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News Text: Alexander Barnsteiner

Umweltschützer fordern strengeren Umgang mit Pestiziden

Österreichs führende Klimaschutzorganisation Global 2000 startete im Mai ihre neue Initiative Nationalpark Garten. Dabei geht es darum Oasen für Insekten und Bestäuber zu schaffen, frei von Pestiziden und anderen Schädlings-bekämpfungsmitteln. Vor allem in urbanen Räumen wie Wien, wo die Tier- und Insektenwelt auf versiegelten Boden und wenig freie Natur trifft, sind Klein- und Hausgärten überlebensnotwendige Freiflächen.

Traktor der Pestizide auf einem Feld versprüht
© pixabay.com | Pestizide im Test

Artenschwund der Insekten ist ein Problem

Das Problem, dem Mensch und Natur derzeit gegenüberstehen, ist der anhaltende Artenschwund. Weltweit ist ein Rückgang der Insekten und der Diversität zu beobachten und der Weltbiodiversitätsrat IPBES geht davon aus, dass jeweils eine aus acht Arten in den nächsten Jahrzehnten für immer verschwinden könnte. Dabei spielen Insekten und Bestäuber im Kreislauf unserer Erde eine zentrale Rolle und sind maßgeblich für die Vermehrung und Fortbestand von Pflanzenarten verantwortlich.

Auch Waltraud Novak von Global 2000 sieht Grund zur Sorge: "Sie reagieren besonders sensibel auf Umweltgifte. Flächenverbauung, intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und Pestizideinsatz vor dem Hintergrund einer globalen Klimakrise führen zu einem traurigen Massensterben“. Daher soll das Projekt Nationalpark Garten politisch sowie praktisch dem Rückgang der Arten entgegenwirken.

Pestizide und Bauhäuser im Test

Bauhaus, Bellaflora, Dehner, Hagebaumakrt, Hornbach, Lagerhaus, Obi, Praskac und Starkl. In Filialen dieser Ketten hat Global 2000 Testeinkäufe durchgeführt, um mit dem Umgang mit Pestiziden im Alltag, auf Zahnfühlung zu gehen. Grund dafür gibt es allemal, denn jährlich werden etwa 700 Tonnen Pestizide allein in den Gärten der Österreicher versprüht. Das ist bedenklich, denn das bisher am besten erforschte Spritzmittel Glyphosat ist bereits bekannt dafür, verheerenden Wirkungen für Menschen, Tier und Umwelt zu haben. Nebenwirkungen anderer Pestizide sind derzeit unter Umständen nicht einmal ausreichend erforscht.

» Weitere spannende Themen rund um den Garten

Im Überblick kam Global 2000 auf folgende Ergebnisse. Bei 62% Prozent wurde nicht auf die Risiken für die Umwelt hingewiesen. Selbst dann nicht, wenn von den Testpersonen nachgefragt wurde. In 50% wurde nicht auf die vorgeschriebenen Wartefristen zwischen dem Spritzen und dem Verzehr von Obst und Gemüse hingewiesen. Auch wurden in 50% der Fälle nicht oder nicht ausreichend auf die Gefahr für Leib und Seele aufmerksam gemacht und in allen Betrieben bis auf Bellaflora werden nach wie vor Biozide vertrieben, welche Wirkstoffe enthalten, die für den privaten Gebrauch bereits verboten worden sind. Sogar Wirkstoffe, welche seit einiger Zeit in der konventionellen Landwirtschaft, beispielsweise Neonicotinoid Imidacloprid oder Fipronil, verboten sind, sind nach wie vor von Produkten als Zutat angegeben.

In 31% aller Fälle wurden umweltschonende Mittel empfohlen und positiv zu Bewerten ist die Tatsache, dass nur bei vier Prozent ausschließlich chemisch-synthetische Mittel angeboten wurden. Auch glyphosathaltige Mittel werden nunmehr in im Lagerhaus und Praskac angeboten. Positiv ist ebenfalls, dass es bereits in allen Märkten auch umweltschonende Alternativen in der Auswahl gibt.
Das Endergebnis

In 15% aller Testeinkäufe bewertete Global 2000 den Markt als negativ, da umweltgiftige Mittel zum freien Verkauf zu finden waren und die Beratung nicht ausreichte, um diesen zu rechtfertigen. In 73% war die Beratung zwar mangelhaft, aber es wurden zumindest die wichtigsten Informationen weitergegeben. Bei mageren 12% wurden Beratung wie Sortiment als positiv bewertet. Den ausführlichen Bericht gibt es hier.

» Der Test im Detail

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