ca. 2 Wochen nach der Impfung auf
  • Da sich der Grippevirus jedes Jahr verändert, sollte die Impfung jährlich vorgenommen werden
  • Der Impfstoff enthält Hühnereiweiß, daher sollten Personen mit Allergie gegen Eibestandteile nicht geimpft werden.
  • Die Grippeimpfung schützt vor der saisonalen/ „echten“ Grippe nicht aber vor grippalen Infekten

Grippeimpfung ja oder nein?

Die Erreger der Grippe sind die Influenzaviren. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und gelangen dann über die oberen Atemwege in den Körper wo sie sich vermehren und die schweren Symptome der saisonalen Grippe auslösen. Die Influenza ist eine Erkrankung, die oft unterschätzt wird und im Krankenhaus oder sogar tödlich enden kann. In Österreich sterben jährlich 1000 Menschen an den Folgen der saisonalen Grippe. Diese sind vor allem:

  • Lungenentzündungen und
  • Herzmuskelentzündungen.

Die Folgeerkrankungen der Grippe werden aber nicht von den Influenzaviren direkt ausgelöst, sondern stellen Sekundärkomplikationen dar, die zum Beispiel durch eine hinzukommende bakterielle Infektion ausgelöst werden. Die Ursache dieser liegt zum Beispiel darin, dass man sich nach dem Abklingen der Grippesymptome nicht lange genug auskuriert hat. Aber auch das Alter spielt eine Rolle, bei 90% der Influenza- Todesopfer handelt es sich um über 65- jährige.
Eine sinnvolle Vorbeugungsmaßnahme gegen die saisonale Grippe und ihre möglichen schwerwiegenden Folgen ist die jährliche Grippeschutzimpfung. Der Impfstoff enthält abgetötete Influenzaviren die keine Erkrankung auslösen können. Er wird in den Muskel des Oberarms gespritzt. Das Immunsystem wird so mit den Erregern bekannt gemacht, es hat die Fähigkeit sich die Gestalt der Viren zu merken, und eine Armee von Gedächtniszellen zu bilden, die wiederum Antikörper gegen die Krankheitserreger bilden. Der Körper ist nun für den Ernstzustand gewappnet, er hat eine Immunität gegen die Influenza Viren erreicht. Dringen nun Influenza Viren in den Körper ein, werden sie von den Antikörpern bekämpft und abgetötet. Im besten Fall bricht die Grippe gar nicht aus, tritt sie doch auf, denn ein Restrisiko bleibt, zeigt sie einen sehr schwachen und harmlosen Verlauf. Da der Influenzavirus jedes Jahr seine Gestalt verändert, muss sich der Impfstoff dem anpassen und sich ebenfalls erneuern. Daher sollte man sich jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen. Mit der Grippeimpfung schützt man allerdings nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in seiner Umgebung. Denn nach einer Impfung besteht auch keine Gefahr mehr jemanden anzustecken. Vor allem die Risikogruppen, die besonders schnell angesteckt werden, können davon profitieren.

Wer sollte sich impfen lassen?

Laut dem Österreichschen Impfplan von Juni 2016 ist die Impfung jedem empfohlen der die saisonale Grippe vorbeugen will. Folgenden Risikogruppen ist sie laut Impfplan dringendst anzuraten:

  • Kinder ab dem 7. Lebensmonat
  • Personen über 50
  • Personen mit Grundleiden (z.B.: Herz-, Lungen-, Stoffwechselerkrankungen)
  • Schwangeren
  • Kindern und Jugendlichen unter chronischer Aspirintherapie,
  • stark Übergewichtigen
  • Betreuungspersonen (z.B.: in Spitälern, Altersheimen und im Haushalt)
  • Personen der Gesundheitsberufe
  • Personen mit häufigem Publikumskontakt

Grippeimpfung bei Kindern

Das Immunsystem ist bei Kindern noch nicht vollkommen ausgebildet, daher fangen sie sich Krankheitserreger besonders schnell ein und stecken auch schnell ihre Familien und Freunde im Kindergarten oder in der Schule an. Eine Schutzimpfung bei Kindern ist ab dem 7. Lebensmonat empfehlenswert. Kinder bis zum 8. Lebensjahr die sich zum ersten Mal impfen lassen, sollten dem österreichischen Impfplan zufolge 2 Impfungen bekommen. Zwischen der ersten und der zweiten Impfung sollen mindestens 4 Wochen liegen. Neben der herkömmlichen Impfung mit Spritze ist heuer erstmals ein Impfstoff als Nasenspray erhältlich, bei dem es sich, wie bei den Impfstoffen gegen Masern, Mumps und Röteln, um ein Lebendimpfstoff handelt. Die Viren sind also noch „lebendig“ und können sich vermehren, sind aber so abgeschwächt dass sie keine Grippe auslösen können. Das Spray ist für Kinder zwischen 2 und 18 Jahren gedacht, und wird dem Kind in die Nase gesprüht. Die Antikörper werden zuerst in der Nasenschleimhaut, also lokal, dann im gesamten Körper gebildet. Durch die Bildung der Antikörper in der Schleimhaut der Nase liegt ein zusätzlicher Schutz vor. Da der Sprühimpfstoff den für Kinder besseren Impfstoff darstellt, empfiehlt ihn die ständige Impfkomission (STIKO) Deutschlands vor allem Kindern zwischen zwei und 6 Jahren, die eine Grunderkrankung haben. Kurz nach der Sprühimpfung kann die Nase des Kindes verstopft sein. Mit dem Nasenspray dürfen Kinder nicht geimpft werden wenn sie:

  • an Immunschwäche leiden
  • schweres Asthma haben
  • Salicylsäurehältige Mittel einnehmen

Abgesehen davon ob das Kind mit Spray oder Spritze geimpft wurde, sollte es sich danach nicht zu stark körperlich betätigen, das Spielen im Park beispielsweise sollte etwas verschoben werden.

Grippeimpfung während der Schwangerschaft

Werdende Mütter trifft eine Grippe besonders stark, sie neigen oft dazu gefährliche Lungenentzündungen zu bekommen. Forscher der Stanford University in Kalifornien raten Schwangeren zu einer Grippeimpfung, vor allem um sich vor den Folgekomplikationen zu schützen. Daneben wird auch das Ungeborene im Mutterleib geschützt, denn es empfängt ein Teil der Antikörper durch die Mutter. Die Immunisierung mit dem Impfstoff sollte ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Liegt eine Grunderkrankung vor, sollte die Impfung bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Nebenwirkungen der Grippeimpfung

Die Impfung wird gut vertragen. Es kann zu harmlosen Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle kommen, gegen die eine Kühlung mit Eisbeutel die beste Maßnahme darstellt. In seltenen Fällen kann es zu einem Krankheitsgefühl oder Fieber kommen. Sehr selten, also bei jedem Millionsten Patienten kommt es zum Guillain-Barré-Syndrom, einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems.

Grippeimpfung 2016: Kosten und Impfstellen

Die diesjährige Wiener Impfaktion der MA 15 findet von 3.Oktober bis 7. Dezember statt, den Impfstoff erhalten Sie um 11 Euro. Die Impfung kann in den Bezirksgesundheitsämtern und Impfstellen oder bei Ihrem Hausarzt vorgenommen werden. Säuglinge und Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr werden nur im Impfservice und reisemedizinischen Beratung im Thomas Klestil Platz (s.u.) geimpft.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Grippeimpftelefon unter der Nummer +43 1 4000-8015 zur Verfügung

Thomas-Klestil-Platz 8 [TownTown], 1030 Wien
Telefon: 01-4000-8015
Telefon: 01-4000-87 621 (Impfauskunft)

Geschäftszeiten telefonisch
Montag-Freitag 7.30-15.30 Uhr

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen

Ein ganz klarer Beweis, wie in Österreich an der falschen Stelle gespart wird und wie kurzsichtig die Politik ist! Höhere Kosten durch eine Erkrankung nimmt man in kauf und lehnt eine Ersparnis durch eine Gratis-Impfung ab. Wobei ich nicht unterstelle, dass bewusst kalkuliert wird, noch billiger seien einige Euro für üblicherweise bei Infekten verordnete Medikamente. So dass der fügsame Österreicher doch lieber vom Grippevirus befallen werden soll, weil das den Kassen billiger kommt und sich die Verwalter des einbezahlten Geldes wie üblich eine saftige Gratifikation ausbezahlen können.

, 10.10.2016 um 08:56

Danke für den Hinweis Herr Jörg,
der Link wurde korrigiert!
Mfg
Redaktion stadt-wien at

, 07.10.2016 um 12:12

Die Seite Bezirksgesundheitsämter ist "nicht auffindbar" (nicht verlinkt ?)

, 05.10.2016 um 21:50

warum sind die zeiten f. grippeimpfungen so kurz ? für ältere menschen eine tortur, in einer langen warteschlange stehend warten zu müssen ! die kosten könnten auch von den div. kassen getragen werden , weil die nicht geimpften grippekranken viel mehr kosten ! aktive gemeindebed. und viele betriebe übernehmen daher die kosten ! der gewinn der kassen könnten noch gesteigert werden ! und viele arme müssen eine grippe ertragen und den kassen dann viel geld kosten !

, 24.11.2011 um 09:51
  1. Stadt Wien
  2. Gesundheit