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Schlafstörungen: Wie sie uns den Schlaf rauben

Seit Stunden liegen Sie wach und können nicht einschlafen, obwohl Sie todmüde sind. Sie drehen sich von einer Seite auf die andere, doch keine Position bringt den ersehnten Schlaf. Wenn es Ihnen so geht, leiden Sie vermutlich unter Schlafstörungen. Welche Ursachen – von nichtorganischen zu organischen – Schlafstörungen haben und wie Sie sie mit Medikamenten und Hausmitteln bekämpfen können, kurz: was gegen Schlafstörungen hilft, verraten wir Ihnen hier. In diesem Sinne: Schlafen Sie gut!

Bett im Schlafzimmer
© Ich-und-Du/pixelio.de |

Schlaf gut? – Nicht bei Schlafstörungen! 

Untersuchungen haben ergeben, dass der Mensch im Durchschnitt zwar beinahe 25 Jahre seines Lebens mit Schlafen verbringt, gleichzeitig aber rund 25 % der Bevölkerung unter Schlafproblemen leiden.

Dass für ein vitales Leben Schlaf, und vor allem Tiefschlafphasen, von großer Bedeutung sind, ist wohl bekannt – dass sich der Schlaf trotzdem nicht immer wie gewünscht einstellt, auch. Welche Ursachen Schlafstörungen haben und welche Hausmittel und Medikamente dagegen helfen, erfahren Sie hier:  

Ursachen von Schlafstörungen

Was die Bekämpfung der Schlafstörungen erschwert, ist, dass es nicht eine Schlafstörung gibt. Schlafstörungen können vielerlei Formen annehmen – je nachdem, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen. 

Die Internationale Klassifikation von Schlafstörungen (ICSD), welche neben klinischen Kriterien auch Schlaflaborbefunde berücksichtigt, unterscheidet nicht weniger als 88(!) verschiedene Schlafstörungen. Sie können als Dyssomnien in Form von intrinsischen, eigenständigen Störungen, als extrinsische, durch äußere Einflüsse verursachte Störungen oder als Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus auftreten. Wie auch als Parasomnien – Funktionsstörungen, die während des Schlafs auftreten – oder als Schlafstörungen bei psychischen, neurologischen und anderen körperlichen Erkrankungen.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Ursachen und Formen unterschieden:

1. Nichtorganische Schlafstörungen

Diese basieren auf psychischen Ursachen und machen mit 70% den größeren Teil der Schlafprobleme aus. Sie lassen sich im wesentlichen in nichtorganische Insomnien (Zustandsbilder mit ungenügender Schlafdauer und -qualität), nichtorganische Hypersomnien (bei denen exzessive Müdigkeit tagsüber oder Schlafattacken im Vordergrund der Beschwerden stehen), nichtorganische Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (bei denen die Übereinstimmung zwischen dem individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus und dem der Umgebung gestört ist) und Parasomnien (Funktionsstörungen, die mit Schlaf in Zusammenhang stehen, wie z.B. Schlafwandeln, Pavor nocturnus, Alptäume und nächtliches Zähneknirschen) unterteilen.

Hinsichtlich der die Hauptdiagnose ergänzenden psychischen Zusatzdiagnosen rangieren Angst-, Belastungs- und somatoforme Störungen mit 41% an erster Stelle, gefolgt von affektiven Störungen (Depressionen) mit 31% und Störungen durch Alkohol, Medikamente und Drogen mit 15%.

2. Organische Schlafstörungen

Diese machen 30% der Schlafstörungen aus und gliedern sich ebenfalls in Insomnien, Hypersomnien, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlafapnoe (wiederholte nächtliche Atempausen mit Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut), Narkolepsie (übermäßige Tagesschläfrigkeit) und sonstige organische Schlafstörungen (wie Parasomnien z.B. Bettnässen, Verhaltensstörungen im REM-Schlaf, primäres Schnarchen). Aber auch Bewegungsstörungen, wie das Restless-Legs-Syndrom (nächtliche Missempfindungen in den Beinen mit Bewegungsdrang) und periodische Beinbewegungen. 

Medikamente und andere Mittel gegen Schlafstörungen

Angesichts der Vielzahl der Schlafstörungen liegt es auf der Hand, dass diese unterschiedlich behandelt werden müssen. Die Behandlung stützt sich auf 3 Pfeiler:

1. Psychologische Therapien

Wie informative, aufklärende Einzel- und/oder Gruppen-Gespräche über den "normalen" Schlaf, Schlafhygiene, Schlafstörungen; Entspannungstherapien, Verhaltenstherapien, etc.  

2. Somatische Therapien

Mandibuläre Protrusionsbehelfe wie "Schnarchschienen", operative Interventionen, z.B. Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik = UPPP =Straffung des Gaumensegels, nasale kontinuierliche Überdruckbeatmung mit nCPAP Geräten, Schlafentzug, Lichttherapie, etc.

3. Medikamentöse Therapien

Mittels Hypnotika, Tranquilizer, Antidepressiva, Neuroleptika, Psychostimulanzien, Dopaminergika, etc.

Da einerseits unterschiedliche Schlafstörungen unterschiedliche Veränderungen in der Schlafarchitektur mit sich bringen, andererseits Neuro-Psychopharmaka die Schlafmuster unterschiedlich beeinflussen, ist es Ziel einer adäquaten Behandlung, für jeden Patienten jenes Medikament zu finden, das in der Lage ist, Veränderungen in der Schlafarchitektur - im Sinne eines Schloss-Schlüssel-Prinzips - zu normalisieren.

Jeder Therapie von Schlafstörungen muss also eine genaue Analyse des eigenen Schlafs vorausgehen. Diese muss neben den rein körperlich physischen Bedingungen die unterschiedlichsten Faktoren im Alltag des Einzelnen beinhalten. Außer den möglicher Weise die körperlich Verfassung belastenden Umständen am Arbeitsplatz, wie im Privaten, ist vor allen Dingen die psychische Verfassung des an Schlafstörungen Leidenden zu berücksichtigen. Oftmals sind von der Umwelt ausgehende beeinträchtigende Einwirkungen auf die seelische Befindlichkeit nicht zu umgehen und Ausgangspunkt einer erfolgreichen Behebung der Schlafstörungen muss wieder beim Leidenden selbst ansetzen. Arzt und Therapeut sind in jedem Fall erst durch ein oder mehrere ausführliche Gespräche in der Lage, den Grund für die Schlafstörungen und im Folgenden dann die Bekämpfung derselben vorzunehmen.

Hausmittel gegen Schlafstörungen

Bei all den Therapien, sei es mit oder ohne medikamentöse Behandlung, kann der Leidende aber auch durch Eigeninitiative seine Lage verbessern. Das nächst liegende Hausmittel ist, die Schlafsituation zu verbessern. Jede Veränderung kann sich psychologisch und daher psychisch auswirken. Dies kann bei dem Verrücken des Betts beginnen, bei dem Austausch der Matratze gegen eine qualitativ höhere oder auch mit dem Wechsel auf ein Wasserbett.

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Lautes Schnarchen kann auch der Beginn der Krankheit Schlafapnoe(Atemstillstand im Schlaf) sein. Viele Österreicher kennen die Krankheit Schlafapnoe nicht, die man selbst während des Schlafs nicht bemerkt. Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf sind häufige Auswirkungen dieser Krankeit, die leicht zu therapieren ist. Unsere Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich hat schon viele Schnarcher erfolgreich beraten.
Josef Hoza
Obmann der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich

, 03.04.2016 um 08:15

Ich würde gerne eine Therapie machen? (Schlafprobleme)
Können Sie mir bitte eine Information zusenden?

Mit freundlichen Grüßen

Vanessa Monschein

, 07.05.2012 um 11:13

Ich habe vor Kurzem eine Selbsthilfegruppe Schlafapnoe ehrenamtlich gegründet und möcht alle Betroffenen (und deren Partner darüber informieren.
Schlafapnoe betrifft 6% der Bevölkerung über 40 Jahren und ist vorwiegend durch Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf zu bemerken.
www.schlafapnoe-shg.at
Interessierte sind herzlich willkommen - 1.Treffen auf der Homepage zu lesen.

, 23.05.2010 um 09:36
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