1. Stadt Wien
  2. Wien
Mehr Wien
Artikel teilen
Kommentieren
News Text: Maria Mayrhofer

Sozialwohnungen an Touristen vermietet: Anzeige gegen Tojner

Im Falle der Vermietung von gemeinnützigen Wohnungen an Touristen schaltet der Clubchef der Grünen, David Ellensohn, die Staatsanwaltschaft wegen gewerbsmäßigem Betrug und missbräuchlicher Verwendung von Sozialwohnungen ein.

Ellesohn und Tojner
© Christian Michelides/immoflash screenshot | Anzeige wegen Vermietung von Sozialwohnungen

Vermietung von gemeinnützigen Wohnungen

Klubobmann der Grünen, David Ellensohn zeigt Immobilienentwickler Michael Tojner wegen der Vermietung von Sozialwohnungen an. Die Wohntürme in Wieden (Ecke Belvederegasse/Mommsengasse) und Linz sollen als Feriendomizil dienen. Die Wohnungen wurden zur Kurzmiete auf dem Online-Portal www.etagerie.com angeboten. Betrieben wird die Internetseite von Urbanauts Hospitality GmbH, an der die Grätzl Betriebs GmbH mit Geschäftsführer Clemens Kopetzky und Wertinvest, Immobilienunternehmen des Heumarkt-Investors Michael Tojner beteiligt sind. Neben Tojner werden auch Theresia Kohlmayr und Ines Auerbacher von der Urbanauts Hospitality GmbH von Ellensohn wegen gewerbsmäßigem Betrug und missbräuchlicher Verwendung von Sozialwohnungen angezeigt.

Sozialbauwohnungen aus den 50ern

Für eine gemeinnützige eingerichtete Wohnung gilt laut Gesetz, dass sie immer gemeinnützig bleibt, unabhängig davon wem sie gehört oder wer einzieht. 

Da die  betroffenen Wohnungen im 4. Bezirk dem Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) des Bundes unterliegen, darf der Vermieter höchstens 3,86 Euro an Miete/Quadratmeter zzgl. Betriebskosten (rund 2,20 Euro/m2) verrechnen. Die Preise für die Wohnungen liegen in diesem Fall jedoch durchschnittlich über dem zehnfachen erlaubten Mietpreis.

Im Fall der Wohnungen in Linz (Untere Donaulände 62-63, Ludlgasse 1-5 und Honauergasse 3) ist die veranschlagte Miete ebenfalls zu hoch. Dem ORF zu Folge darf die Miete für eine 45 Quadratmeter-Wohnung höchstens 300 Euro/Monat betragen, die Wohnungen werden jedoch für 450 Euro/Woche angeboten. 

"Die Geschäftemacherei mit gemeinnützigen Wohnungen in der Belvederegasse im 4. Bezirk oder wie in Linz bei der Donaulände muss gestoppt werden", sagt Ellensohn. "Leistbare Wohnungen müssen leistbare Wohnungen bleiben. Diese Geschäftemacherei gefährdet den gesamten gemeinnützigen Wohnbau in Österreich. Damit wären tausende Wohnungen betroffen."

Die FPÖ teilt die Meinung der Grünen. Der oberösterreichische Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner sagt: "Das ist nicht Sinn und Zweck der Wohnbauförderung. Das Geld der Förderung soll für leistbares Wohnen verwendet werden."

Hotelbetreiberin Kohlmayr zeigt sich uneinsichtig

Die Geschäftsführerin der Urbanauts Hospitality Group, Theresia Kohlmayr, wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Die Urbanauts Hospitality Group (UHG) hat einen Pachtvertrag mit dem Eigentümer des Gebäudes im vierten Bezirk, wo derzeit 20 Wohnungen unter dem Label etagerie für touristische Zwecke bzw. Kurzzeitwohnen vertrieben werden. Die UHG erfüllt alle Auflagen eines professionellen Hotelanbieters wie z.B. die Bezahlung von Steuern etc. Sie verfügt über alle notwendigen Konzessionen und gewerberechtlichen Grundlagen“

 Weiterführende Links im Netz:

Urbanauts Hospitality GmbH: www.urbanauts-hospitality.com

Gemeindebau Wien: www.wikipedia.org/wiki/Gemeindebau

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Ein guter Tipp dabei? Teile es mit deinen Freunden.

Kommentar hinzufügen

Datenschutz *
Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung nehmen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis. Wir versichern Ihnen, dass Ihre Daten ausschließlich zweckgebunden zur internen Bearbeitung (Posting-Kommentar) verwendet werden.

Bitte trage in das folgende Feld "Ja" ein, wenn Du damit einverstanden bist, dass die von dir angegebenen Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden.

weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Wien