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Soziale Brennpunkte: Neue Strategie zur Konfliktvermeidung

Die Hauptstadt implementiert eine neue Strategie, um die Nutzung von Verkehrsknotenpunkten durch verschiedene Interessensparteien so konfliktarm wie möglich zu gestalten.

Praterstern in Wien
© tupungato - 123rf.com | Die erste Evaluation findet am Praterstern statt.

Neues Konzept für Verkehrsknotenpunkte

Bei Verkehrsknotenpunkten handelt es sich um stark frequentierte öffentliche Plätze, an denen sich mindestens zwei Linien des ÖPNV kreuzen. Soziale und medizinische Angebote sollen sicherstellen, dass die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen dabei im Gleichgewicht bleiben.

Vor kurzem stellten Bürgermeister Michael Ludwig zusammen mit der Öffi-Stadträtin Ulli Sima und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker ein neues Programm für den Raum um den Praterstern vor. Das Konzept soll in abgewandelter Form auch für andere Verkehrsknotenpunkte angewandt werden. Dabei arbeiten die Sucht- und Drogenkoordination der Stadt Wien, Suchthilfe Wien, Magistratsdirektion – Organisation und Sicherheit, die Wiener Linien, der FSW, die ÖBB und die LPD Wien zusammen.

In einem ersten Schritt werden die Verkehrspunkte analysiert. Dabei ist die Größe der Fläche, die Diversität der Nutzung, die Besucherfrequenz und die Beschwerdelage ausschlaggebend. Über diese vier Kriterien wird ein Punktesystem erstellt und eine Lösungsstrategie erarbeitet. Ist ein Platz beispielsweise sehr bedrängt, steigert sich dadurch das Konfliktpotenzial. Treffen viele unterschiedliche Interessensgruppen auf einem Platz aufeinander, wird von einer hohen Diversität gesprochen.

40 Standorte werden auf Konflikt-Potential geprüft

Die Lösungsstrategie wird von den oben genannten Organisationen im Anschluss auf Grundlage der Bewertung ausgearbeitet und von allen als gemeinsames Ziel getragen. „So ist es beispielsweise jetzt schon gelungen, dass am Franz-Jonas-Platz die bekannt gewordenen Gewaltdelikte in den letzten sechs Monaten um rund 60 Prozent zurückgegangen sind. Wir werden hier aber mit verstärkter Sozialarbeit weiterhin die Lage beobachten und beurteilen. Dazu wird das Personal – auch an anderen Standorten – um rund ein Drittel aufgestockt“, so Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien.

Die Plätze werden alle einzeln bewertet. Dementsprechend ändern sich auch die Strategien und Lösungsansätze im Strategiekonzept. Die Verkehrsknotenpunkte stehen dabei unter permanenter Beobachtung und werden alle drei bis sechs Monate neu bewertet. Das Konzept enthält aber auch Punkte, die überall zu implementieren sind. Dazu gehören genügend Sitzmöglichkeiten, Mistkübel, regelmäßige Reinigung, ein stadtweit ausreichendes Schlafangebot für Obdachlose, Tageszentren, medizinische Betreuung und Sozialarbeit. An der Gumpendorfer Straße, der Josephstädter Straße und dem Franz-Jonas-Platz wird die neue Strategie bereits angewandt.

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