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Wirtschaft Text: Pamela Graf

Wiener Hafen Ausbau

Bis 2015 läuft der Wiener Hafen Ausbau mit Investionen der Wien Holding sowie der Stadt selbst: Mehr Platz für Autoterminal, Hafentor Albern, optimierte Verkehrsinfrastruktur, neue U2-Station, Hafen Wien als Freizeit-Dienstleister, uvm.

Hafen Wien Freudenau, mit Zügen, Containern und parkenden Autos
© Priwo | Der Wiener Hafen soll bis 2015 mit fast 100 Mio. Euro ausgebaut werden.

Der neue HAFEN WIEN

In den letzten Jahren hat sich der Hafen Wien nachhaltig als einer der größten europäischen Donauhäfen etabliert. Wien Holding Geschäftsführer Komm.-Rat Peter HANKE erklärt dies folgendermaßen: „Die optimale Anbindung an die drei Verkehrsträger Schiff, Eisenbahn und LKW ist ein entscheidender Standortvorteil, der auch in wirtschaftlich besonders schwierigen Zeiten den Hafen Wien zu einem gefragten Partner für die Wirtschaft macht. Zwar ist die weltweite Wirtschaftskrise auch am Hafen Wien nicht spurlos vorüber gegangen, doch die Investitionen in den konsequenten Ausbau (…) haben den Hafen Wien auch das schwierige Wirtschaftsjahr 2009 ausgezeichnet meistern lassen. So wurde im Jahr 2009 bei einem Umsatz von 46 Millionen Euro ein EGT von 8,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Und die Zwischenergebnisse des Jahres 2010 zeigen, dass der Wirtschaftsmotor wieder anspringt“.

Bis 2015 Geld für Hafen Ausbau gesichert

Das Unternehmen Wien Holding und die Stadt Wien investieren bis 2015 gemeinsam mit Partnern weitere rund 95 Millionen Euro in den Hafen Ausbau und seine Infrastruktur, um das Wachstum weiter zu stärken. Das heißt in der 2. Runde des Hafen Ausbau Programmes wird der Hochwasserschutz im Hafen Albern inklusive Hafentor weiter ausgebaut, für das Projekt Landgewinnung im Hafen Freudenau die Verkehrs- und Hafeninfrastruktur verbessert und die Marina Wien ausgebaut sowie die Lagerkapazitäten nochmals erweitert.

Erfreuliche Nachrichten gibt es jedoch nicht nur hinsichtlich des Themas Hafen Ausbau, auch das Containergeschäft des Hafen Wien ist heuer wieder um rund zehn Prozent gewachsen, und im Autoterminal sind starke Zuwächse von 12 Prozent - im ersten Halbjahr 2010 - zu verzeichnen. Des Weiteren ist die Auslastung der Lagerhallen um fünf Prozent und die Anzahl der abgefertigten Güterschiffe, mit denen hauptsächlich Rohstoffe transportiert werden, gestiegen.

Die Bahn bringt´s

Weiters punktet der Hafen Wien mit dem Warentransport per Bahn zu den großen Seehäfen wie Rotterdam, Hamburg, Bremerhaven und Duisburg oder zu den Knotenpunkten im zentral- und osteuropäischen Raum wie Budapest und Bratislava. Dank Hafen Ausbau sind zu den genannten bestehenden Destinationen heuer zwei weitere dazu gekommen: Hamburg-Regensburg-Wien sowie Rotterdam-Enns-Wien. Ingesamt werden pro Woche bereits 100 Zugsverbindungen angeboten was einen neuen Rekord darstellt.

Das neue Auto kommt per Schiff

Der Hafen Wien ist eines der größten Pkw-Verteilzentren in Österreich. Über 70.000 Neuwagen beinah aller bekannten bzw. beliebten Automarken werden pro Jahr über den Autoterminal des Hafen Wien ausgeliefert. „Im ersten Halbjahr konnten wir den PKW-Umschlag im Terminal um 12,3 Prozent steigern“, so Herbert Szirota, seit sechs Monaten kaufmännischer Direktor des Hafen Wien. Mehr als 43.000 Fahrzeuge wurden bereits im ersten Halbjahr 2010 über den Hafen Wien ausgeliefert, sprich jeder fünfte PKW macht im Hafen Wien Zwischenstation, ehe er an Händler und Endkunden geht.

Noch mehr Platz und zusätzliche Angebote am Autoterminal

Platz genug wäre da, nämlich für 10.000 Fahrzeuge, die in einem Autolagerhaus für 2.600 Fahrzeuge bzw. auf 160.000 Quadratmeter Freifläche am Hafen Wien Autoterminal abgestellt werden. Die direkte Anbindung des Hafens Wien an alle Autobahnen und das nationale und internationale Eisenbahnnetz garantieren den raschen Umschlag und zwei leistungsfähige Ro-Ro-Rampen machen die Be- und Entladung der Schiffe einfacher. Das Angebot am Autoterminal wird zusätzlich durch zwei Autowaschanlagen, zwei Entkonservierungsanlagen, zwei Kfz-Werkstätten, Hallen für die Reinigung der Fahrzeuge sowie für den Einbau von Radios, Spoilern und anderem Sonderzubehör angerundet. Auch eine Tankstelle und Gleisanlagen für 55 Autowaggons stehen zur Verfügung und das das Gelände wird 24 Stunden von einem Sicherheitsdienst bewacht.

Verbesserter Hochwasserschutz und neues Hafentor

In der zweiten Stufe des Hafen Ausbaus wird, nach der Inbetriebnahme des Hafentors im Hafen Freudenau, nun im Hafen Albern mit dem Ausbau des Hochwasserschutzes begonnen. Die Investitionskosten für das Hafentor (Baubeginn im Herbst 2011), inklusive Neugestaltung und Sicherung der Dämme, betragen 35 bis 40 Millionen Euro. Bis Mitte 2013 soll durch den Hafen Ausbau schließlich auch Albern vor Hochwasser komplett sicher sein. Mutz: „Den Hafen Albern hochwassersicher zu machen, ist ein Gebot der Stunde: Die fünf mächtigen Getreidespeicher des Hafens Albern besitzen ein Fassungsvermögen von 90.000 Tonnen. Der Hafen Albern ist damit eines der wichtigsten Zentren für den Umschlag und die Lagerung von landwirtschaftlichen Produkten in Österreich. Aber auch Baustoffe, vorwiegend Zement als Importware aus Osteuropa, haben hier ihren Umschlagplatz.“  

Optimierte Verkehrsinfrastruktur durch Hafen Ausbau

Rund 3,5 Millionen Quadratmeter groß ist das Areal des Hafen Wien. Die Arbeiten zum Hafen Ausbau am Containerterminal Freudenau und im Hafen Albern haben im Rahmen des Masterplans für den Hafen Wien auch den Um- und Neubau sowie eine Verlegung der Seitenhafenstraße notwendig gemacht. Der Spatenstich für das 26 Millionen Euro-Projekt, das die optimale Erreichbarkeit des Hafens Wien zum Ziel hat, erfolgte bereits Anfang Mai 2010. Im Zuge der Bauarbeiten zum Hafen Ausbau bzw. zur Optimierung der Verkehrsinfrastruktur wird auch die gesamte Margetinstraße - von der Johann-Petrak-Gasse bis zur Alberner Hafenzufahrtsstraße -  umgebaut. Außerdem erfolgt durch die Errichtung einer neuen Brückenverbindung zwischen der Leopoldstadt und Simmering die Verlängerung über den Donaukanal.

Der Hafen Wien als Freizeit-Dienstleister

Ab Herbst 2010 verbindet die U2, durch die U2-Station „Donaumarina“, die Wiener Innenstadt mit der Marina Wien. Die investierten 300.000 Euro und umfassenden Adaptierungs- und Renovierungsarbeiten in die Marina Wien (von Herbst 2009 bis zum Frühjahr 2010) gehören ebenfalls zum Wiener Hafen Ausbau. Außerdem stehen Wassersportbegeisterten und Erholungssuchenden ein Sportboothafen, eine Motorbootschule, ein Bootshandel und ein Bootsverleih zur Verfügung, und das Spitzenrestaurant wurde bereits im heurigen Frühjahr saniert, neu verpachtet sowie das umliegende Grünland neu gestaltet. Ab Frühjahr 2011 soll auch eine neue Anlegestation für die DDSG-Schifffahrt zur Verfügung stehen, und eine neue Verbindungsbrücke zwischen der Außenmole West und dem Donaudamm soll eine optimale Wegverbindung ermöglichen. Last but not least wird in Kooperation mit der BOKU Wien ein Leuchtturm als Attraktion errichtet.

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