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Spittelberg als neue Urbanität

Informationen über Forschungsarbeiten der TU Wien in bezug auf den Spittelberg in Wien.

Spittelberg

Forschungen am Spittelberg

Seit dem Herbst 2005 läuft am Spittelberg ein aktivierendes Forschungsprojekt des Fachbereichs Soziologie (ISRA) der Technischen Universität (TU) Wien, bei dem der Wiener Spittelberg als kultureller Ort neu positioniert werden soll. Ausgangspunkt ist das Bewusstsein eines langsamen Niedergangs und der Verödung des Spittelbergs, der weder den touristischen Erwartungen mehr genügt, noch den AnrainerInnen einen ausreichenden Hintergrund zur Identifikation liefert. Leerstehende Ladenlokale, als Lager zweckentfremdete Räume und eine in den Sommermonaten laute Schanigartenszene bestimmen zunehmend das Bild.

Wie kann man Gewerbetreibende, GastronomInnen, creative industries, HauseigentümerInnen und MieterInnen darin unterstützen, sich in ihrem "Grätzel" zu engagieren, dem Mikro-Standort ein neues Image zu geben und Prozesse in Gang zu setzen, die dazu geeignet sind, sich mit dem eigenen Ort stärker zu identifizieren? Wie kann ein entfachter Aktionismus in ein strategisches Vorgehen überführt werden und wie bringt man die AktivistInnen dazu, ein Teil dieser Projekte auch noch selbst zu bezahlen? In den USA und Kanada, Japan und Korea, aber auch in Großbritannien und jüngst auch in Deutschland kennt man das Modell des "Business Improvement Districts" (BID), wonach Hauseigentümer und Gewerbetreibende sich zusammenschließen, um die soziale und ökonomische Abwärtsspirale ihres Quartiers aufzuhalten und in Stabilisierungs- und Aufwertungsprozesse umdrehen. Dazu stellen sie eigenes Geld auf und übernehmen die Gestaltungs- und Kontrollmacht über den öffentlichen Straßenraum.

Nach einem ähnlichen Muster wurde für den Wiener Spittelberg seitens der Bezirkspolitik und interessierten Kreisen der Versuch gestartet, dem Standort ein neues Gesicht zu geben. Professor Jens S. Dangschat, Leiter des ISRA, und Andrea Breitfuss mit ihrer Planungsberatungsfirma kon-text wurden beauftragt, einen Kommunikationsprozess mit dem Ziel einer Vereinsgründung in Gang zu setzen. Der neu gegründete Verein "FreundInnen des Spittelberg" hat dann in Kooperation mit dem ISRA einen Antrag beim Zentrum für Innovationen und Technologie (zit) des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) gestellt, ein strategisches Stadtteilmanagement zu etablieren. Die dazu eingerichtete Förderschiene "departure" ließ erstmalig zu, dass Kommunikation und Koordination gefördert wurden und dass nicht nur Wirtschaftsbetriebe, sondern ein Zusammenschluss aus Dienstleistenden und GastronomInnen, KünstlerInnen und GaleristInnen, AnrainerInnen und HausbesitzerInnen gefördert werden konnten. Hierbei wird erstmalig das Netzwerk lokal gebundener AkteurInnen als ein Unternehmen aufgefasst und entsprechend gefördert.

Die gleiche Summe Geldes (Sachleistungen), die der Verein akquiriert, wird vom zit gefördert. Aufgabe des ISRA ist die Erstellung eines strategischen Konzepts zur Entwicklung des Spittelbergs unter einer neuen Marke (strategisches Management), die Unterstützung bei der Umsetzung von entsprechenden Projekten (Umsetzungsmanagement) und das Empowerment der lokalen Kleinunternehmen (Kommunikationsmanagement). In diesem Zuge fanden in Kooperation mit kon-text, die den Prozess insgesamt moderiert, zwei Zukunftswerkstätten statt, eine Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse (SWOT) des Standortes wurde durchgeführt und Arbeitsgruppen eingerichtet und moderiert sowie der Kommunikationsauftritt koordiniert. Zusätzlich wurden eine Reihe von Projekten allein oder in Kooperation mit anderen lokal tätigen AkteurInnen initiiert und umgesetzt. Das Projekt endet im Frühsommer 2007 mit einem Strategie-Position und einer Umsetzungsorientierung (Pflichtenheft). Die Erkenntnisse aus dem Projekt fließen in die Lehre des ISRA im Raumplanungs- und Architektur-Studium ein.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.spittelberg.at; www.kon-text.at/spittelberg.htm

 

Text + Bild: TU Wien

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