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Mystery Text: Gabriele Lukas

Geheimschrift Stephansdom

Den Stephansdom, von den Wienern liebevoll „Steffl“ genannt, kennt jeder Wiener und Wienbesucher. Aber wer kennt die Geheimschrift, die im linken Seiteneingang in die Wand gemeißelt wurde? Herzog Rudolf IV. (1339–1365) verewigte sich dort im Stein mit einer angeblich von ihm selbst erfundenen Geheimschrift.

Geheimschrift im Stephansdom
© Austria Forum | Geheimschrift im Stephansdom

Die Geheimschrift Alphabetum Kaldeorum

Angeblich, denn sie ist vermutlich keine Erfindung Herzog Rudolfs. Von wem sie aber tatsächlich stammt, weiß man nicht. In einer 1428 aufgezeichneten Sammlung verschiedener Nationalalphabete taucht diese Geheimschrift als angebliches Alphabet der Chaldäer auf, denen man im Mittelalter magisches Wissen nachsagte, weshalb sie Alphabetum Kaldeorum genannt wird. Heute wird eine vollständige Fassung des Alphabetum Kaldeorum in einer Handschrift aus dem Jahre 1428 in der Universitätsbibliothek München (Cod. 4º 810, fol. 41v) aufbewahrt. Verwendet wurde die Schrift aber schon viel früher, wie unter anderem das Beispiel im Stephansdom zeigt.

Rudolf selbst schrieb ihr eine indische Herkunft zu; tatsächlich sind die Buchstaben dieser Buchstabenfolge aber mit keiner in Indien gebräuchlichen Schrift verwandt. Sogar die Grabplatte Rudolfs im Wiener Stephansdom trägt eine so verschlüsselte Inschrift, die nur den Namen und Titel des Herzogs wiedergibt – sie sollte möglicherweise die Vorliebe Rudolfs für die Verwendung der Geheimschrift versinnbildlichen.

Das Alphabetum Kaldeorum war in erster Linie zur Verschlüsselung diplomatischer Korrespondenz gedacht; sein Zeichenvorrat weist darauf hin, dass überwiegend lateinische Texte chiffriert wurden: u und v werden gleichgesetzt; w war als doppeltes v zu schreiben; j fehlt. Für oft auftretende Buchstaben sieht das Alphabetum Kaldeorum mehrere verschiedene Zeichen vor, die parallel benutzt wurden und eine Entschlüsselung nach der mustergültigen Häufigkeitsmethode verhindern sollten. Ergänzend wurden in die chiffrierten Texte häufig so bezeichnete nulla eingeschoben, sinnlose Zeichen, die wie Buchstaben aussahen und das Entschlüsseln durch Unbefugte weiterhin erschwerten. (Alphabetum Kaldeorum zitiert aus wikipedia)
Geheimschriften waren im Mittelalter gar nicht einmal so selten, weshalb auch die Geheimschrift des Stephansdoms bereits im 18. Jahrhundert entziffert wurde. Sie lautet…

TIPP
Die Inschrift mit dem Geheim-Alphabet befindet sich im Souvenirshop des Stephansdoms, oberhalb des Kiosks. Wenn Sie wissen wollen, welche Botschaft Herzog Rudolf dort verschlüsselte, lesen sie Wien-Geheimnisse einer Stadt oder buchen Sie eine der mystery tours von Mag. Gabriele Lukacs, Fremdenführerin & Buchautorin  

Das Buch dazu finden Sie unter:

Wien – Geheimnisse einer Stadt, 2013

http://www.styriabooks.at/article/5026

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