1. Stadt Wien
  2. Gesundheit

Mehr Gesundheit

Artikel teilen

Kommentieren

Gesundheit Text: Sahar Osmen

Grippe: Symptome, Vorbeugung, und Behandlung

Mit den sinkenden Temperaturen erreichen uns in der kalten Jahreszeit auch die lästigen Erkältungen und die Grippe, die uns außer Gefecht setzt. Wie die Grippe übertragen wird und welche Symptome sie zeigt, wie sie sich davor schützen können und wie sich eine Grippe von einer Erkältung unterscheidet lesen Sie hier.

Junger Mann in grünem Hemd, der sich mit einer Hand die Nase putzt und mit der anderen eine Box Taschentücher hält
© Getty Images | Bei einer Infektion gelangen die Influenzaviren vor allem durch die Nase in den Körper und vermehren sich

Grippe (Influenza) ist eine Infektion der Atemwege durch so genannte Influenzaviren und ist ansteckend. Grippesaison ist in den Monaten Oktober bis April, die Grippewelle läuft meistens im Jänner und Februar.

Grippe und der Influenzavirus

Die Grippe wird nach ihren Verursachern, den Influenzaviren auch Influenza genannt. Sie tritt gehäuft im Winter und im Frühling auf. Die untere Abbildung zeigt die von der Magistratsabteilung 15 erhobenen Neuinfektionen in Wien pro Kalenderwoche der letzten Saison. Laut dieser traten Mitte Februar dieses Jahres die meisten Neuerkrankungen auf. Die Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektion das heißt durch Husten oder Niesen. Die Erreger werden freigesetzt und hauptsächlich über die Nase und dem Rachen aufgenommen. Die Influenzaviren haben die Fähigkeit eine Schleimschicht in den oberen Atemwegen, die als Schutzschild gegen Krankheitserreger gilt, zu durchdringen. Sobald die Erreger in den Körper eingedrungen sind, gilt man als infiziert, und für ungefähr eine Woche als ansteckend. 30 Prozent der Influenza infizierten Personen zeigen zwar keine Symptome, übertragen die Viren aber trotzdem. Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Infektion uns Ausbruch der Erkrankung) beträgt 2 - 4 Tage.

Als Risikogruppen gelten

  • Kinder
  • Personen über 50 Jahre
  • Raucher
  • Menschen, die an Herz-, oder Lungenerkrankungen, z.B.: COPD leiden
  • Menschen, die an Stoffwechselerkrankungen, z.B. Diabetes mellitus leiden
  • Immungeschwächte
  • Schwangere

Symptome der Influenza

Durch die kurze Inkubationszeit treten folgende Symptome schlagartig ein. Das plötzliche auftreten der Symptome innerhalb weniger Stunden ist charakteristisch für die saisonale Grippe.

  • plötzlich auftretendes hohes Fieber bis 40 Grad Celsius
  • Kopfschmerzen
  • Muskel-, und Gliederschmerzen
  • Trockener Husten
  • Abgeschlagenheit

selten:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

Krankheitsverlauf und Dauer

Das hohe Fieber bei einer Grippe kommt durch die Immunabwehr zustande, welche die Krankheitserreger bekämpft. Nach einer Woche klingen die hohe Temperatur, und die anderen Symptome ab. Allerdings fühlt man sich noch Wochen lang schwach. Dr. Franz Xaver Heinz, Vorstand des Departments für Virologie der Med.-Uni Wien rät zu einer Erholungszeit von zwei bis drei Wochen nachdem die Grippe überstanden ist um vollständig zu genesen. Abgesehen davon kann laut Norbert Vetter, Lungenfacharzt und Vorstand am Pulmologischen Zentrum Baumgartner Höhe eine körperliche Überanstrengung während der Infektion zu gefährlichen Herzmuskelentzündungen führen.

Vorbeugung und Schutz vor Grippe 

Influenzaviren sind vor allem in geschlossenen warmen Räumen sehr dicht angesiedelt. Kleine Virenpartikel schweben dabei als sogenanntes Aerosol in der Luft und können leicht eingeatmet werden. Größere Partikel der Erreger lagern sich an Oberflächen wie Türklinken oder an die Handflächen an. "Alles, was kontaminiert ist, kann Übertragung verursachen.", so Dr. Heinz. Berührt man also eine Türklinke und reibt sich dann z.B. die Augen ist man so gut wie infiziert, die Viren haben nun freien Eintritt in die Atemwege.

Folgende Präventivmaßnahmen können daher das Risiko einer Grippe verringern.

  • Hände regelmäßig mit Seife und warmem Wasser waschen, dabei nicht auf die Fingerkuppen, und Fingerzwischenräume vergessen
  • In die Armbeuge oder in ein Taschentuch husten oder niesen
  • Wurde man selber angeniest oder angehustet, den Kopf abwenden und die Luft kurz anhalten
  • Einwegtaschentücher verwenden
  • Benutzte Taschentücher entsorgen
  • Räume regelmäßig durchlüften
  • Soweit möglich den Aufenthalt mit vielen Menschen in engen geschlossenen Räumen vermeiden
  • Berühren von Nase, Mund, Augen mit den Händen vermeiden
  • Begrüßungsküsschen und Händeschütteln minimieren
  • Regelmäßige Bewegung im Freien,
  • ausgewogene Ernährung,
  • und ausreichend Schlaf stärken das Immunsystem, das Viren dann besser bekämpfen kann.

Weiters bietet die jährliche Grippeimpfung Schutz vor der saisonalen Influenza, sie wird vor allem Risikogruppen empfohlen.

Medikamente und Mittel gegen Grippe

Wird die Infektion innerhalb der ersten 48 Stunden erkannt, können Anti-Grippe-Mittel eingenommen werden. Diese Neuraminidasehemmer können die Krankheitsdauer verkürzen und die Symptome abschwächen. Wird die Influenza jedoch später diagnostiziert, zeigen diese Medikamente keine Wirkung. Alternativ können die Symptome der Grippe, wie starke Kopfschmerzen, auch mit homöopathischen oder pflanzlichen Mitteln aus der Apotheke behandelt und vorgebeugt werden.

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Grippe versus grippaler Infekt

Was landläufig als „Grippe" bezeichnet wird, ist aber meist nur eine Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet wird. Einer Erkältung und der saisonalen Grippe ist gemeinsam, dass sie beide von Viren verursacht werden, von einer Infektion der Atemwege gekennzeichnet sind, und ansteckend sind. Unterschied: Ein grippaler Infekt kann allerdings von vielen verschiedenen Viren verursacht werden. Während bei der saisonalen Influenza die Symptome schlagartig einsetzen, vergehen bei einem grippalen Infekt einige Tage bis alle Symptome auftreten. Typische Symptome einer Erkältung sind Schnupfen und Husten. Bei einer schweren Erkältung können auch Kopf- und Gliederschmerzen hinzukommen. Hohes Fieber wie bei der Grippe tritt bei einem grippalen Infekt jedoch nicht auf. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen und einer rechtzeitigen Erkennung einer Grippe kann die diesjährige Grippesaison gut und gesund überstanden werden.


Posten Sie uns Ihre Meinung via Facebook-Anmeldung!
Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

weitere Meinungen

Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Gesundheit
Wellness

Therme Wien

Eine Außenbecken mit einer breiten Rutsche

Die neue Therme Wien, unter den Wienern auch als Thermalbad Oberlaa bekannt, setzt neue Standards in Medizin und Wellness und wurde dafür 2011 als beste Therme Europas ausgezeichnet. Alle aktuellen Informationen über...

Gesundheit

Atemwegserkrankungen: Ursachen, Symptome, Therapie

Frau, die ihre Hand an einen augenscheinlich schmerzenden Hals hält

Viele von uns leiden darunter: Allergien, Asthma, Bronchitis, Hals-, Rachen-, Mandelentzündung, grippale Infekte ... kurz: Atemwegserkrankungen. Ihnen liegen gemeinsame Ursachen zugrunde und sie äußern sich auch durch ähnliche...

Gesundheit

Pollenallergie: Früherkennung von Asthma

Weiße Blüten auf dem Zweig eines Baumes in Nahaufnahme

Pollenallergie ist eine der häufigsten Allergien in Österreich. Was die wenigsten Betroffenen wissen: Bleibt Pollenallergie unbehandelt, führt sie zu chronischem Asthma. stadt-wien.at informiert über Pollenallergie, die...

Liebe & Erotik

Probleme in der Partnerschaft: Was tun?

Streitendes junges Paar

Jede Beziehung kennt Höhen und Tiefen: An manchen Tagen wähnt man sich in einer glücklichen Beziehung, an anderen wiederum kreisen die eigenen Gedanken um Trennung. Doch an Problemen in der Partnerschaft kann man nicht nur...

Gesundheit

Die Pille: Anwendung, Einnahme, Nebenwirkungen

Die Pille

Obwohl sie vor nicht einmal hundert Jahren von einem Österreicher erfunden wurde und damit etwa um vieles jünger als das Kondom ist, ist sie das beliebteste Verhütungsmittel der ÖsterreicherInnen: die Pille. Aber wie sicher ist...