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Öffentl. Verkehrsmittel Text: Katharina Widholm

Von Wien nach Bratislava um einen Euro? Günstig reisen in unsere Nachbarländer

Von Wien nach Bratislava um einen Euro, kann das tatsächlich möglich sein? Zumindest wenn es nach Radim Jancura, Gründer und CEO des Bahnunternehmens Regiojet geht. Mit diesem will er auch für Wiener Fahrgäste eine Alternative zu den etablierten staatlichen Bahnanbietern schaffen und wartet dafür mit mehr Benutzerfreundlichkeit und Lockangeboten auf.

Gelber Regiojet-Zug auf Schienen
© Juan88 | Das tschechische Bahnunternehmen Regiojet soll eine Alternative zu den etablierten staatlichen Anbietern sein

Die staatlichen Bahnunternehmen stehen immer mehr unter Druck. Private Anbieter wie in Österreich die Westbahn mischen den Zugreisemarkt auf. In Tschechien bekommt die staatliche Bahngesellschaft Ceské Dráhy mit dem Regiojet ihren privaten Konkurrenten. Radim Jancura, seines Zeichens Gründer und CEO von Regiojet möchte das nicht nur bei unseren tschechischen Nachbarn ändern: mit mehr Benutzerfreundlichkeit und Lockangeboten soll dafür gesorgt werden, dass Reisende über die Grenzen hinaus öfter in gelbe Regiojets einsteigen.

Regiojet: Die Alternative zu staatlichen Bahnanbietern

Denn obwohl Jancura von der ÖBB Garnituren aufgekaut hat, um Züge für sein Unternehmen bereit zu stellen, gehört er nicht zu den größten Fans von staatlichen Bahnanbietern. So bekrittelt er, dass diese nicht genug Benutzerfreundlichkeit an den Tag legen würden und hofft, Kunden dadurch zu gewinnen, indem er dort ansetzt, wo die etablierten Unternehmen seiner Meinung nach versagen.

Benutzerfreundliches Stornoservice bei Regiojet

Dafür bietet Regiojet beispielsweise ein großzügiges Stornoservice an, bei dem man bei Onlinetickets bis zu 15 Minuten vor der Fahrt die Verbindung gratis umändern oder ganz stornieren kann. Bei der von der ÖBB angebotenen Sparschiene kann man Onlinetickets nach Kauf nicht mehr stornieren.  

Nach Bratislava ins Café, oder haben Sie Prag schon bei Nacht gesehen

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal hat Regiojet, indem ein limitiertes Kartenkontingent für Busreisen angeboten wird, bei dem Kunden für einen Euro von Wien nach Bratislava fahren können. Was die Zugverbindungen zwischen Wien und den slawischen Nachbarländern betrifft, so erkennt Jancura in dieser Hinsicht ungenütztes Potential: 70% der Reisenden sind weder Österreicher noch Tschechen, sondern zum Großteil Touristen, die ohnehin daran interessiert sind, die auf dem Weg liegenden Städte zu besichtigen.

Bei den Wienern und den Tschechen gelte es hingegen das Interesse, die jeweiligen Nachbarländer zu besuchen noch zusätzlich zu befeuern, meint Jancura.

Er hofft deshalb auf mindestens eine Million Fahrgäste, die 2018 im Regiojet die Strecke Wien-Brünn-Prag fahren werden. Wien - Prag wird bereits ab 15 € angeboten. Diese Route bietet das Bahnunternehmen seit Dezember 2017 an. Twin City Liner

»» Wien - Bratislava mit dem Twin City Liner

Radim Jancura, der Infrastuktur-Rebell

Regiojet ist ein Tochterunternehmen der Student Agency, die ebenfalls von Jancura gegründet wurde und sich auf Studentenreisen spezialisiert hat. Jancura hält mit seiner Kritik an der Tschechischen Bahn nicht hinterm Zaun und bekrittelt öffentlich Korruption und Politiker, die ihm missfallen. Jancura geht sogar so weit, die Handynummer des tschechischen Verkehrsministers großflächig auf Plakaten seiner Bussen bekannt zu geben. Mit Regiojet möchte er eine ernstzunehmende Alternative für Reisende zu den staatlichen Unternehmen anbieten. Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen: Auch wenn noch immer mehr Fahrgäste mit der ÖBB reisen, sind die Züge von Regiojet mit mehr Passagieren besetzt.

Weitere Informationen:

Regiojet 

Student Agency

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