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News Text: Katharina Widholm

Geplante Citymaut spaltet die Gemüter

Sollen Pendler künftig dafür zahlen, wenn sie die Grenze der Bundeshauptstadt passieren? Wenn es nach Maria Vassilakou, Chefin der Grünen in Wien geht, schon. Die Vizebürgermeisterin fordert eine Citymaut, um so zu erreichen, dass Einpendler nach Wien auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Kritik an diesem Vorschlag kommt vor allem aus der Opposition.

Straßenschild auf Autobahn
© Earnest B. | Kommt nun die Citymaut für Einpendler nach Wien?

Der Bau des Lobautunnels ist beschlossene Sache. Gar nicht glücklich darüber sind die Grünen. Doch Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou schlägt nun vor, die Citymaut für Wien einzuführen. Für Einpendler nach Wien würde das bedeuten, dass diese künftig eine Gebühr entrichten müssen, um mit dem Auto nach Wien zu fahren. Der Vorschlag stößt auf wenig Gegenliebe: 2010 gaben 77% der Wiener an an, eine Citymaut abzulehnen.

Grund für Citymaut: Geringere Umweltbelastung

Doch was sind die Beweggründe für eine Citymaut? Ähnlich wie bei anderen Initiativen wie das Parkpickerl, an deren Umsetzung ebenfalls maßgeblich die Grünen beteiligt waren, sollen die Gebühren die Pendler dazu motivieren, das Auto künftig in der Garage stehen zu lassen und auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen. Dadurch soll die Verkehrssituation in Wien verbessert und die Umweltbelastung reduziert werden. Mit einer Citymaut soll der CO2-Ausstoß, sowie Lärm und Staub veringert werden. Durch den Lobautunnel, dessen Bau 2019 starten soll, befürchtet Vassilakou einen Anstieg des Verkehrs und möchte diesem etwas entgegensetzen.

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Citymaut: das denken die anderen

Die Reaktionen auf den Vorschlag von Vassilakou sind durchaus gemischt. Der Koalitionspartner SPÖ kündigt angesichst des Vorschlages Gesprächsbereitschaft an, vermerkt jedoch, dass man eine Citymaut in enger Absprache mit der gesamten Ostregion abwickeln müsse. Politiker aus ebendieser - genauer gesagt Niederösterreich - sind über Vassilakous Pläne wenig erfreut. Ludwig Schleritzko, der als Mobilitätslandesrat bei der ÖVP Niederösterreich fungiert, bezeichnet die Citymaut als "populistischen Schnellschluss".

Ähnlich ablehnend steht sein Parteikollege Stadtrat Markus Wölbitsch der Idee gegenüber, denn eine Citymaut würde auch für Lieferanten gelten und daher negative Folge für den Wirtschaftsstandort Wien nach sich ziehen.

Die FPÖ sehen die Citymaut als willkommenen Anlass, Rücktrittsaufforderungen gegenüber dem frischgebackenen Bürgermeister Ludwig auszusprechen, sollte dieser Vassilakous Idee zustimmen. Clubobmann Anton Mahdlik: "Wenn Michael Ludwig jetzt die schikanöse Abzocke von über 350.000 Pendlern aus den Bundesländern durch eine Citymaut nicht im Keim erstickt, kann er gleich wieder zurücktreten."

Vorbild Stockholm

Als Vorbild für die Citymaut dient wie so oft der skandinavische Raum: In der schwedischen Hauptstadt müssen Einpendler montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 18.29 Uhr eine Maut bezahlen. Die Höhe der Gebühr ist dabei von der Uhrzeit abhängig, betragen aber höchstens sechs Euro (umgerechnet von schwedischen Kronen).

Allerdings ist Stockholm durch seine Geographie und Infranstruktur relativ begünstig.  Die skandinavische Metropole ist vom Wasser umgegeben, hat ein Mautgebiet von 30 Quadratkilometern und insgesamt 18 Einfahrten. Die Erfassung der Daten der Pendler (Autokennzeichen) durch Videokameras geht dementsprechend einfach vonstatten. Wien hingegen hat eine Fläche von 145 Quadratkilometern und viel mehr Zufahrten, die alle mit Kameras ausgestattet werden müssten. Das würde einigen finanziellen Aufwand bedeuten.

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