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Otto Habsburg Lothringen

Otto Habsburg, der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers, ist tot. Er starb am 4. Juli 2011 in seinem Haus in Pöching am Starnberger See in Bayern im 99. Lebensjahr.

Otto Habsburg-Lothringen – der letzte Kronprinz

Otto Habsburg, der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers, ist tot.
Er starb am 4. Juli 2011 in seinem Haus in Pöching am Starnberger See in Bayern im 99. Lebensjahr.

Der seit einem Treppensturz vor zwei Jahren gesundheitlich angeschlagene ehemalige Kronprinz hinterlässt sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel. Oberhaupt des Hauses Habsburg ist sein in Österreich lebender Sohn Karl Habsburg-Lothringen, der anlässlich des Todes Otto Habsburgs erklärte: „Mein Vater war eine überragende Persönlichkeit. Mit ihm verlieren wir einen großen Europäer, der uns in allem was wir heute tun, über die Maßen geprägt hat.“

Otto Habsburg war Träger zahlreicher Auszeichnungen, zuletzt wurde ihm durch den französischen Präsidenten Sarkozy das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion verliehen.

Der Politikwissenschaftler und Publizist Habsburg sprach sieben Sprachen, besaß 4 Pässe und verfasste 37 Bücher.
Die Obsession des leidenschaftlichen Europäers war ein vereinter Kontinent. Seine Vorstellungen wichen mitunter zwar von jenen der Staatengemeinschaft der Europäischen Union ab, doch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso betonte, Otto von Habsburg habe einen zentralen Beitrag „zur friedlichen Wiedervereinigung unseres viel zu lange geteilten Kontinents“ geleistet und würdigte ihn als „großen Europäer“.

Aufbahrung und Requiem in Wien

Gemeinsam mit seiner Frau Regina, die Anfang Februar 2010 starb und in ihrer Familiengruft in Thüringen beigesetzt wurde, wird Otto Habsburg nach Österreich überführt und am 14. und 15. Juli in der Kapuzinerkirche aufgebahrt. Das Requiem wird am 16. Juli von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom zelebriert, bevor die sterblichen Überreste von Otto und Regina Habsburg in der Kapuzinergruft beigesetzt werden. Sein Herz wird in Ungarn bestattet.

Die wichtigsten Stationen eines bewegten Lebens

Otto von Habsburg wurde am 20. November 1912 in der Villa Wartholz in Reichenau an der Rax als erstes Kind von Erzherzog Karl, dem Großneffen von Kaiser Franz Joseph I und Erzherzogin Zita geboren und wurde 1916 mit dem Tod von Kaiser Franz Joseph zum Erzherzog Otto Kronprinz von Österreich-Ungarn.
Bereits 1919 ging die Familie ins Zwangsexil in die Schweiz. Die Dynastie Habsburg wird ihrer Herrscherrechte und sonstigen Vorrechte enthoben.
Otto Habsburg zieht 1929 nach Belgien, wo er mit dem Studium der Staats- und Sozialwissenschaften an der Uni Löwen beginnt.
Im Jahr seiner Promotion 1935 hebt die Ständestaats-Regierung unter Bundeskanzler Schnuschnigg die Landesverweisung auf. 
Bereits ab Mitte der 1930er Jahre setzte sich Otto von Habsburg mit der Paneuropa-Union für ein politisch und wirtschaftlich geeintes Europa ein.
Habsburg galt als entschiedener Gegner Hitlers und des Nationalsozialismus. 1938 fordert er Schuschnigg zu einer gegen Hitler gerichteten Allparteienregierung auf. 1940 kommt es zur Flucht in die USA, wo es im Laufe der Zeit mehrere Zusammenkünfte mit Präsident Franklin D. Roosevelt und Außenminister Cordell Hull gibt.

1945 setzt die provisorische österreichische Staatsregierung die Landesverweisung wieder in Kraft. Otto Habsburg hatte in einem Brief an Roosevelt von einer Anerkennung der Regierung unter Karl Renner abgeraten.
Sechs Jahre später heiratet Otto Habsburg Prinzessin Regina von Sachsen-Meiningen in Nancy und lässt sich 1954 mit seiner Familie in Pöcking am Starnberger See in Bayern nieder. Fünf Jahre nach der Verfassung einer Verzichtserklärung gemäß dem Habsburgergesetz kommt es 1966 zur 1. Wiedereinreise nach Österreich.

1973 wird Habsburg zum Präsidenten der Internationalen Paneuropa-Union gewählt. Ein Jahr nach der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft wird er 1979 ins Europaparlament gewählt und 1997 zum Alterspräsidenten desselben. 2007 findet ein Empfang durch Bundespräsidenten Heinz Fischer in der Hofburg statt.

Text: Maria Mayrhofer

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