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News Text: Katharina Widholm

Lagezuschlag erschwert: Macht OGH Mieten günstiger?

Wann sind Lagezuschläge bei Mieten in Wien zulässig? Gemäß eines Urteils des OGHs soll es Vermietern künftig erschwert werden, Lagezuschläge zu verlangen. Die Wiener Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal hofft nun, dass diese Regelung zu vergünstigten Mieten führen wird.

Wohnhaus, Gründerbau, Wien, Fassade
© Pixaby | Besonders Mieter in Altbauten könnten vom Urteil des OGH profitieren.

Für Mieter gibt es Grund zur Freude. Ein Urteil des obersten Gerichtshofs hat nun zur Folge, dass es für Vermieter künftig schwerer wird, bei den Mieten Lagezuschläge zu verlangen. Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal zeigt sich angesichts dieser Entwicklung optimistisch, dass dies künftig eine Reduktion der Mieten begünstigen könne.

Wann darf Lagezuschlag verrechnet werden?

Ausschlaggebend für dieses Urteil war eine Feststellung des OGHs im Jänner 2018. Diese folgte einem Streit zwischen einem Mieter und Vermieter, in dem sich ersterer gegen einen Lagezuschlag wehrte. Der OGH unterzog diesen Fall einer Prüfung und gelangte zum Schluss, dass ein Lagezuschlag nur verlangt werden darf, wenn mehrere Faktoren erfüllt werden wie etwa:

  1. gute Öffi-Anbindung
  2. unmittelbare Nähe zu Grünanlagen
  3. Nahversorgung
  4. Nähe zu Bildungseinrichtungen
  5. ärztliche Versorgung inkl. Apotheken
  6. Grundkostenanteil

Außerdem wurde festgelegt, dass künftig das jeweilige Wohngebiet nur mehr mit ähnlichen Gebieten verglichen werden darf, und nicht mehr mit dem ganzen Stadtgebiet. Zudem muss der Umstand berücksichtigt werden, dass für einige Wohngebiete gewisse Faktoren wie eine gute Öffi-Abindung normal sind, für andere wiederum nicht. 

Bezirke ohne Lagezuschlag

In den äußeren Wohngebieten der westlichen Bezirken, sowie rund um den Gürtel dürfen künftig keine Lagezuschläge mehr verlangt werden:

Auch vor dem Urteil gab es bereits Teile in Wien, in denen keine Lagezuschläge verlangt wurden. Hier handelt es sich um weite Teile von Favoriten und Simmering, Donaustadt und Floridsdorf, sowie die südlich gelegenen Bezirke Wiens. 

Die MA 25 hat Wien dabei in ingesamt 1.364 Zählgebiete eingeteilt. Dabei wurde erhoben, dass vor dem Urteil in 42 % der Zählgebiete keine Lagezuschläge verlangt wurden. Künftig werden es sogar 67 % sein. Möchte man sich erkundigen, ob man selbst von der neuen Regelung profitieren kann, erhält man Auskunft über eine Karte die online einsehbar ist und in der alle Zählgebiete verzeichnet sind. 

Wer kann mit günstigeren Mieten rechnen?

Nun hofft man, dass diese neue Regelung auf eine - durchaus spürbare Reduktion der Mieten hinauslaufen wird. So zieht etwa Arthur Mannsbarth von der MA25 ein Rechenbeispiel heran, die deutlich macht, wieviel man künftig sparen könne: Wenn man von einem durchschnittlichen Lagezuschlag von 2,18 Euro pro Quadratmeter ausgeht, so kann man bei einer 80 qm² Wohnung damit rechnen, künftig 180 Euro weniger Miete zahlen zu müssen. 

Man geht von etwa 120.000 Mieter aus, die vom Urteil des OGHs profitieren könnten. Betroffen sind insbesondere Altbauten, also jene Gebäude, die vor 1945 errichtet wurden und Mieter, die sich in Mietverhältnissen befinden, die nach 1993 zustande kamen.

Karte für Lagezuschlag

Lagezuschlagsrechner

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