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Vivian Schulz
Kunst & Kultur Text: Vivian Schulz

Dorotheum - Mehr als ein Auktionshaus

Das Dorotheum ist das größte Auktionshaus im deutschsprachigen Raum. Das Auktionshaus setzt vor allem bei Auktionen auf seine Internationalität und Stärke im Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst, wobei das Dorotheum seine historische Tradition nie aus den Augen verliert.

Palais Dorotheum in Wien von Außen
© A. Drexler | Das Palais Dorotheum in der Dorotheergasse in Wien

Das ursprüngliche Versatz- und Fragamt von 1707 wurde durch Kaiser Joseph I. eröffnet. Jährlich finden um die 600 Auktionen statt.  Eine eigene Kunstabteilung und auch die Numismatik-Abteilung entstand um1900. Derzeit werden über 40 Antiquitäts- und Sammelsparten von dem österreichischen Auktionshaus geführt.

Auktionshäuser

Weltweit gibt es unzählige Auktionshäuser, die sich auf verschiedenste Bereiche in Kunst und Kunsthandwerk spezialisiert haben. Einige bieten auch unbekannte Gemälde oder Objekte an, andere versteigern ausschließlich Künstler spezieller Epochen, und wieder andere Häuser beschränken sich auf große Namen des Kunstbetriebs. Zu den bekanntesten Auktionshäusern weltweit gehören natürlich das Dorotheum, Sotheby‘s und Christie’s. Beide enstanden nach der Gründung des Dorotheums ca. 60 Jahre später. Auktionshäuser haben in der Geschichte einen wichtigen Platz eingenommen. Sie sind der Sammelplatz für Kunstinteressenten und Kunstliebhaber, in Auktionshäusern geht es meistens um Millionensummen.

Top Auktionsergebnisse im Dorotheum

1. Frans Francken II; Der Mensch, der sich zwischen Tugenden und Lastern entscheiden muss. Das Bild des flämischen Künstlers zeigt mit seinem musealen Gemälde von höchster malerischer Qualität den Kampf der menschlichen Seele zwischen Tugend und Laster auf ihrem Weg zu Himmel oder Hölle. Es wurde für sensationelle 7 Millionen Euro an den Londoner Altmeisterhändler Johnny Van Haeften verkauft.

2.Guido Cagnacci, Lucrezia. Das Hauptwerk Cagnaccis "Lucrezia" ging an einen italienischen Telefonbieter, der es für 1,4 Millionen Euro sein Eigen nennen konnte.

3. Giovanni Francesco Barbieri, il Guercino; Rinaldo hält Armida ab, sich mit einem Pfeil zu töten. Das Bild wurde für 1,3 Millionen Euro versteigert. Die Kunstwerke mit den sensationellen Auktionspreisen kann man sich in der folgenden Bildergalerie weiter unten genauer ansehen.

In dem österreichischen Auktionshaus gehen jedoch nicht nur Kunstwerke über die Ladentheke, auch etwas skurrilere Stücke finden im Dorotheum einen Käufer. 2014 werden private Stücke des Kaiserhauses, wie Haarlocke und Unterhose versteigert. Die Haarlocke soll von Kaiser Franz Joseph stammen. Sie wurde  dem Thronfolger als Dreijähriger abgeschnitten und soll 500 bis 1.000 Euro wert sein. Außerdem wird eine Uniformunterhose des österreichischen Kaisers Franz Joseph versteigert, welche auch persönlich von ihm getragen wurde. Schätzpreis: 2000 bis 3000 Euro. 200 weitere persönliche Objekten sind Highlights dieses Jahres: ein Trauertaschentuch beispielsweise, in das Kaiser Franz Joseph sich geschnäuzt habe, samt einer Visitenkarte des Leibkammerdieners Eugen Ketterl mit Bestätigung der Herkunft. Dieses Andenken wird auf 1000 bis 1500 Euro geschätzt.

Das Auktionshaus wird von nationalen und internationalen Sammlern und Kunstfreunde besucht, ist aber auch für Publikum zugänglich, grundsätzlich kann jeder im Dorotheum mitsteigern.

Dorotheum Juwelier

Es ist der größte  Juwelier Österreichs und mit dem Namen wird Luxus, Exklusivität und hohe Preise verbunden. Das Sortiment reicht von Diamant- bis zu Gold- und Silberschmuck und bietet eine reiche Auswahl für Liebhaber von antikem Schmuck und Sammlerstücken.

Dorotheum: das Pfandleihhaus

Belehnt werden können Schmuck, hochwertige Armbanduhren, Kunstgegenstände, Antiquitäten, Ölgemälde, aber auch Autos und Landmaschinen bei Weiterbenützung. Werden die Pfandsachen nicht mehr abgeholt so wird zum Beispiel der Schmuck an den Dorozheum Juwelier verkauft.

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Kunst als Investment

Wer heutzutage Angst um sein Geld hat, folgt gerne dem neuen Trend es in Kunst anzulegen. Doch wirklich können, tun das die wenigsten. Das liegt zum einen an der Herausforderung, Kunst als Anlage tatsächlich zu verstehen. Man muss über Hintergrundwissen und Kunstgespür verfügen, denn meist ist  was gefällt nicht das gewinnbringendste. Das bedeutet Ausstellungen besuchen, Galerien kennenlernen, sich über  über einzelne Künstler informieren . Vor allem aber muss der Kunstfreund erkennen, ob er das Gemälde oder die Skulptur künftig zu einem höheren Preis wird verkaufen können. welche Objekte größte Chancen auf dauerhafte Wertsteigerung haben. Nur so erhält man ein wert- und nachhaltiges Investment. Auf keinen Fall sollte man darauf setzen, dass Kunstpreise von heute auf morgen explodieren und man sich mit großer Rendite zurücklehnen kann. Als Käufer sollte man eine  wichtige Regeln der Geldanlage einhält, und zwar das Prinzip der Streuung. Niemals viel Geld in das Werk eines einzigen Künstlers stecken. Besser ist es weniger Geld in die Werke mehrerer Künstler zu investieren, denn dann ist das Risiko viel geringer. Investitionen in Kunst sind nicht die empfehlenswerteste Form der Anlage für Kunstlaien, sie sind riskanter, als es der Handel mit Aktien ist. Inflationssicher sind Kunstwerke nur, wenn sie schon Kunstgeschichte geschrieben haben, dann aber kosten sie bereits sechsstellige Summen. Besser ist es, nur so viel in die Kunst zu investieren, dass das eventuell verlorene Geld am Ende nicht wehtut.


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