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Haarausfall stoppen: Medikamente und Mittel gegen Haarausfall bei Frauen

Ob östrogenmangel-, schilddrüsen- oder immunologisch bedingt – Welche Ursachen Haarausfall bei Frauen auch hat: Keiner von uns hat gern kahle Stellen am Kopf. Wenn sie dennoch auftreten, können Sie sich mit Medikamenten und Mitteln helfen. Welche davon systematisch und lokal Haarausfall stoppen und wie Sie Ihre Haarpracht zurückgewinnen und wieder zu vollem Haar kommen, verraten wir Ihnen hier.

Junge Frau, die ihre Haare kämmt und betroffen schaut
© Jörg Brinckheger / pixelio.de |

Ursachen von Haarausfall bei Frauen 

Haarausfall (Effluvium) hat zahlreiche Ursachen, tritt praktisch in jedem Lebensalter auf, kommt bei beiden Geschlechtern vor und kann in einer volkommenen Kahlheit (Alopecia) enden.

Man unterscheidet:

  • physiologischer Haarausfall (bis 100 Haare/Tag)
  • diffuser Haarausfall: diffuser, meist reversibler Haarausfall, von dem der gesamte Schädel betroffen ist (Telogeneffluvium)
  • umschriebener Haarausfall: runde, teilweise konfluierende kahle Herde am Haupt- oder Barthaar (Alopecia areata)

Einteilug nach der Ursache:

  • Östrogenmangelbedingter Haarausfall 
  • Haarausfall durch zu viele männliche Hormone
  • Schilddrüsenbedingter Haarausfall 
  • Vitamin-D3-Mangel-bedingtes Effluvium 
  • Immunologisch bedingter Haarverlust 
  • Iatrogen bzw. toxisch bedingter Haarausfall

Östrogenmangelbedingter Haarausfall 

  1. postpartaler Haarverlust
  2. Haarverlust  während der Pilleneinnahme
  3. menopausaler Haarverlust

Das weibliche Hormon Östradiol verlängert die Anaphase des Kopfhaares und wirkt damit dem Haarverlust entgegen. Andererseits kann es aber auch durch einen Östrogenmangel zu einer Verkürzung der Anaphase und damit zu einer Reduktion der Haarqualität kommen.

Neueste Erkenntnisse dürften in die folgende Richtung zu weisen: Es scheint offensichtlich nicht die systemische Östrogen- oder Androgenkonzentration von Wichtigkeit zu sein, sondern die Potenz des Haarfollikels zur parakrinen Mobilisierung bzw Degraduierung der Hormone. So ist der Haarfollikel reich an Aromatase, besitzt allerdings nicht, vergleichbar zur Talgdrüse, eine 3B-hydroxysteroid Dehydrogenase.

ad 1) Zahlreiche Frauen berichten, dass die Haarqualität während der Schwangerschaft besonders gut gewesen sei. Dies hängt mit dem bereits erwähnten Einfluß, den das Östrogen - diese ist ja während der Schwangerschaft extrem hoch - auf die Anaphase des Haares ausübt zusammen. Durch den hohen Östrogenspiegel der während der Gravidität zu beobachten ist, bleibt der Großteil der Haare in der Anaphase. Unmittelbar postpartal sinkt das Östradiol steil ab, dadurch fällt der protektive Einfluß des Östrogens in der Anaphase weg, die Haare treten geschlossen in die Telophase ein, wodurch es zu einem starken Haarverlust nach der Geburt kommen kann.

ad 2) Nicht selten klagen Frauen, dass es während der Pilleneinnahme zu Haarausfall kommt. Die Diagnose kann nur anamnestisch gestellt werden. Fällt der Haarverlust mit der Zeit der Pilleneinnahme zusammen,  so kann ein ursächlicher Konnex angenommen werden. Das Östrogen der Pille wirkt ebenfalls positiv auf die Anaphase des Haarzyklus, allerdings kann durch ein völliges Absinken des Östradiols lokal ein relativer Hormonmangel entstehen, der durch das Pillenöstrogen nicht ausgeglichen werden kann. Es ist außerdem  bekannt, daß es unter der Pille zu einer Verarmung an Folsäure und an Cobalamin kommen kann. Beide Substanzgruppen sind in den Haarzyclus involviert., sodaß eine entsprechende Substitution therapeutisch empfohlen werden kann.

ad 3) Das in der Menopause vermehrt auftretende Effluvium kann durch zwei Veränderungen in den Steroidhormonen ausgelöst werden. Einerseits bewirkt das in der Menopause zu beobachtende Östrogendefizit eine Reduktion jenes Haaranteils, der sich in der Anaphase befindet. Auf der anderen Seite kann es zu einer relativen  Hyperandrogenämie  kommen, was reaktiv einen verstärkten Haarausfall am Haupt bewirken kann.

Medikamente und Mittel gegen Haarausfall bei Frauen 

1. Systematisch 

  • Orale Substitutionstherapie mit einem natürlichem Östrogen und einem Gestagen der Progeseronreihe (kein Norethisteronderivat)
  • Intravaginale Applikation von Östriol 1mg
  • Monotherapie mit CPA oder in Kombination mit Östradiol ( EE + 10- 100 mg CPA,  EV + 10 - 100 mg CPA)

2. Lokal 

  • Östriol hältiges Haarwasser
  • Rp.: / Styptanon Amp Nr III
  • Betnovate crinale 60.0
  • Aethanoli dil. 120.0
  • D.S: E3 Haarwasser
  • Minoxidil-Östriol Kombinationshaarwasser 
  • Rp: / Styptanon Amp Nr III
  • Minoxidil 0.15
  • Aethanoli dil. 120.0
  • D.S: E3-Minoxidil Haarlotion

Haarausfall durch die Pille? 

Obwohl das Östrogen der Pille ein starkes Mitogen für den Haarfollikel darstellt, kann es durch die Ruhigstellung des Ovars trotzdem bei manchen Patientinnen zu einem Effluvium während der Pilleneinnahme kommen. Dies manifestiert sich vor allem nach jahrelanger Pilleneinnahme. Die Therapie der Wahl ist demnach das Absetzen der Pille und die Substitution mit Folsäure- und Vitamin B.

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