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Sport Text: Gerhard Frey

Die Arten des Pferdesports

Informationen über die Vielfalt der Pferdesportarten: Von Rennen über Dressur und Sprungreiten bis hin zu Polo, unter Pferdesport versteht man viel.Was genau Sie sich darunter vorstellen können erfahren Sie in diesem Artikel.

Ein Mann überspringt auf seinem Pferd ein Hindernis
© Badische Zeitung | Sprungreiten

Vom Galopp bis zur Dressur

Zu den offiziellen Pferdesportarten gehören Rennsport (Galopp- und Trabrennen), Reitsport (Springreiten, Dressurreiten, Vielseitigkeitsreiten) und Mannschaftssportarten wie Polo.  

Galopprennen 

Bei dieser Art des Pferdesports legen Vollblutpferde in ihrer schnellsten Gangart festgelegte Distanzen auf einer Rennbahn zurück. Diese Pferderasse ist die schnellste und die am höchsten gezüchtete. Die Reiter, genannt Jockeys, sind klein und von leichter Statur, um die Last des Pferdes beim Rennen möglichst gering zu halten. Die Rennbahnen sind oval mit zwei gegenüberliegenden langen Geraden (Ziel- und Gegengerade) und haben in Mitteleuropa eine Länge von 1 800 bis 2 300 Metern. Der Bodenbelag ist überwiegend Gras, seltener Sand.

Im Galopprennsport werden die Grundformen Flachrennen und Hindernisrennen unterschieden. Während Flachrennen über hindernisfreie Strecken ausgetragen werden, sind solche bei Hindernisrennen auf der Rennbahn fest (bei Jagdrennen) oder beweglich (bei Hürdenrennen) aufgestellt.

Die Renndistanzen von Flachrennen liegen in Mitteleuropa bei 1 000 bis 4 200 Metern, Hindernisrennen werden über eine Strecke bis zu 6 800 Metern durchgeführt. In anderen Ländern können die jeweiligen Distanzen länger oder kürzer sein. Neben der Distanz unterscheiden sich die einzelnen Rennveranstaltungen nach Alter und Geschlecht der Pferde.  

Trabrennen 

Bei dieser Teildisziplin des Pferderennsports ziehen Pferde im Trab einen zweirädrigen Wagen (Sulky) mit einem Fahrer. Die Pferde sind speziell auf diese Gangart gezüchtet. Die Asphaltunterlage der Rennbahn ist mit einer Sandschicht versehen. Die Länge der ovalen Trabrennbahn liegt zwischen 800 und 1 600 Metern. Auch die Streckenlängen der einzelnen Rennen unterscheiden sich. Sie reichen meist von 1 600 bis 2 600 Metern; bei Langstreckenrennen beträgt die Distanz bis zu 4 600 Meter.

Der Start eines Rennens erfolgt entweder als Bänderstart oder hinter einem Startauto, das mit weit ausgebreiteten Drahtflügeln versehen ist. Nach dem Erreichen der Startlinie beschleunigt das Auto, und das Rennen beginnt. Die meisten Rennen werden hinter dem Auto gestartet. Die Pferde müssen über die gesamte Distanz im Trab bleiben, was von einem Begleitwagen aus kontrolliert wird. Verfällt ein Pferd in eine andere Gangart (z. B. Galopp), wird es umgehend disqualifiziert. Rennen werden nach Leistungsgruppen der Pferde durchgeführt, die sich u. a. aus dem Alter und dem Geschlecht der Tiere ergeben.  

Springreiten 

Pferd und Reiter müssen auf einem vorgeschriebenen Kurs (Parcours) mehrere Hindernisse innerhalb einer bestimmten Zeit überwinden. Für Hindernisfehler, Verweigerungen des Pferdes vor dem Hindernis und Zeitüberschreitung werden Fehlerpunkte vergeben. Die Wettbewerbe werden im Freien oder in der Halle ausgetragen, und die Hindernisse werden für jede Konkurrenz zu einem neuen Parcours zusammengestellt.

Die verbreitetsten Hindernisse sind Oxer (Hecke zwischen waagerechten Stangen), Mauer (aufeinandergestapelte Holzkästen), Rick (übereinander angeordnete Stangen), Wall (Hügel mit Hindernissen bei Auf- und Absprung) und Wassergraben (flaches Wasserbecken). Mehrere Hindernisse können auch zu einer Kombination zusammengestellt werden (z. B. zweifache oder dreifache Kombination). Die Abmessungen der Hindernisse entsprechen in Höhe und Breite dem Schwierigkeitsgrad des Wettbewerbs. Die Hindernisse müssen in einer vor Beginn der Konkurrenz festgelegten Reihenfolge bewältigt werden. Neben Einzelkonkurrenzen werden auch Mannschaftsspringen ausgetragen, bei denen eine Gruppe aus vier oder sechs Reitern und Pferden besteht.  

Dressurreiten 

Bei den Wettbewerben im Dressurreiten müssen Pferde und Reiter bestimmte Prüfungen wie Richtungswechsel, verschiedene Gangarten und spezielle Figuren absolvieren. Die Dressurwettbewerbe finden in 20 × 40 bzw. 20 × 60 Meter großen Dressurvierecken statt, deren elastischer Bodenbelag (Sand, Torf oder Rasen) eben sein muss. An bestimmten gekennzeichneten Punkten werden Übungen durchgeführt. Alle vorgeschriebenen Lektionen haben in der vorgegebenen Reihenfolge abzulaufen. Jede fehlerhaft vorgetragene Übung, Abweichungen vom vorgesehenen Programm und Überschreitungen der zur Verfügung stehenden Zeit werden mit Strafpunkten belegt.

Beim Dressurreiten zeigt das Pferd ein großes Repertoire an Pferdegangarten (Trab, Galopp, Schritt) und Spezialübungen wie Piaffe (Trab auf der Stelle), Passage (Trabbewegung mit stark betontem Takt) oder Pirouette (Drehen auf der Stelle). Dafür sind überaus hohe Beweglichkeit und Geschmeidigkeit erforderlich. Bei anspruchsvollen internationalen Wettbewerben werden etwa 30 Lektionen verlangt.  

Vielseitigkeitsreiten - Military 

Setzt sich aus den drei Teilprüfungen Dressurreiten, Geländeritt und Springreiten zusammen. Der Wettbewerb wird an drei aufeinander folgenden Tagen in dieser Reihenfolge absolviert; ein Pferdewechsel ist nicht erlaubt. Während für Dressur und Springen im Rahmen des Vielseitigkeitsreitens ähnliche Regeln wie bei den Spezialwettbewerben gelten, unterliegt die Geländeprüfung einer speziellen Wertung.

Die Prüfung erfolgt in vier Phasen: Wegstrecke I, Rennstrecke, Wegstrecke II und Querfeldeinstrecke. Bei den Wegstrecken werden bestimmte Distanzen (bis 9 000 Meter) in einer bestimmten Zeit zurückgelegt. Die bis 3 500 Meter lange Rennstrecke umfasst fünf bis zehn Hindernisse, die bis 7 500 Meter lange Querfeldeinstrecke bis zu 50 natürliche oder naturähnliche Hindernisse. Die Gangart ist frei wählbar, jedoch werden die Wegstrecken im Trab, die beiden anderen Strecken im Galopp geritten. Von Tierschützern wird diese Form des Pferdesports stark kritisiert, da es nicht selten zu Stürzen kommt, bei denen die Tiere sich so schwere Verletzungen zuziehen, dass sie eingeschläfert werden müssen.  

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