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Bundespräsidentenwahl 2016: Wahlwiederholung

© Windschatten / wikimedia.org

Am 2. Oktober stimmt Österreich erneut darüber ab, wer die Nachfolge von Dr. Heinz Fischer als Bundespräsident antreten soll. Zur Auswahl stehen zum zweiten Mal nur Prof. Alexander van der Bellen und Ing. Norbert Hofer. Jene beiden Kandidaten, die sich im ersten Wahlgang gegenüber Dr. Irmgard Griss, Andreas Khol, Rudolf Hundstorfer und Richard Lugner durchsetzen konnten. Nach dem knappen Ausgang der Stichwahl zu Gunsten van der Bellens und der erfolgreichen Anfechtung der Wahl vor dem Verfassungsgerichtshof durch die FPÖ, wird nun zum dritten Mal gewählt.

Was sind die Aufgaben des Bundespräsidenten?

Was sind die Rechte des Bundespräsidenten?

Doch was halten die Österreicherinnen und Österreicher von dieser Entscheidung?

Wir haben die Perspektiven junger Wahlberechtigter eingeholt und einige interessante Aspekte entdeckt:

Sie wollen Ihre Meinung zur Bundespräsidentenwahl teilen? Senden Sie uns eine E-Mail mit Ihrem Text an: kontakt(at)stadt-wien.at

Romina Wallner (28 J.) sieht die Wurzeln der Problematik in der österreichischen Mentalität verankert. Unregelmäßigkeiten bei der Wahl zum Staatsoberhaupt sind bezeichnend für die „wird-scho-passen“-Mentalität in Österreich, die durchaus ihren Charme hat.

Christian Kaserer (25 J.) war selbst Wahlhelfer in Salzburg und nennt die Wahlhelfer als wahre Opfer des Pfuschs und schildert die harte Realität in der Wahlbehörde.

Cornelius Binder (25 J.) ortet Wahlmüdigkeit unter den Stimmberechtigten und fordert Protestwähler auf die Briefwahl zu nutzen um ihrem Ärger Luft zu machen.

Annabella Kohm (26 J.) ist Chefredakteurin bei Le Cool, kritische Medienbeobachterin und schreibt immer wieder für namhafte Lifestyle-Magazine.

Kalkulierte Wahlwiederholung der Bundespräsidentenwahl?

Text: Viktoria Klimpfinger

Bald ist es so weit: Stichwahl 2.0. Zugegeben ist diese Präsidentschaftswahl wohl eine der spannendsten und wahrscheinlich knappsten der Zweiten Republik. Aber nach monatelanger Wartezeit ebbt die Spannung doch langsam ab. Nun stehen uns ein neuer Wahlkampf mit aufgewärmten Parolen und neuer teurer Wahlwerbung bevor. Ein ganzes Land wartet seit Monaten darauf, wie es sich in Zukunft international positionieren wird. Dass das die Polarisierung schürt, steht außer Frage. So viel zum zermürbenden Drumherum.

Dass mit der Aufhebung der ersten Stichwahl ein Exempel am Beugen der Regeln im Sinne der Bequemlichkeit statuiert wurde, ist schon lange überfällig. Gut: Dass Wahlkarten zu früh geöffnet wurden, hat das Ergebnis zwar nicht beeinflusst, zeigt aber doch, dass die Wahlen bzw. das juristische Rundherum hinter den Kulissen nicht besonders ernst genommen werden. So viel zur Wahlwiederholung an sich. 

Vorab geplante Wahlwiederholung von der FPÖ ?

Dass sich aber ausgerechnet die FPÖ als Hüterin der Demokratie aufspielt, ist mehr als zynisch. Immerhin handelt es sich offensichtlich um Schönheitsfehler, die jahrelang bei jeder Wahl praktiziert wurden. Nur hat sich niemand beschwert (bzw. gingen die Beschwerden nie durch), solange das Ergebnis immer halbwegs eindeutig war. Doch jetzt, wo die FPÖ eine reelle Chance auf den Sieg gehabt hätte, schießt die Moral ein. Allerdings eine fragwürdige, denn immerhin haben auch freiheitliche Wahlbeisitzer, die Unregelmäßigkeiten gemeldet haben, im Vorfeld eben den rechtmäßigen Vorgang der Wahl unterzeichnet. Das sieht stark nach einem Plan B aus, falls das Ergebnis doch nicht blau genug ist. Wobei der Fairness halber zu sagen ist, dass die Anfechtung eines kränkelnden Systems in der Hinterhand zu haben, falls es zu einer derartig knappen Wahl kommt, wohl eine generelle politische Taktik ist. Die Wahlwiederholung ist sicherlich für den künftigen Umgang mit Wählerstimmen eine wichtige Maßnahme, aber dahinter steckt – wie immer – reines politisches Kalkül.