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Feste & Feiertage

Die Geschichte zum 1.Mai in Österreich

Der Tag des 1. Mai wurde in Österreich nach dem Ende des 2. Weltkriegs zum Staatsfeiertag erklärt. Von diesem Zeitpunkt an konnte das Österreichische Arbeitervolk einen Tag im Kalender markieren, an dem das aktive Arbeiten zur Nebensache wird, aber dafür die Arbeitergemeinschaft in den Mittelpunkt rückt. Deshalb trägt dieser Feiertag den Namen "Tag der Arbeit".

Bild von geschmücktem Maibaum, den mehrere Menschen gemeinsam aufstellen
© Adolf Riess | Maibaum wird aufgestellt

Viele Generationen mussten hart dafür kämpfen, um die Anerkennung ihrer Rechte auch vor dem Gesetz geltend zu machen. Vor diesem Hintergrund sollte dieser Tag also mehr darstellen als einen Tag zum Ausschlafen.

Die Geschichte hinter dem 1. Mai

Angefangen hat alles in Australien, als es am 1.Mai 1856 zu Massendemonstrationen kam: gefordert wurde ein Achtstundentag. In Anlehnung an diese Demonstration fand am 1.Mai 1886 eine, durch die nordamerikanische Arbeiterbewegung organisierte, Massendemonstration in Nordamerika statt. Das Ziel war dabei ebenfalls die Durchsetzung eines Achtstundentages, statt den bisher elf bis dreizehn Stunden pro Tag. Nach einer Ansprache des damaligen Chefredakteurs und Herausgeber der Arbeiter-Zeitung, August Spies, folgte ein mehrtägiger Streik in Chicago der am 3.Mai mit einer Auseinandersetzung mit der Polizei endete. Dabei kamen zwei Demonstranten ums Leben. Am Tag darauf eskalierte die Situation und es kam zu einem Bombenattentat bei dem mehrere Polizisten und zahlreiche Demonstranten den Tod fanden. Dieser Tag sollte später als Haymarket Affair in die Amerikanische Geschichte eingehen.

Am 1.Mai 1890 beteiligte sich auch die Österreichische Arbeiterschaft. Die damals neu gegründete Arbeiter-Zeitung schrieb dazu: „Er ist sehr schön, der 1. Mai, und die Tausende von Bourgeois und Kleinbürgern werden es den Hunderttausenden von Proletariern gewiss gerne vergönnen, sich auch einmal das berühmte Erwachen der Natur, das alle Dichter preisen und wovon der Fabrikszwängling so wenig bemerkt, in der Nähe zu besehen.“
In der Ersten Republik im Jahr 1919 wurde der 25. April schließlich zum Staatsfeiertag erklärt, wobei im Jahr 1933, zur Zeit des Austrofaschismus, die Maikundgebungen der Sozialdemokraten durch den damaligen Bundespräsidenten Engelbert Dollfuß wieder verboten wurden. In den Zeiten der Nationalsozialistischen Herrschaft war der 1. Mai der Tag der deutschen Arbeit.

Schließlich wurde nach Kriegsende der Tag wieder zum Staatsfeiertag erklärt und im Jahr 1946 marschierten rund 200.000 Menschen am Wiener Rathaus vorbei. Bis heute veranstaltet die SPÖ in ganz Österreich Maiaufmärsche. Tradition ist es auch, einen Maibaum aufzustellen und diesen auch vor Dieben aus den Nachbargemeinden zu beschützen. An den 3 ersten und letzten Tagen im Mai darf der Baum "gestohlen" werden.

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