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Ruth Kainberger
Liebe & Erotik Text: Ruth Kainberger

Ehebruch: "Frauen gehen vernünftiger fremd"

Die liebe Ehe und das Gesetz. Ehebruch ist in Österreich nach wie vor ein Scheidungsrund. stadt-wien.at sprach mit dem renommierten Detektiv Christopher Schätz über Eheverfehlungen, die Kunst der Observation und warum Frauen vernünftiger fremdgehen.

In Österreich ist „Fremdgehen“ nach wie vor ein Trennungsgrund. Seit dem Jahr 2000 ist Ehebruch zwar kein alleiniger Scheidungsgrund mehr, aber nach wie vor eine Eheverfehlung, die zu einer Scheidung führen kann. Um vor Gericht dieses Vergehen auch Beweisen zu können, werden Berufsdetektive angesetzt um die notwendigen Beweise zu liefern. Wie eine solche Observation abläuft, welche Skurrilitäten sich dabei ergeben können und worauf man achten sollte, um nicht erwischt zu werden erfahren Sie im Interview mit Christopher-Clemens Schätz, Inhaber der renommierten Detektei Schätz.

Das Interview hier auch zum Anhören:

Herr Schätz, Ehebruch in Form einer außerehelichen Beziehung ist nach wie vor ein Scheidungsgrund. Ab wann ist eine außereheliche Beziehung bewiesen?
Als Berufsdetektiv liefern wir sachdienliche Beweise. Den Geschlechtsverkehr sehen, bzw. dokumentieren wir in der Regel nicht. Es gibt aber Indikatoren, die uns während der Observation bereits darauf hinweisen. Wie z. B. in der Öffentlichkeit Händchen halten, Küssen auf den Mund, Hände auf Po oder Brust. Also alles Verhaltensregeln, die über eine übliche Freundschaft hinausgehen. Dann kommt in weiterer Folge noch das längere Verweilen in einem Haus, Wohnung oder Hotel dazu. Wenn die beiden Faktoren gegeben sind, dann wird dies vor Gericht als außereheliche Beziehung dokumentiert. Es gibt auch Ausnahmen, wenn die Zielperson z. B. ins Stundenhotel Orient geht und davor keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit ausgetauscht wurden, ist die Absicht trotzdem klar. Da muss der Beschuldigte eine gute Phantasie aufbringen, um hier das Gegenteil vor Gericht zu beweisen.

Welches Beweismaterial erhält der Klient von Ihnen?
Es wird immer ein Bericht in schriftlicher Form verfasst. Es wird aber auch danach getrachtet, Foto- und Videobeweise zu erbringen, die jeweiligen Bilder bzw. Videostandbilder mit den entscheidenden Szenen werden in den Bericht eingefügt.

Wie kann man sich den Berufsalltag eines Detektivs vorstellen?
Im Falle eines Auftrags, zur Observierung eines Ehebruchs, läuft dies in der Regel so ab, dass wir von Rechtsanwälten empfohlen werden. Der oder die Klientin ruft uns an.  Dann wird ein erstes unverbindliches und kostenloses Erstgespräch vereinbart. Das kann entweder bei uns im Büro stattfinden oder an einem anderen Ort, wo sich der oder die Klientin wohl fühlt.

Mann fotografiert ein Pärchen
Eindeutiger Zärtlichkeitsaustausch in der Öffentlichkeit ist bereits der erste Beweis

Während der Observation folgen wir unauffällig den Zielpersonen. Wenn diese in ein Haus gehen, suchen wir immer den Blick zum Ausgang, entweder vom Auto aus, oder wir warten im Stiegenhaus. Wenn die Zielpersonen in der Öffentlichkeit unterwegs sind, wird diesen wiederum unauffällig gefolgt. Zum Beispiel in der Straßenbahn sitzen wir im nächsten Abteil. Sind die Zielpersonen zu Fuß unterwegs, gehen wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das Essentiellste bei einer Observation ist unauffällig zu sein und die zwei anfangs erwähnten Faktoren zu dokumentieren und zu erbringen. Dann ist der Fall abgeschlossen. Dies kann innerhalb 24 Stunden passieren, kann aber auch länger dauern. Wir versuchen, so schnell wie möglich die Beweise zu liefern und wieder einen Fall positiv abzuschließen. 

4 prägnante Zeiten im Jahr zum Fremdgehen
Diese Definierung resultiert auch daraus um einzugrenzen, Kosten zu sparen und effizient zu sein.

Silvesterabend: Der Ehemann ist nicht zuhause, wen küsst er um Mitternacht?

Ist ein Silvesterkuss bereits ein Ehevergehen?
Dies ist prinzipiell zu wenig, aber man kann darauf aufbauen, wenn es ein Nahverhältnis zu dieser Person gibt und dann vielleicht noch eine Nächtigung im Hotel dokumentiert wird. Ein Kuss ist aber schon mal der erste Beweis für eine außereheliche Beziehung. Grundsätzlich bieten sich für uns nicht viele Möglichkeiten in der Öffentlichkeit einen Zärtlichkeitsaustausch zu dokumentieren; bei der Begrüßung, Auto ein- und aussteigen oder z. B. nach dem Besuch einer Weinbar, wenn die Zielpersonen zur späteren Stunde womöglich Hand in Hand durch die Wiener Altstadt flanieren.

Weihnachtsfeiern: Kommt auch gelegentlich vor. Hier kommt dann oft die Ausrede zu viel Alkohol konsumiert zu haben. Die Klienten müssen hierbei dann selbst entscheiden, wie ernst sie dieses Vergehen nehmen.

Geburtstag: Wo und mit wem wird der Geburtstag gefeiert.

Auch der Urlaub ist ein wichtiger Zeitraum. Wenn der Ehemann alleine oder ohne seiner Ehefrau auf Urlaub fährt, könnte man dies hinterfragen und einen Einsatz im Ausland riskieren. Dies ist meistens auch sehr erfolgreich.

Gibt es vorab typische Anzeichen, das der Partner womöglich Ehebruch begeht?
Es ist nicht die Regel, aber es gibt gewisse Indikatoren, die auffällig sind. Wenn zum Beispiel der Partner plötzlich vermehrt Wert auf sein Äußeres legt, neue Kleidung einkauft und wieder trainieren geht und natürlich zuhause zunehmend liebloser wird. Wenn Informationen verheimlicht werden wollen, das Handy bis auf die Toilette mitgenommen wird, um den anderen nicht zu viel Einblick zu geben. Man muss nicht gleich von Ehebruch ausgehen, aber es sind auffällige Anzeichen, welche Frauen oft bereits mit ihrer Intuition selbst wahrnehmen.

Von zehn Frauen, die zu uns in die Detektei kommen, liegen acht bis neun Frauen richtig, wenn sie glauben, dass ihr Mann sie betrügt. Bei den männlichen Klienten liegen von zehn oft nur drei bis vier Männer richtig.

Gehen Männer mehr fremd als Frauen?
Aus der Sicht des Detektivs lässt sich dies nicht unbedingt behaupten, sowohl natürlich aufgrund der jahrelangen Zusammenarbeit mit renommierten Scheidungsanwälten, die auch als Frauenspezialisten gelten und somit mehr Ehefrauen zu ihren Klientinnen zählen als Männer. Frauen gehen vernünftiger fremd. Männer lassen sich schneller hinreisen. Die ersten 30 Minuten, wenn sie von zuhause wegfahren, sind sie noch vorsichtiger und dann geben sie sich schnell auf gut wienerisch „der Liebe hin“. Die Frauen denken immer wieder daran, auch nach dem sie sich mit einem Mann getroffen haben. Sie agieren scheinbar klüger!

Skurrile Fälle in der Observation: Nicht nur Detektive wollen zuschaun
In 20 Jahren Berufserfahrung und nach über 1000 erfolgreich gelösten Fällen kommen auch skurrile Situationen vor, so passiert im Gebüsch abseits der Wiener Höhenstraße. Wenn man die Höhenstraße Richtung Klosterneuburg fährt, kommen immer wieder kleine Abzweigungen. Observiert wurde damals eine Ehefrau, die mit dem Ehestörer in eine solche Wegabzweigung eingebogen ist. (Anmerk. Im Fachjargon ist ein Ehestörer jene Personen, die in eine aufrechte Ehe eindringt. Dies ist wichtig, denn die Detektivkosten können in späterer Folge vor Gericht als Schadensersatz auch beim Ehestörer geltend gemacht werden.

Jeder mit logischem Verstand wird erkennen, dass die Form des Gebüsches, wie es dort wächst nicht von natürlichem Wuchs sein kann. Ein Mitarbeiter war damals im Einsatz, als ein Anruf von diesem kam mit dem Hinweis, dass ein Spanner ebenfalls bereits die Position mit der besten Sicht auf das Geschehen eingenommen hatte und dieser nur unter Androhung einer „Watschen“ vertrieben werden konnte. Der Klient wurde mit vorzüglichem Beweismaterial beliefert.

Zur Person: Christopher-Clemens Schätz, Detektiv aus Überzeugung!

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Unter den ca. 40 Detekteien in Wien gehört die Detektei Schätz zu den anerkanntesten Büros landesweit mit 13 Mitarbeitern an 5 Standorten in Österreich, Büros in Wien, Klosterneuburg, Linz, Salzburg und Klagenfurt und gilt als umfassend etablierte und anerkannte Institution in der Branche.

Dem Inhaber der Detektei Schätz, Christopher-Clemens Schätz, wurden die vorteilhaften Eigenschaften für einen Detektiv bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater machte sich nach jahrelangem Polizeidienst bei den „weißen Mäusen“ 1974 als Berufsdetektiv selbstständig. So war Christopher Schätz schon als kleiner Junge mit dem Fernglas ausgerüstet unterwegs und entschied sich später selbst in diesem Bereich beruflich tätig zu sein. Mit seinem Vater an der Seite hatte er einen lehrreichen Meister mit großem Erfahrungsschatz. Notwendiges Gespür, Einfühlvermögen und logisches Kombinieren sind die Grundbausteine für einen guten, seriösen und erfolgreichen Berufsdetektiv.

Christopher Schätz ist seit 1996 in der Branche tätig und führt seit 2004, nach dem Tod seines Vaters, die etablierte Detektei Schätz weiter. Die Vielfältigkeit und Vielschichtigkeit der Aufträge und die damit einher gehende Abwechslung ist jene Seite, die er an diesem Beruf, den er zur persönlichen Berufung gemacht hat, so sehr schätzt. Andererseits ist es aber auch die ständige Herausforderung, bei für andere nicht gleich sichtbaren Details mitzudenken und vorauszuschauen. Schließlich ist jeder Fall anders und entsprechend individuell zu behandeln.

Detektei Schätz
"Goldenes Quartier" Tuchlauben 7a
1010 Wien

Tel: 0800 20 60 77
(kostenlos in ganz Österreich)

office(at)gewissheit.at

www.gewissheit.at

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