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Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Der Sieger WPP 2015 kommt aus Australien

09.09. - 16.10.2016: Die Wiener Westlicht Fotogalerie und Fotomuseum zeigt wieder die Wanderausstellung zum World Press Photo. Ein Rahmenprogramm ermöglicht es auch, den diesjährigen Gewinner, Warren Richardson aus Australien, bei einem Vortrag live zu erleben. Viele andere preisverdächtige und schon gekürte Fotos lassen das Jahr 2015 noch einmal Revue passieren, in dessen Mittelpunkt die Flüchtlingskrise stand. Ein Österreicher gewann in der Kategorie Sport. Infos, Tickets, Tipps.

Arzuma arbeitet rund 20 m unter der Erde. Die Goldsucher leisten körperliche Schwerstarbeit, bei der sie ständig Staub einatmen. Beim Herauslösen des Golds aus dem Gestein sind sie dann Quecksilber und Cyanid ausgesetzt.
© Matjaz Krivic | Ein hartes Schicksal, eine coole Geste: 2. Preis Einzelfotos, Menschen, Krivic, Slowenien: Bergarbeiter in Burkina Faso.

World Press Photo Ausstellung

Fotomuseum WestLicht

09.09. - 16.10.2016

Anruf von Francis

„Eines morgens um drei Uhr in der Früh weckte mich ein Anruf aus dem Schlaf. Es war Francis von der World Press Photo Jury und der sagte mir, ich hätte den ersten Preis gewonnen!“, erzählt der Sieger des Jahres 2015, Warren Richardson, der aus Australien stammt bei seiner Preisverleihung in der Wiener Fotogalerie Westlicht. Sein Foto zeigt ein Kind, das während der Flüchtlingskrise von seinem Vater durch einen Stacheldrahtzaun gereicht wird und trifft so wie kaum ein anderes Foto das, was das Jahr 2015 ausmachte. Aber auch viele andere Fotos und Fotoserien aus verschiedenen Themenkreisen werden jedes Jahr durch die holländische Stiftung geehrt. „Eigentlich hatte ich von der Einreichung des Fotos gar nichts gewusst“, gesteht der frisch gekürte Preisträger in einem Interview mit stadt-wien.at. Seine Freundin habe das Foto ausgewählt und es auch eingereicht und als ihn der Anruf erreichte war er eigentlich längst mit seinem nächsten Fotoprojekt beschäftigt.

Stacheldraht als Symbol für 2015

„Bereits als wir das Foto zum ersten Mal sahen, war uns klar, dass es ein wichtiges ist. Es entwickelt eine enorme Kraft durch seine Einfachheit, besonders mit dem Stacheldraht als Symbol“, so Francis Kohn, Vorsitzender der Jury 2016, über das World Press Photo des Jahres 2015. Der Fotograf, der derzeit selbst in Budapest lebt, befand sich in der Nacht vom 28. August 2015, nur wenige Wochen bevor die Fertigstellung des von der ungarischen Regierung in Auftrag gegebenen Grenzzauns den Übertritt de facto unmöglich machte, selbst vor Ort.  Natürlich dominierte das Thema Flüchtlingskrise bei den diesjährigen Einreichungen zum Wettbewerb. Einige Bilder widmen sich auch der Grenze an der Südküste Europas, aber auch die Balkanroute wird gezeigt, wo täglich mehrere Tausende Flüchtlinge, wartend an Grenzen, dicht gedrängt in Zügen und beim Zusammenprall mit den Wasserwerfern der Polizei gezeigt werden.

 

Einzelfotos und Fotoserien

Die Flüchtlingskrise und seine Ursache – der andauernde Konflikt in Syrien – zählen zu den zentralen Themen der diesjährigen Ausgabe des World Press Foto. Die verheerenden Folgen von Luftangriffen und ihren zivilen Opfern zeigen die Fotoserien von Sameer Al-Doumy und Abd Doumany am Beispiel der Stadt Duma in der Provinz Damaskus. Aber auch die Flucht selbst wird gezeigt, etwa in Magnus Wennmans Serie „Wo die Kinder schlafen“. Demselben Thema widmet sich auch Mário Cruz mit seinem Projekt über Koran-Internate im Senegal oder Adriane Ohanesians Aufnahme aus dem Darfur-Konflikt.

ÜBER WORLD PRESS PHOTO

42 FotografInnen aus 21 Ländern wurden in acht Kategorien ausgezeichnet, aber beworben hatten sich fast 6.000 KandidatInnen mit über 80.000 Fotografien. Der Preis der World Press Photo Foundation wird schon seit 1955 ausgeschrieben. Die Stiftung hat ihren Sitz in Amsterdam, wo eine jährlich wechselnde Jury die vielen Einsendungen von FotografInnen aus aller Welt sichtet. Die prämierten Fotos touren dann als Wanderausstellung um den Globus und zeigen dramatisiert alles das, was im vorherigen Jahr in der Welt passiert ist. World Press Photo wird von der Niederländischen Postleitzahl-Lotterie unterstützt und weltweit von Canon gesponsert. Weitere Informationen unter www.worldpressphoto.org. Die World Press Photo Academy bemüht sich um die Förderung des Fotojournalismus durch Fortbildungsprogramme.

DAS BUCH ZUR AUSSTELLUNG WORLD PRESS PHOTO 16

 

Das Jahrbuch mit allen preisgekrönten Arbeiten ist nicht nur Ausstellungskatalog, sondern auch ein spannendes Zeitdokument.

Till Schaap Edition

240 Seiten, deutsch / englisch

24,5 x 19 cm, broschiert

Preis € 27

Erhältlich direkt im Fotomuseum WestLicht oder online im Book Shop.

RAHMENPROGRAMM

 

Freitag, 09.09.2016, 18 h

Vortrag von Warren Richardson, Australien, Gewinner World Press Photo des Jahres

Warren Richardson, geboren 1968 in Australien, arbeitet als freier Fotojournalist für Magazine und sein fotografisches Handwerk erlernte er als Autodidakt. In seinen fotografischen Langzeitprojekten widmet er sich sozialen und ökologischen Problemen. Im Laufe seiner Karriere lebte er Asien, den USA und Europa, wo er unter anderem als Celebrity-Fotograf tätig war. Seine derzeitige Basis ist Budapest. 2015 berichtete er aus Ungarn über die Flüchtlingskrise.

 

Montag, 26.09.2016, 19 h

 

Podiumsdiskussion

Schlechte Nachrichten Tag für Tag. Wie populistisch ist der Bildjournalismus?

in Kooperation mit der Standard

WORLD PRESS PHOTO 16

09.09. - 16.10.2016

LÄNGERE ÖFFNUNGSZEITEN FÜR WORLD PRESS PHOTO 16

TÄGLICH 11-19 h

DONNERSTAGS 11- 21 h

Eintrittspreise

Erwachsene: € 7,00

SeniorInnen und Studierende bis 27 Jahre: € 4,00

Kinder von 6 bis 16 Jahren sowie SchülerInnen, Lehrlinge, Zivildiener,

Menschen mit Handikap: € 2,00

Kinder unter 6 Jahren: frei

Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder): € 14,00

Gruppen ab 10 Personen (Erwachsene): € 5,00 pro Person

InhaberInnen des Kulturpass: frei

 

Fotomuseum WestLicht

Westbahnstraße 40

A-1070 Wien

T +43 (0)1 522 66 36-60

www.westlicht.com

www.westlicht-auction.com

www.ostlicht.at

www.leicashop.com

www.leicastore-wien.at

 

 

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, 10.09.2014 um 11:46
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