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Spiele Text: Michael Neichl

Far Cry 4 Test

2 Jahre ist es nun her, dass Ubisoft Spieler aller Welt mit Far Cry 3 in ein episches Dschungelabenteuer voller Psychopaten und mysteriösen Eingeborenen entführt hat. Ob das bergige, vom Bürgerkrieg zerrüttete Kyrat mit seinem tropischen Inselvorgänger mithalten kann verrät der Test.

© Ubisoft |

Begrüßungskomitee

Der Einstieg in die Welt von Far Cry 4 sollte eifrigen Trailerfans bereits bekannt sein, denn dieser zeigt 1 zu 1 den Beginn des Abenteuers. Der Protagonist Ajay Ghale kommt in einer Videosequenz nach Kyrat um die Asche seiner Mutter zu verstreuen. Dabei wird er jedoch an einem Grenzposten geschnappt und kurzerhand vom diktatorischen Herrscher Kyrats, Pagan Min, in dessen Anwesen verschleppt. Kaum 5 Minuten im trauten Heim des Diktators wird man auch schon zeuge von grausamer Folter und einer spektakulären Rettungsaktion Ajay Ghales, durchgeführt von den heimischen Rebellen des Himalaya-Staates, dem sogenannten goldenen Pfad. Denn wie sich herausstellt waren die Eltern des Hauptcharakters in Far Cry 4 Schlüsselfiguren in der Entstehung des Goldenen Pfades, weshalb die Rebellen großes Interesse am Sohn zeigen. Damit beginnt der Kampf gegen die Unterdrückung und das Aufdecken der Geheimnisse um Ajay Ghales Eltern.

Assassin's Creed im Himalaya

Wo Ubisoft drauf steht ist auch Ubisoft drin. Denn kaum auf eigenen Füßen stehend wird dem Spieler auch schon von den zahlreichen Propagandatürmen berichtet die es einzunehmen gilt um den störenden Nebel der Verschleierung auf der Karte des Spielers zu lichten. Die Türme müssen Ubisoft typisch mittels kleiner geschicklichkeitseinlagen erklommen werden, um an der Spitze Pagan Mins Propagandastation, mittels gezieltem Handkantenschlag, zum Rebellensender umzufunktionieren. Nach der kurzen Elektriker Einlage gilt es erstmal die grandiose Aussicht auf das Himalaya Tal zu genießen. Doch die wunderbare Berg und Dschungellandschaft wird durch duzende Rauschwaden getrübt, welche durch die serientypischen Außenposten erzeugt werden.

Zwei dutzend und vier

24 dieser Außenposten gilt es auf unterschiedliche Art und Weise einzunehmen. Je nach Spielertyp ist für jeden was dabei. Wer es brachial mag, zückt das Telefon und lässt sich einen schlagkräftigen Rebellentrupp zur Unterstützung schicken und überrennt den Stützpunkt mit dem Geschütz im Anschlag. Wer es lieber ruhiger angeht, begutachtet die Umgebung, sucht sich einen geeigneten Hügel und macht es sich mit dem Scharfschützengewehr bequem. Mittels Digitalkamera werden gesichtete Gegner auf Dauer markiert, welche danach nur noch mit dem Gewehr Stück für Stück auf 0 dezimiert werden müssen. Wer es wiederum persönlich und ruhiger mag, schleicht sich mit gezücktem Messer ins Lager und meuchelt sich von Unterschlupf zu Unterschlupf. Dabei sind verschiedene Ablenkungen wie gefangene Tiere oder der gute alte Stein unentbehrlich. Sollte man jedoch beim Assassinen-Spiel entdeckt werden, wird ruck zuck der Alarm ausgelöst und man muss sich nun Horden von Gegnerwellen entgegenstellen. Hat man es letztendlich geschafft einen Außenposten einzunehmen, so erhält man eine Schnellreisefunktion zu diesem Ort und die Umgebung wird nun nicht mehr von gegnerischen Einheiten patrouilliert.
Eine Sonderform der Außenposten in Far Cry 4, stellen die 4 neuen Festungsanlagen dar. Vom Prinzip her sind diese ident mit den normalen Posten unterscheiden sich jedoch durch höhere Mauern und weit stärkerer Verteidigung von ihren kleineren Varianten. Als Belohnung winkt hier zusätzlich ein heiß begehrter Gyrokopter Landeplatz. Mit diesen improvisierten Mini-Helikoptern kann Kyrat auch gezielt von oben erkundet und bewundert werden.

Tierische Gefahren

Die tierischen Bewohner Kyrats sind alles andere als harmlos. Hinter jedem Busch und hinter jedem Baum könnte eine tödliche Gefahr lauern. Vor allem die Adler Kyrats sind die gewalttätigsten und aggressivsten Tiere die man seit langem in der Welt der Videospiele gesehen hat. Todesmutig stürzen diese sich regelmäßig im Alleingang in ganze Gruppen schwerstgewaffneter Rebellen und lassen diese Hilferufend ins Unterholz flüchten. Auch Ajay wird regelmäßig Opfer der fliegenden Todesmaschinen, wie auch von zahlreichen anderen Raubtieren, welche auch gerne mal in Rudeln auftreten und damit zur noch tödlicheren Gefahr werden können. Nicht selten  kommt ein Einnahmeversuch eines gegnerischen Stützpunkts durch ein furchteinflößendes Knurren im Nacken zu einem frühzeitigen Ende wenn man unbemerkt von einem ganzen Wolfsrudel umzingelt wurde, während man genüsslich aus dem Busch heraus die feindliche Gegnerzahlen mittels Scharfschützengewehr dezimiert hat.

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Felle machen Leute

Wem eine Waffe auf einmal zu wenig ist und wer mit dem geringen Munitionsvorrat nicht auskommt, der wird nicht darum herum kommen wie im Vorgänger von Far Cry 4 größere Taschen aus den Fellen bestimmter Tiere zu erstellen. Die geforderten Tierhäute sind angegeben und müssen dann nur noch in den jeweiligen Lebensregionen der einzelnen Arten gejagt werden. Fähige Jäger verwenden hierzu Pfeil und Bogen und erhalten dadurch die doppelte Ausbeute, wer den gefürchteten Honigdachs jedoch samt Landschaft in die Luft sprengt wird mit unbrauchbaren Fellfetzen belohnt. Am Ende jeder Tasche wird in speziellen Jagdmissionen das Fell eines ganz speziellen berüchtigten Exemplars benötigt, welches dann auch noch mit vorgegebenen Waffen erlegt werden muss.
Auch Rollenspieler sollen auf ihre Kosten kommen und erhalten 2 Skilltrees zur Auswahl. Aufgeteilt werden diese in den aggressiven Tiger,- und in den defensiven Elefantenskilltree. Einfach nur Leveln reicht jedoch nicht um sich im Fähigkeitenbaum austoben zu dürfen, denn viele der einzelnen Skillmöglichkeiten müssen erst durch das erfüllen bestimmter Nebentätigkeiten freigeschaltet werden. So werden auch erst durch das Freischalten der Einzelnen Fähigkeiten die aus Far Cry 3 bekannten Drogenspritzen zur Herstellung freigegeben. Mit Hilfe dieser Selbstgebrauten Drogencocktails erhält der Spieler kurzzeitige Boni wie Beispielsweise alle Gegner und Tiere in einem bestimmen Umkreis wahrnehmen zu können.

Panoramalandschaft

Die Welt von Far Cry 4 kann sich sehen lassen. Kaum ein Spieler wird seine ersten Sendetürme erklimmen ohne, oben angekommen, nicht erst einmal die teils atemberaubend schöne Aussicht zu genießen. Bei dem gestalten der Himalaya Landschaft haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Von weiten Panoramen, über Eisige Berggipfel bis hin zu düsteren Höhlensystemen ist alles dabei was das Grafikherz begehrt. Soundtechnisch gibt es nichts zu beklagen. Die musikalische Untermalung setzt je nach Action und Stimmungslage gut ein und unterstützt die Erlebnisse gelungen. Die Synchronsprecher haben sowohl in der deutschen als auch in der englischen Variante ganze Arbeit geleistet und verleihen den markanten Charakteren von Far Cry 4 noch mehr Glaubwürdigkeit und gerade das Knurren und Fauchen der Tiere Kyrats wirkt wunderbar furchteinflößend und real.

Abenteuerspielplatz Kyrat

Was die Story angeht kann Far Cry 4 vor allem hier mit Abwechslung Punkten. Die Charaktere sind markant und größtenteils interessant und witzig gestaltet. Gerade beim Thema Antagonisten zeigt Ubisoft spätestens seit Far Cry 3 was sie drauf haben und beweisen mit Pagan Min wieder einmal, dass sie ihr Handwerk in puncto Widersacher nicht verlernt haben. Die Geschichte rund um Kyrats Bürgerkrieg und Ajay Ghales Vergangenheit kann fesseln und macht Lust auf mehr. Oft kann man sich bei den Hauptmissionen für eine von zwei Seiten entscheiden, was zu unterschiedlichen Auftragsformen und einem Verschieben der Machtlager beim goldenen Pfad sorgt. Die wiederkehrenden Schleichmissionen können jedoch durch die einfachen Versagensmöglichkeiten und strikten Missionsregeln die Spielernerven strapazieren. Wer einmal genug von der Hauptgeschichte hat und sich anderweitig umsehen möchte wird vom Angebot an Nebenmissionen geradezu erschlagen. Für jeden eroberten Außenposten wird das Missionsaufgebot noch weiter erhöht und die Karte noch weiter mit Auftragssymbolen zugepflastert. Das Angebot im Abenteuerspielplatz Kyrat reicht von Begleitschutz geben über Zeitrennen bis hin zum Jagen exotischer Wildtiere. Das Angebot ist so groß wie es repetitiv ist und die einzelnen Aufträge des gleichen Missionstyps unterscheiden sich kaum voneinander. Jedoch bestätigen Ausnahmen bekanntlich die Regel und so muss jeder für sich selbst entscheiden wie weit er das Angebot an doch auch oft unterhaltsamen Nebenbeschäftigungen annimmt. Da ein erfüllen von bestimmten Nebenmissionen mächtige Spezialwaffen und Fähigkeiten im Skilltree freischaltet, empfiehlt es sich diese nicht völlig unbeachtet zu lassen.

Teamplay oder Konkurrenz?

Far Cry 4 bietet eine Vielzahl von Multiplayermöglichkeiten. Außenposten können beispielsweise im Koop-Modus bezwungen werden, wodurch die Herausforderung zwar drastisch abnimmt, der Spaß jedoch je nach Präferenz deutlich zulegen kann. Für Fans von kompetitivem Multiplayer bietet Far Cry 4 die sogenannten „Battles of Kyrat“. Hier treten bis zu 10 Spieler in unterschiedlichen Spielmodi gegeneinander an wobei die eine Seite aus schwerbewaffneten Freiheitskämpfern besteht und die andere aus mystischen Bogenschützen, welche mittels tierischer Beschwörungen und Unsichtbarkeit den Sieg erlangen wollen.

Fazit

Far Cry 4 bietet alles was das Spielerherz begehrt. Es sieht wunderbar aus und lockt mit einer interessanten Welt, vollgestopft mit Aufgaben und Möglichkeiten. Die Story ist meiner Meinung nach weit Gelungener als die Rettungsmission der mir unbekannten und unwichtigen Freunde aus dem Vorgänger und der Antagonist Pagan Min kann alle mal mit Vaas aus Far Cry 3 mithalten. Wer in der Story voranschreitet wird nicht daran herum kommen zumindest einige der unzähligen Außenposten und Türme einzunehmen und obwohl die Möglichkeiten der Stützpunktübernahme zahlreich sind so nutzen sie sich mit der Zeit ab. In Kombination mit den sich sehr oft wiederholenden Nebenmissionen tritt das Hauptproblem der Spieleserie von Eintönigkeit unweigerlich auf. Wer jedoch das gewaltige Angebot an Möglichkeiten gut mit den Hauptmissionen abstimmt und dosiert einsetzt der wird mit Far Cry 4 eine Menge Spaß haben.

 

Prozent Punkte 1-10
Story 75 7
Gameplay 90 9
Grafik 90 9
Sound+Musik 80 8
Multiplayer 65 6
Gesamt 85 8

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