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Spiele Text: Michael Neichl

Halo Master Chief Collection Test

Halo, der wohl wichtigste Konsolenshooter in der Geschichte der Videospiele feiert vor dem Release von Teil 5 im nächsten Jahr nochmal seine größten Hits in Form der Master Chief Collection. Für mich als alteingesessener Halo-Fan ein willkommener Grund noch einmal auf die Ereignisse der ersten vier Halo-Teile zurückzuschauen und euch zu verraten, ob sich die Investition lohnt, oder sich die Collection nach Abzocke anfühlt.

© Microsoft |

Ein kurzer Rückblick

 Alles begann mit einer damals unbekannten Entwicklerfirma namens Bungie. Diese hatten die Idee eines Strategiespiels, welches in einen Thirdperson- und schließlich einen Ego-Shooter umgewandelt wurde und noch exklusiv für den Mac erscheinen sollte. Dann schaltete sich allerdings Microsoft ein, kaufte kurzer Hand das Studio und die Rechte am Halo-Franchise auf und brachte 2001 den für ihre erste Xbox-Konsole exklusiven Titel Halo: Combat Evolved als Launch-Titel. Was folgte war die Revolution des Konsolen-Ego-Shooters. Was Doom oder Half-Life für den PC-Markt waren etablierte Halo auf den Konsolen. War es zuvor undenkbar einen Ego-Shooter auf der Konsole zu spielen machte Halo klar wie es funktionierte und nur dadurch landen große Franchises wie Battlefield oder Call of Duty ihre größten Gewinne im Konsolensektor.

Eine nicht ganz so simple Story

 Die Story wirkt für manchen zwar nach simpler Ballerorgie, doch werfen wir trotzdem kurz einen genaueren Blick darauf.
Im Zentrum des Spiels steht selbstverständlich der MasterChief. Dieser wird zu Beginn an Bord der Pillar of Autumn aus seinem Winterschlaf geweckt um die angreifenden Aliens, die sich zur Allianz zusammengeschlossen haben, zu bekämpfen. In Not gedrungen landet man auf einer ominösen Ringwelt genannt Halo. Diese stellt sich im Laufe des Spiels als ultimative Waffe heraus, mit der das gesamte Universum zerstört werden könnte. Die Allianz sieht darin hingegen in ihrem religiösen Wahn „die große Reise“, quasi ihren Weg in ein besseres Jenseits. Im Laufe der ersten drei Teile liegt es an euch die Allianz an ihrem Streben das Universum zu zerstören aufzuhalten und deren Anführer auszuschalten. Hinzu kommt noch die Flood, eine parasitäre, zombieartige Lebensform deren einziges Ziel es ist, sämtliche Lebensformen im Universum zu assimilieren.
Auf den vierten Teil wollen wir aus spoilertechnischen Gründen nicht genauer eingehen: Es sei nur soviel gesagt, dass ein neuer Feind etabliert wird der der Geschichte von Halo den ein oder anderen zusätzlichen Twist gibt. Das sind 46 Missionen mit vier wählbaren Schwierigkeitsgraden, wahlweise alleine, im Splitscreen oder Online im Koop-Modus. Alle Teile am Stück zu absolvieren bräuchte gut 40 Stunden.
Allgemein ist die Story von Halo bei weitem nicht so dünn wie sie auf den ersten Blick scheinen mag. Gerade im Vergleich zu seinen Ego-Shooter Konsorten bietet Halo ein gesamtes Universum, voll von detaillierten Beschreibungen der jeweiligen Fraktionen, Charakteren und Planeten. Es gibt sogar eine eigene Enzyklopädie und unzählige Romane die einen tieferen Einblick in die Welt erlauben, aber genug davon!

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Altbewährt doch glänzend

 Alteingesessene Halo-Fans werden keinen Unterschied zum Vorgänger feststellen. Noch immer verhält sich Halo im Vergleich zur Konkurrenz eher langsamer und gemütlicher. Zielen, schießen, im Eifer des Gefechts laufen und drehen, nichts passiert so blitzschnell wie wahlweise bei Call of Duty wo die Reaktionszeit einen entscheidenden Faktor spielt. Das ist aber garnicht negativ behaftet, denn genau darin liegt vielleicht das Erfolgsrezept von Halo. Es geht nicht um hektische Headshotparaden und schnelle Kills sondern taktisches Hantieren mit Granaten.
Zuerst gilt es die Gegner so lange zu bearbeiten bis sie ihren Schild verlieren. Erst dann können sie niedergestreckt werden. Was bereits vor über 10 Jahren hervorragend funktionierte und noch immer keine Altersschwächen aufweist ist die KI der Gegner. Stets versuchen sich die verschiedenen Rassen nach ihren jeweiligen Taktiken zu formieren, den Standort zu halten oder anzugreifen. Die kleinen aber mitunter schnell lästig werdenden Grunts bilden das Kanonenfutter, Eliten verschanzen sich wenn es eng wird hinter Hindernissen um nicht weiter getroffen zu werden und die affenartigen Brutes stürmen mit ihrer gesamten affenartigen Körperkraft auf euch zu. Durch die großen Areale in denen die Schlachten stattfinden gleicht zudem kein Kampf dem anderen. Natürlich lassen sich gewisse Verhaltensmuster erkennen, den exakt gleichen Ablauf werdet ihr aber auch nach dem hundertsten virtuellen Tod nicht erleben. Über 46 Missionen mit vier wählbaren Schwierigkeitsgraden, wahlweise alleine, im Splitscreen oder Online im Koop-Modus stehen zur Verfügung. Alle Teile am Stück zu absolvieren bräuchte gut 40 Stunden und hier ist die Zeit die man in den kompetitiven Multiplayer steckt noch nicht einberechnet! Wie schon auf der Halo: Combat Evolved Anniversary Edition für die Xbox360 könnt ihr bei den ersten beiden Teilen der MasterChiefCollection per Knopfdruck zwischen alter und neuer Grafik wechseln. Für Teil 3 und 4 müsst ihr hingegen mit der originalen Version der alten Hardware Vorlieb nehmen.

Multiplayer ohne multi...

 Ähnlich wie bei Call of Duty oder Battlefield ist das Herzstück von Halo der Multiplayer. Leider funktionierte dieser bis heute noch nicht einwandfrei auf unserer Konsole. Immer wieder wurden Lobbys erstellt, in denen man nach einem kurzen Ladebildschirm alleine dastand. Das ist insofern schade, da die wenigen Runden die einwandfrei von statten gingen mit das beste Multiplayererlebnis von Halo boten. Das Dual-Wielding ist zurück und damit die strategischen Möglichkeiten aus Halo 2. Weggefallen sind hingegen die Klassenvarianten aus Reach, was aber nicht weiter stört. Es gibt die bis dato größte Auswahl an Maps mit überarbeiteten Karten der gesamten Reihe und die bekannte Fülle an Modi aus denen man neben dem klassischen Deathmatch wählen kann. Wir hoffen, dass Microsoft die Serverprobleme bald in den Griff bekommt, denn uns haben die Matches so viel Spaß wie seit langem nicht mehr gemacht, dennoch gibt es hier einen klaren Abzug in der Endnote.

Fazit

 Halo The Master Chief Collection ist ein absolutes Muss für Halo-Fans und eine ideale Möglichkeit für Neu- und Späteinsteiger die ersten Storyabschnitte rund um den Master Chief nachzuholen. Durch das Feature jederzeit zwischen alter und neuer Grafik zu wechseln bekommt man zudem immer wieder einen nostalgischen Flashback oder fragt sich als heutiger 16-Jähriger wie wir das damals nur spielen konnten. Mit über 40 Stunden Gameplay, diversem Bonusmaterial und natürlich dem Multiplayer stimmt zudem das Preisleistungsverhältnis wie bei kaum einem anderen Konsolenspiel. Schade, dass letzterer leider immer noch nicht einwandfrei funktioniert und es Microsoft immer noch nicht geschafft hat die Serverprobleme in den Griff zu bekommen

Prozent Punkte 1-10
Story 78 8
Gameplay 87 9
Grafik 80 8
Sound+Musik 83 8
Multiplayer 54 5
Gesamt 78 8

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