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Fritz Lindengrün
Psyche Text: Fritz Lindengrün

5 rezeptpflichtige Antidepressiva Medikamente

Manche Depressionen sind so schwerwiegend, dass zusätzlich zu einer Psychotherapie auch Antidepressiva Medikamente eingesetzt werden müssen. Risiken und Nutzen einer solchen Behandlung sollten gemeinsam mit dem Arzt abgewogen werden. Hier können Sie sich einen ersten Überblick über fünf der am häufigsten verschriebenen Antidepressiva Medikamente verschaffen. Erfahren Sie mehr über die Wirkungsweise, Wechsel- und Nebenwirkungen dieser rezeptpflichtigen Medikamente.

Vier orangefarbene Pillendosen, Zwei liegend und geöffnet mit ausgeleerten einzelnen Pillen
© Shutterstock | rezeptpflichtige Medikamente

Cipralex

Wirkstoff: Escitalopram

Wirkung

Cipralex als rezeptpflichtiges Medikament ist ein sogenannter MAO-Hemmer. Es hebt den Serotonin-Spiegel im Gehirn, indem es seine Wiederaufnahme in den Synapsen hemmt. Serotonin ist ein Hormon, dass unter anderem die Stimmung beeinflusst. Ein Serotonin-Mangel führt in der Regel zu Depressionen, Aggressionen und Ängsten.

Nebenwirkungen

Häufigste Nebenwirkung des Antidepressivum Cipralex ist Übelkeit. Bei einer hohen Dosis können Herzrhythmus-Störungen auftreten.
Ebenfalls mögliche Nebenwirkungen sind: Durchfall und Erbrechen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit oder Schwindel, vermehrtes Schwitzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Fieber, Libido- oder Orgasmus- sowie Ejakulation- oder Potenzstörungen. Die meisten Nebenwirkungen werden im Laufe der Behandlung schwächer und verschwinden teilweise völlig.

Von einer Anwendung während der Schwangerschaft ist abzuraten, auf keinen Fall sollte Cipralex innerhalb der Schwangerschaft aber abgesetzt werden. Auch während  des Stillens sollten Frauen keine Behandlung mit Cipralex beginnen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen können mit verschiedenen anderen Antidepressiva medikamenten oder serotonergenen Stoffen  wie Lithium, Tryptophan, Johanniskraut und oralen Antikoagulantien sowie dem Antibiotikum Linezolid auftreten. Dies kann das sogenannte Serotonin-Syndrom auslösen. Symptome hierfür sind Muskelzuckungen, hohes Fieber, Ruhelosigkeit oder Verwirrung.

Trittico

Wirkstoff: Tradozon

Wirkung

Trittico ist ein Antidepressivum und Beruhigungsmittel. Ähnlich wie Cipralex hebt es den Serotonin-Spiegel im Gehirn. Außerdem hemmt es die Funktionen bestimmter Rezeptoren, die für Schlaflosigkeit, Angst, psychomotorische Unruhe sowie Störungen der Sexualfunktion verantwortlich sind.

Nebenwirkungen

Übelkeit und Durchfall, Gewichtsverlust, schneller oder langsamer Puls, tiefer Blutdruck, Hitzewallungen oder Hautausschläge. Seltener sind: Zentrale Störungen wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit, Zittern, Krampfanfälle, Verwirrung, Schläfrigkeit, Schwächegefühl und Benommenheit.

Da keine Studien zur Anwendung bei Heranwachsenden sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, ist in solchen Fällen von einer Behandlung abzuraten.  

Wechselwirkungen

Wie Cipralex kann auch Trittico als eines der rezeptpflichtigen Antidepressiva Medikamente in Kombination mit entsprechenden Stoffen ein Serotonin-Syndrom auslösen. Außerdem kann es die dämpfende Wirkung von Alkohol und ähnlichen Stoffen drastisch verstärken und sollte deshalb nicht mit diesen kombiniert werden.

Fluctine

Wirkstoff: Fluoxetin

Wirkung

Fluctine hebt den Serotonin-Spiegel ähnlich wie Cipralex und Trittico und wirkt auch selbst direkt an den Serotonin-Rezeptoren. Es wird auch oft bei Essstörungen begleitend zu einer Psychotherapie verschrieben.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen dieses Antidepressivum gehören Übelkeit, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Angst, Nervosität, Kraftlosigkeit und Zittern.

Wechselwirkungen

Fluctine kann ebenfalls, wie die anderen Antidepressiva Medikamente, zu einem Serotonin-Syndrom beitragen. Beispiele für Substanzen, die vermieden werden sollten, finden Sie bei den Wechselwirkungen von Cipralex.

Sertralin

Wirkstoff: Sertralin

Wirkung

Sertralin hebt den Serotonin-Spiegel ebenfalls und wird auch bei Panikstörungen und Phobien verschrieben.

Nebenwirkungen

Das rezeptpflichtige Medikament Sertralin kann unter anderem Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und sexuelle Dysfunktion verursachen.
Auf das Herzkreislauf-System nimmt es weit weniger und seltener Einfluss als vergleichbare Medikamente.

Wechselwirkungen

Die Kombination mit anderen Medikamenten, die den Serotonin-Haushalt beeinflussen sollte auch  hier vermieden werden. Außerdem kann Sertralin die Wirkung von Pimozid (Orap) verstärken. 

Mirtabene

Wirkstoff: Mirtazapin

Wirkung

Mirtazapin, als das letzte der Antidepressiva Medikamente in dieser Liste, steigert die Produktion von Noradrenalin und Serotonin, wobei letzteres nicht eindeutig belegt ist. Es wirkt jedenfalls nicht nur antidepressiv, sondern auch beruhigend. Es ist das einzige Medikament in dieser Liste, das kein MAO-Hemmer ist.

Nebenwirkungen

Am häufigsten treten Müdigkeit und Appetitsteigerung auf. Auch erhöhte Cholesterinwerte und das sogenannte Restless-Legs-Syndrom können als Nebenwirkung entwickelt werden.

Wechselwirkungen

Mirtazapin kann die dämpfende Wirkung von Alkohol und anderen Beruhigungsmitteln verstärken, sollte deshalb nicht mit diesen kombiniert werden.

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weitere Meinungen

Als selbst Betroffene würde ich Ihnen raten diesen Artikel zu überarbeiten : Trittico ist
mit Sicherheit kein MAO Hemmer !!!

, 19.10.2016 um 15:12

Cipralex ist ein SSRI und kein MAO Hemmer!

, 20.07.2016 um 05:31

Sehr Informativ!! guter Überblick...

, 06.08.2014 um 22:37
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