Energiekostenzuschuss im Überblick

Frau schreibt ein Fragezeichen und € unter einen Strom- und Wärmezähler
Unter bestimmten Umständen unterstützt der Staat wie Stadt bei den Energiekosten.

Man befinden sich in einer finanziell schwierigen Situation, hat eine hohe Jahresabrechnung oder es ist ein Energiekosten-Rückstand entstanden? Früher waren dies Gründe für einen "Heizkostenzuschuss". Mit der Energiekrise hat sich das geändert. Wer hat Anspruch auf die Wiener Energieunterstützung Plus, den Wiener Energiebonus '22 oder die Wiener Energiekostenpauschale.

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Heizkostenzuschuss beantragen

Unabhängig vom Teuerungspaket kann in Wien immer ein Heizkostenzuschuss bzw. eine Energieunterstützung beantragt werden. Voraussetzungen für eine Genehmigung sind:

  • Zahlungsprobleme in Zusammenhang mit Energiekosten wie Strom, Gas, Fernwärme oder Heizöl (Jahresabrechnungen)  
  • Zur energiesparenden Nutzung von Heizung und Haushaltsgeräten durch Energieberatung zu Hause (Beratung)
  • Bei Unterstützungsbedarf beim Austausch von kaputten und/oder stromintensiven elektrischen Geräten bzw. bei Neuanschaffungen (Thermen- und Warmwassergeräten, Kühlschränken, Dusch- oder Heizungseinbau etc)

Wer in finanzieller Not oder Geringverdiener ist, hat in Wien also die Möglichkeit einen Heizkostenzuschuss zu beantragen. Beantragt muss ein Beratungsgespräch bei der MA 40 werden, hier wird man von Sozialarbeitern dabei unterstützt, die eventuell bereits eingestellten Energiebezüge wiederherzustellen oder die Abschaltung zu verhindern.

Im Beratungsgespräch wird direkt geklärt, ob die Situation ein Ansuchen auf finanzielle Unterstützung für die Übernahme von Energiekosten-Rückständen im Zuge einer Hilfe in besonderen Lebenslagen ermöglicht. Ein Beratungsgespräch ist dahingehend notwendig und sinnvoll, da so auch geklärt wird, ob veraltete Elektrogeräte, undichte Fenster, alte Boiler oder defekte Gasthermen die Energiekosten unnötig erhöhen.

Anlaufstellen für den Antrag auf Heizkostenzuschuss sind am Ende des Artikels zu finden.

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Energiekostenzuschüsse aufgrund der Teuerung

Aufgrund des von Russland begonnenen Krieges gegen die Ukraine und die damit verbundenen weltpolitischen Auswirkungen sind inflationsbedingt nicht nur die Kosten für den täglichen Einkauf spürbar gestiegen, auch für Strom, Gas und Heizöl lassen sich bisweilen eklatante Preisanstiege beobachten.

Um der Energiekrise gezielt entgegenzuwirken, wurde neben der Unterstützung auf Bundesebene von der Stadt Wien ein Hilfspaket geschnürt, dass aus drei Eckpfeilern besteht:

  1. Wiener Energieunterstützung Plus
  2. Wiener Energiebonus '22
  3. Wiener Energiekostenpauschale

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesen drei Maßnahmen finden Sie folgend.

Wiener Energieunterstützung Plus: Was ist das und wie bekomme ich sie?

Die Wiener Energieunterstützung Plus ist ein vereinfachter Zugang zu diversen Hilfsangeboten in Bezug auf Energiekosten. Konkret kann die Hilfe in Form einer (Teil-)Übernahme von Energierückständen beziehungsweise der Jahresabrechnung durch Direktanweisung an das Energieunternehmen, Energieberatungen oder Austausch elektrischer Geräte erfolgen.

Anspruch haben:

  • Beziehende einer Mindestsicherung
  • Beziehende einer Wohnbeihilfe
  • Beziehende einer AlVG-Leistung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Pensionsvorschuss und Umschulungsgeld) oder einer Ausgleichs- oder Ergänzungszulage
  • Personen mit GIS-Befreiung
  • Personen, die vom Kostendeckel des Erneuerbaren Ausbaugesetzes (EAG §72a) umfasst sind

Um die Hilfsangebote in Anspruch nehmen zu können, muss ein Ansuchen bei der Stadt Wien gestellt werden. Die Umsetzung der unterstützenden Maßnahmen ist für das 4. Quartal 2022 mit Anfang Oktober 2022 vorgesehen.

» Mehr zur Wiener Energiekostenunterstützung

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Wiener Energiebonus '22: Was ist das und wie bekomme ich ihn?

Im Zuge des Hilfsangebots Wiener Energiebonus '22 werden pro Haushalt 200 € direkt aufs Konto überwiesen. Anspruch haben alle in Wien Hauptgemeldeten mit einem Jahresbruttoeinkommen von maximal 40.000 Euro bei Einpersonenhaushalten (was einem Bruttomonatsgehalt von 2.835 Euro inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld entspricht) bzw. 100.000 Euro Gesamtjahresbruttoeinkommen bei Mehrpersonenhaushalten.

Auch in diesem Fall muss für das Hilfsangebot ein Ansuchen gestellt werden. Im Dezember 2022 soll der Wiener Energiebonus '22 zur Auszahlung kommen.

» Mehr zum Wiener Energiebonus '22

Wiener Energiekostenpauschale: Was ist das und wie bekomme ich sie?

Bei der Wiener Energiekostenpauschale handelt es sich um eine einmalige finanzielle Unterstützungsleistung als Soforthilfe über 200 € für:

  • volljährige Personen
  • entsprechend niedriges Einkommen
  • Hauptwohnsitz in Wien
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Die Pauschale wird unabhängig von der Energieform ausgezahlt. Falls Anspruch besteht, muss kein Ansuchen gestellt werden – die Soforthilfe erfolgt automatisch per Banküberweisung oder als Anweisung über die Post.

Was bedeutet entsprechend niedriges Einkommen?

Anspruch haben ab dem Stichmonat April 2022 alle Beziehende der Mindestsicherung, Beziehende einer Ausgleichs- oder Ergänzungszulage, Beziehende einer Arbeitslosenleistung sowie Beziehende der Wohnbeihilfe.

Für Alleinerziehende besteht aufgrund der besonderen Lebensumstände außerdem ein Anspruch auf einen Zuschuss zur Energiekostenpauschale in Höhe von 100 €. Der Zuschuss muss allerdings beantragt werden, wenn eine Leistung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes oder eine Ausgleichs- bzw. Ergänzungszulage aus der Pensionsversicherung bezogen wird.

» Mehr zur Wiener Energiekostenpauschale

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Weitere Unterstützung zur Kostenbewältigung für die Wiener Bevölkerung

Ratenzahlung von bis zu 18 Monaten bei Wien Energie möglich

Wien Energie bietet Ratenzahlungen für Fernwärme, Strom und Gas freiwillig für alle Kundinnen und Kunden an, um mögliche Rückstände langfristig bezahlbar zu machen.

Vorübergehende Aussetzung von Abschaltungen durch Wien Energie

Wien Energie verpflichtet sich freiwillig im kommenden Winter (Dezember 2022 bis Ende Februar 2023) bezüglich Strom, Gas und Wärme keine Abschaltungen durchzuführen.

Verzicht der Stadt Wien auf Dividenden

Die Stadt Wien verzichtet als Alleineigentümerin in den Jahren 2022 und 2023 vollends auf Dividendenzahlungen der Wiener Stadtwerke an den Stadthaushalt. Stattdessen soll jeder erwirtschaftete Euro für Investitionen in die Energiewende und eine dauerhaft stabile Preisentwicklung verwendet werden.

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Persönliche Beratung zum Thema Energiekosten

Die Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) der Stadt Wien bietet rund um das Thema Energiekosten eine kostenlose Beratung an. In einem Beratungsgespräch lassen sich so beispielsweise Fragen in Bezug auf einen bereits entstandenen Energiekostenrückstand oder auch über einen möglichen Anspruch auf finanzielle Unterstützung klären.

Zusätzlich erhalten Sie praktische Tipps zum Energiesparen bei Strom, Heizung und Warmwasser langfristig gesenkt werden kann. Auch für die Umsetzung und Finanzierung von energiekostensenkenden Maßnahmen wird Unterstützung angeboten.

Das Servicetelefon der Stadt Wien steht Ihnen unter +43 1 4000 8040 an Werktagen von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung.

Standorte der Sozialzentren nach Wohnbezirk

Wohnbezirke 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 20: Sozialzentrum Walcherstraße

Wohnbezirke 10, 12 und 23: Sozialzentrum Lemböckgasse

Wohnbezirke 13, 14, 15, 16, 17, 18 und 19: Sozialzentrum Linke Wienzeile

Wohnbezirke 11, 21 und 22: Sozialzentrum Beatrix-Kempf-Gasse

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