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Photovoltaik Text: Stadt-Wien.at Redaktion

Testbedingungen für Photovoltaikanlagen: Wie finden Sie die beste Qualität?

Die Qualität der Photovoltaikanlage entscheidet darüber, ob das Optimum der Ertragsleistung erreicht wird. Gesamte Photovoltaikanlagen sind in der Regel schwer zu prüfen, da die einzelnen Bestandteile meistens von unterschiedlichen Herstellern stammen.  Bei Testverfahren stehen Wechselrichter und Solarmodule in einem besonderen Fokus. In dem folgenden Beitrag informieren wir Sie generell über Testverfahren und Qualitätssicherung von Photovoltaikanlagen. Wir erklären Ihnen, wie getestet wird und was Sie beachten können.

Photovoltaikanalage auf Haus daneben ein Siegerauszeichnugn
© diyanadimitrova / 123RF Stock Photo (Montage) | Wir zeigen Ihnen wie Sie die beste Photovoltaikanlage finden!

So finden Sie Ihren kompetenten Photovoltaik-Fachhändler

Mit der Konzeption Ihrer Photovoltaikanlage können Sie sich grundsätzlich an jeden zugelassenen Elektrotechniker wenden, der eine Abnahmeprüfung vornehmen darf. Es gibt jedoch Elektrotechniker, die im Bereich Erneuerbare Energien und Photovoltaik über Zusatzqualifikationen verfügen, zum Beispiel so genannte Solateure. In Österreich sind die zusätzlich qualifizierten Elektrotechniker mit der “E-Marke” augezeichnet.

Erste Schritte zum Angebot für eine Photovoltaikanlage

Um ein erstes Angebot zu erhalten, sollten Sie sich u.a. folgende Fragen stellen:

  • Wie ist die Beschaffenheit Ihres Daches (Maximalbelastung, Traufenhöhe, Höhe, Breite, Ausrichtung, etc.)
  • Wie viele Module können Sie ohne Verschattung installieren?
  • Wie kann die Kabelführung verlaufen?
  • Wie ist der Zustand Ihres Hausanschlusses und Hauptstromverteilers?
  • Welcher Stromversorger soll gewählt werden?
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Photovoltaikanlage: Qualitätsunterschiede beginnnen schon beim Angebot

“Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die jeweiligen Qualitäten der einzelnen Komponenten sehr gut ist. Kein renommierter Lieferant kann es sich leisten, schlechte Qualität zu liefern, wobei es schon vorkommen kann, ein „Montagsmodul“ zu erwischen. Hierbei wird aber seitens der Lieferanten schnell und kulant das Modul ausgetauscht”, erklärt Martin Reifensteiner von Schrack Technik.

Aber schon beim Einholen des Angebots können Sie darauf achten, dass Ihr Fachmann die technischen Angaben jeder Komponente der Anlage auflistet. Neben den technischen Daten enthält ein kompetentes Angebot auch Zeichnungen, Datenblätter und die Ertragsprognose. Darüber hinaus sind Lieferzeiten, Lieferbedingungen, Aussagen zu Zahlungsmodalitäten und eventuellen Gültigkeiten und Fristen des Angebots aufgeführt.

Nicht nur auf ein Angebot verlassen

Holen Sie mindestens drei verschiedene Angebote ein und vergleichen Sie diese miteinander. Beziehen Sie in Ihre Entscheidung mit ein, wie viel Kompetenz und Erfahrung der Betrieb hat und ob Sie ihn als zuverlässig empfinden: “Gerade bei Garantielaufzeiten von 12 Jahren Produktgarantie sowie 25 Jahren Leistungsgarantie sollte man bei der Auswahl der Module einen Hersteller wählen, der lange am Markt ist und sich dabei einen Namen gemacht hat. Im Worst Case hat man sich für ein Noname Modul entschieden, die Anlage ist schadhaft, der Hersteller nicht mehr am Markt und der Kunde bleibt auf dem Schaden sitzen”, warnt Photovoltaikexperte Reifensteiner.

Photovoltaikanlagen aus Deutschland: Der Anlagen- und Speicherpass

Handwerker in Deutschland bieten ihren Kunden als Dokumentationsnachweis ein mehrseitiges Formular in Form von Checklisten an: den Anlagen, bzw. Speicherpass. Hier wird festgehalten, welche Informationen und Dokumente bei der Übergabe einer Photovoltaik- bzw. Speicheranlage vorliegen. Der Pass informiert auch darüber, welche Richtlinien in der Planung und Installation der Anlage beachtet werden sollten. Wer neben den Checklisten von seinen Handwerkern auch die Qualitätszertifikate der einzelnen Komponenten zum Pass bekommt, kann sich über die hochwertige Qualität seiner Anlage absolut sicher sein.

Der Anlagenpass und der Speicherpass sind eine Entwicklung des Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke und des Bundesverband der Solarwirtschaft.

Photovoltaik-Module im Test

Was halten die Module an Schneelast oder Hagelkorn aus? Unter welchen klimatischen Bedingungen müssen sie funktionieren? Das ist nur ein Teil der Fragen, die ein Solarmodultest beantwortet. Ausschlaggebend sind die Leistungstoleranz und der Wirkungsgrad. Weiterhin werden die Module gewöhnlich auf Alterungsbeständigkeit, elektrische Sicherheit und Verarbeitungsqualität geprüft. Außerdem wird bewertet, ob es eine begleitende Dokumentation gibt, wie die Garantien aussehen und wie montagefreundlich die Module sind.

“Bei den Modultests handelt es sich um Tests, die nach zwei Normen durchgeführt werden, um dem Kunden die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten”, erklärt Reifensteiner. “Dabei handelt es sich um die Prüfnorm IEC 61215 und IEC61730.” Ein Auszug aus der Vielzahl der Tests beschreibt der Experte wie folgt:

  • Leistung unter verschiedenen Bedingungen (flash reports)
  • Sichtprüfung
  • Prüfung der Isolationsfähigkeit
  • Messung der Temperaturkoeffizienten
  • Hot Spot Dauerprüfung
  • Temperaturwechselprüfung
  • Hagel Test
  • Mechanische Belastbarkeit
  • Wärme- und Feuchte Prüfung
  • Feuchtigkeitsprüfung der Anschlüsse

Temperaturschwankungen oder klimatischen Bedingungen, wie sie gerade in Österreich immer wieder Thema sind, widerstehen die Module nach dem Test mühelos.

Leistungstoleranzen von Solarmodulen

Die Nennleistung, die im Datenblatt steht, liefert schon einen wichtigen Hinweise auf die Qualität. Sie bezeichnet, wie leistungsstark das Modul ist. Der Wert wird jedoch von jedem Hersteller anders ausgelegt. Und kein Hersteller kann garantieren, dass die Nennleistung jederzeit von jedem Modul erbracht wird. Daher gelten hier Leistungstoleranzen: Diese werden in Prozentzahlen oder Watt angegeben. Der Standard liegt zwischen 0 bis +3% (0 bis +5W).

Wirkungsgrade von Modulen

Der Wirkungsgrad informiert darüber, wie viel der verfügbaren Energie vom Modul in Strom umgewandelt wird. Das richtet sich nach der Art der Module und möglichen Verlusten, die auch mit der Verkabelung und den Wechselrichtern zu tun haben. Man unterscheidet bei den Modulen zwischen Dünnschicht-, mono- und polykristallinen Modulen. Es ist sinnvoll, den Wirkungsgrad in Bezug zu einem Preis-Leistungsverhältnis zu setzen: Monokristalline Module sind deutlich teurer als die anderen Module, besitzen dafür aber den höchsten Wirkungsgrad. Polykristalline Module sind günstiger, arbeiten dafür ineffizienter. Dünnschicht-Module sind sehr flexibel einsetzbar. Sie haben dafür aber den kleinsten Wirkungsgrad.

Garantie von Solarmodulen

Die Leistung von Modulen nimmt über die Zeit hin ab. Dafür gibt es die Leistungsgarantie: Nach 10 Jahren sollte sich die Leistung um die 90% bewegen, nach 25 Jahren nicht unter 80% fallen. Üblich in der Branche sind Garantien von 20 Jahren.

Neben der Leistungsgarantie gibt es die Produktgarantie: Sie deckt alle Mängel an den Modulen ab. Üblicherweise wird sie zwischen 5 und 10 Jahren verhandelt. Fragen Sie Ihren Händler auch nach Garantien für die anderen verbauten Komponenten in Ihrer Anlage.

Qualität in der Montage

Klimabedingungen in Österreich fallen sehr unterschiedlich aus. In den Alpen und Alpenvorland sind Solaranlagen starken Wind- und Schneebelastungen ausgesetzt. Überprüfen Sie, falls möglich, vorher Ihre Dachkonstruktion. Stellen Sie sicher, dass das Montagesystem des Herstellers zu den klimatischen Bedingungen des Standortes Ihrer Photovoltaikanlage passt.

Wechselrichter im Test

Wechselrichter sind dafür zuständig, den solar erzeugten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom umzuwandeln. Je nach Anzahl der Module, Leistung und Typus des Wechselrichters werden ein oder mehrere Wechselrichter eingesetzt. Man unterscheidet je nach Einsatz und Leistung zwischen Stringwechselrichter, Modulwechselrichter, Zentralwechselrichter und Wechselrichter für Dünnschichtzellen. Überprüft wird in Tests neben Leistung und Wirkungsgrad auch die Handhabung, Umwelteigenschaften und Sicherheit. Im Angebot sollte auch die Nennleistung nicht fehlen.

Legen Sie schon in der Planung den Platz für den Wechselrichter fest. Sorgen Sie dafür, dass er ausreichend gekühlt wird, das sorgt für optimalen Ertrag und verlängert die Lebensdauer. Ist der Platz im Außenbereich, denken Sie bitte daran, auf IP-Schutzgrade zu achten.

Wirkungsgrade von Wechselrichtern

Den Wirkungsgrad eines Wechselrichters zu definieren, ist bis heute nicht eindeutig möglich. Denn der Wirkungsgrad eines Wechselrichters hängt davon ab, wie viel Leistung von den Modulen erbracht wird. Der Wirkungsgrad wird daher an definierten Messpunkten für sehr viele unterschiedliche Eingangsergebnisse gemessen, die zwischen 5% und 100% der maximalen Leistung liegen. Wie die einzelnen Werte bei der Berechnung des gesamten Wirkungsgrades gewichtet werden sollen, dafür gibt es kein Standardverfahren. Ein Faktor spielt dabei das Wetter - ein Umstand, weswegen der Standort der Photovoltaikanlage eine Rolle spielt: der kalifornische Wirkungsgrad nimmt eine andere Gewichtung der Wetterverhältnisse vor als der europäische. Trotz weiterer Unklarheiten über die Gewichtung einzelner Faktoren, gilt folgende Regel: Wechselrichter, die bei Tests Wirkungsgrade über 97% erzielen, sind als sehr gut einzustufen.  Wechselrichter mit weniger als 92% hingegen als sehr schlecht.

Es lohnt sich daher, bei der Anschaffung von Wechselrichtern auch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Bei der Auswahl des Wechselrichters ist der europäische Wirkungsgrad wichtiger als der maximale Wirkungsgrad.

Photovoltaikanlage: Ergebnisse der Vergleichstests

Wer mehr erreichen will, muss auch höhere Investitionen tätigen - dieser Satz gilt auch für die Überlegung, welche Qualität Ihre Photovoltaikanlage haben soll. Eine individuelle Einschätzung zum geeigneten Wechselrichter und den passenden Modulen erhalten Sie im Rahmen eines Angebots von Ihrem Photovoltaik-Fachbetrieb. Wichtig ist, dass die Anlage gut durchdacht und konzipiert ist. Und dass die einzelnen Komponenten gut sortiert und aufeinander abgestimmt werden.

Wenn Sie sich dennoch über einzelne Hersteller, Testverfahren und Testergebnisse informieren möchten, gibt es folgende unabhängige Dienstleister, die den internationalen Markt beobachten:

http://www.pv-magazine.de/

http://www.photovoltaik.org/

http://www.solaranlagen-portal.com/

https://www.test.de/Photovoltaik-Geld-verdienen-mit-eigenem-Strom-1371581-0/

http://www.photon.de/

http://www.stromtip.de/UserFiles/File/%C3%96ko%20Test_Photovoltaikmodule.pdf

https://www.solaranlagen-portal.de/solarenergie-komponenten/photovoltaikanlagen-test.html

http://www.voltimum.at/content/photovoltaik-fibel

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