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Mystery Text: Mario Rank

Der rätselhafte Basilisk

Sagenumwobene Mischwesen, gab es nicht nur im alten Ägypten, sondern auch im mittelalterlichen Wien. Die Sage des Basilisken ist eine der interessantesten und am Besten dokumentierten ihrer Art. Der Schauplatz ist der erste Bezirk, als es am 26. Juni 1212 zu einem mysterösen Todesfall kam.

Abbildung des Fabelwesens Basilisk
© Mario Rank | Darstellung des Basilisken des Naturforschers Ulisse Aldrovandi (1522 - 1605) in einem Werk von Jan Jonston

Der Legende nach...

Als der Bäckermeister, Martin Garhibl seine Magd zum Brunnen in den Hof der Schönlaterngasse 7 schickte, um Wasser zu holen erschrak sich diese zu Tode. Eine Menschenmenge eilte herbei und der Geselle des Bäckermeisters blickte in den Brunnenschacht, aus welchem ein gar grausiger Gestank empor stieg. Der mutige Bursch ließ sich an einem Seil in den Schacht hinab und als die Menschenmenge einen gellenden Schrei aus dem Inneren des Brunnens vernahm zogen sie ihn gleich wieder heraus.

Was der Lehrbub zu berichten hatte versetzte alle ins Staunen, denn er erblickte eine seltsame Kreatur. „Es hatte einen zackigen Schuppenschweif, glühende Augen und warzige Füße, so als wäre es aus einem Hahne, einer Schlange und einer Kröte zusammengesetzt.“

Der Legende zufolge wurde der Bub erneut in den Brunnen hinuntergelassen, dieses Mal mit einem Spiegel ausgerüstet. Sinn des Unterfangens sollte sein, daß das Tier durch den Blick in den Spiegel aufgrund seiner Hässlichkeit sterbe. Das Unternehmen glückte und die zugelaufene Menschenschar wurde angehalten, den Brunnen auf ewig zu versiegeln und große Steine und Erdklumpen in den Schacht zu werfen.

Noch heute erinnert eine Skulptur des Fabeltieres an der Hauswand in der Schönlaterngasse 9 an dieses Geschehnis. Der dazu formulierte Text lautet:

„Anno Domini MCCII ward erweldt Kayser Friedrich II. Unter seinem Regiment ist von einem Hann entsprungen ain Basilisc, welcher obenstehnder Figur gleich und ist der Brunn voll angeschutt worden mit Erden darinnen selbiges Thier gefunden worden ist. Ohne Zweyffel weil es seyner giftigen Aygenschaft vil Menschen gestorben und verdorben seynd. Renoviert A 1577 durch den Hausherrn Hanns Spannring, Buchhandler. Abermals reboviert A 1932.“

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