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Spiele Text: Lisa Grüner

Das Glücksspiel und seine Geschichte

Das Glückssppiel hat seine Wurzeln schon in antiken Zivilisationen. Bereits im alten Ägypten, im antiken Griechenland und im frühen Rom waren Glücksspiele ein beliebter Zeitvertreib.Doch brachte dieser auch eine Menge an Neuerungen mit sich, sei es die Einführung von Casinos, die Ablehnung der Bevölkerung oder die Erfindung des Sandwichs. Wie es dazu kam, lesen Sie hier.

Roulette
© Ralf Roletschek | Glücksspiel Roulette

Das Glückspiel. Eine Zeitreise.

Griechische Mythologie

Das Glückspiel ist so alt, wie die Menschheit selbst. Nach der griechischen Mythologie verdanken wir sogar die Herkunft des Universums dem Glückspiel. Drei Brüder würfelten um das Universum. Zeus gewann das All, Poseidon die Meere und Hades verlor alles und wurde in die Hölle geschickt als Herr der Unterwelt.

Wie das Spielen allerdings genau erfunden wurde, ist reine Spekulation. Sicher ist nur, dass sein Ursprung in der Faszination des Menschen für Magie, Religion, Wahrsagung und Nervenkitzel liegt. Die Spannung, die Furcht zu verlieren, der Stolz zu gewinnen, und die Illusion der Sicherheit ist allen zugänglich. Deswegen breitete sich das Glückspiel auch gleich schnell in allen Gesellschaftsschichten aus.

Ägyptische Legende

Gemäß einer ägyptischen Legende spielte Toth, der Gott der Nacht, mit dem Mond und gewann 1/72 seines Lichtes. Diesen Gewinn gab er an Nut, die Göttin des Himmels weiter. Seit diesem Zeitpunkt hat der Kalender 365 statt 360 Tage. Gezinkte Würfel, die in ägyptischen Gräber gefunden wurden, lassen keinen Zweifel daran, dass die Pharaonen die Deutung der Zukunft nicht dem Zufall überließen. Währenddessen ließ auch das gemeine Fußvolk keine Gelegenheit aus, um Geld und Wertsachen auf den Ausgang des Schicksals zu verwetten.

Römische Geschichte

Auch im antiken Rom vertrieben sich die Legionäre die Zeit damit, ihr Schutzschild auf einer Speerspitze kreisen zu lassen. Dieser Vorläufer des Roulettes wurde ständig weiterentwickelt. Im Mittelalter drehten Bauern ein Wagenrad auf einer aufrechtstehenden Achse und in Venedig sollen Mönche die Idee des Drehkessels ersonnen haben. Im 11. Jahrhundert war das Spiel in all seinen Formen voll ausgereift. Obwohl Geistliche und Bischöfe zu dieser Zeit gerne Würfel spielten, verdammten sie das Glückspiel als Werk des Teufels. Eine Doppelmoral, die sich wie ein roter Faden durch das Glückspiel zieht.

Glücksspiel brachte Wandel mit sich

Einführung von Gebühren

Die besonders beliebten Würfel- und Kartenspiele auf den Jahrmärkten weckten bald den Geschäftsinn der Frankfurter. Sie erhoben 1397 einen Pachtzins für das Recht, Glückspiele auf den Messen vor Ort durchführen zu dürfen. Auch im mittelalterlichen Mainz erkannte man schnell, das mit Unterhaltung und Entspannung ein gutes Geschäft zu machen war. Der Rat verpachtete das örtliche Spielhaus und führte eine Art Spielmonopol ein.

Einführung von Lotterien

Etwas anders entwickelten sich die Lotterien, die mindestens seit den Tagen des alten Roms existierten. Im 15. Jahrhundert erlebten sie einen Aufschwung und florierten binnen kurzer Zeit in vielen Ländern. In die USA wurde das „Pak Kop Piu“, das dem heutigen Lotto sehr ähnlich ist, von chinesischen Einwanderern importiert. Im 19. Jahrhundert wurden in den USA mit den Lotterien riesigen Summen Bargeld zur Finanzierung von Regierungskosten und öffentlicher Verbesserungen eingespielt. Dennoch ist die Legalisierung der Lotterien in den USA immer noch ein heißes Thema.

Glücksspiel: moralisch fragwürdig?

Doch zurück in das 16. Jahrhundert, wo sich die Ideen von Luther Calvin ihren Weg durch Europa bahnten und das Verhalten zum Glückspiel, Unterhaltung und Vergnügen grundsätzlich änderten. Ihrer Meinung nach untergrub das Glückspiel ehrliche Arbeit und sogar alte Gesellschaften erkannten, dass das Spiel unmoralisch und destruktiv sei. Seinen Höhepunkt fand dieses Gedankengut bei den Puritanern.

Bau von Spielclubs

Im 17. Jahrhundert erlebte das Glückspiel wieder einen Aufschwung und Deutschland prahlte mit Spielclubs in allen großen Badeorten. Die beliebtesten Spiele in diesen Clubs waren Pharao, Trent-et-Quarante und Ecarté. In Frankreich sah die Situation nicht anderes aus. Selbst auf den Schlachtfeldern der Revolution verbreitete sich das Glückspiel. Unter Henry IV wurden Spielgenehmigungen vom Magistrat verkauft. Als Louis XVI an die Macht kam, nahm das Glückspiel enorme Ausmaße an. Denn nach der Lektüre von Pascals „History of Roulette or Trochoide and Cycloide“ legalisierte der Polizeiminister das Roulette. Und eine Münze zu werfen wurde ein Musterbeispiel für Zufallsbestimmung, Unabhängigkeit und Wahrscheinlichkeit.

Glücksspiel im Land der großen Träume

Das Amerika des 19. Jahrhunderts war nicht nur ein Land der Zukunft, sondern auch ein Schmelztigel für Träume und Hoffnungen auf neuen Wohlstand und ein neues Leben. Doch dieses Leben entpuppte sich als hart und oft sehr einsam. Kein Wunder, dass das Glückspiel die einzige Beschäftigung und auch Unterhaltungsmöglichkeit war. Gespielt wurde immer und überall und so wurde Amerika die beste Quelle für Spielerlegenden.

Um die Jahrhundertwende beherbergte San Franziskos Chinatown über 200 illegale Kasinos. Während die Polizei versuchte, Anti-Glückspielgesetze durchzusetzen, brachte diese Zeit kriminelle Größen wie Diamond Jim Brady oder Nick der Grieche hervor. Erst die allmähliche Legalisierung von Kasinos, Spielclubs und Lotterien ermöglichten eine langsame Kontrolle und Eindämmung der Kriminalität. Der Spaß am Spiel durfte wieder offiziell zelebriert werden.

Übrigens verdanken wir dem Glückspiel nicht nur das Universum, sondern auch die Erfindung des Sandwich. Der englische Earl of Sandwich schob Fleisch oder anderen Belag zwischen zwei Brotscheiben, damit er schnell essen konnte, ohne sein Spiel zu unterbrechen oder die Karten fettig zu machen.

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