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Vermeintliche Moschee in Simmering?

In der Grillgasse, Wien-Simmering, steht eine illegale Moschee. So zumindest skandiert die Gratis-Zeitschrift „Heute“ am 22. Juli. In einer „abbruchreifen Fabrik“ sollen sich Schiiten einer pakistanischen Gruppierung regelmäßig zum Gebet zusammenfinden.

Moschee vor blauem Himmel
© Pixabay | Moschee in Simmering?

Weshalb ein Gebetshaus an dieser Stelle illegal wäre

Erst der „Heute“ Artikel hat die Baupolizei auf das vermeintliche Gebetshaus aufmerksam gemacht. Falls sich in jenen Hallen denn tatsächlich ein Gebetshaus befinden würde, so wäre dessen Illegalität in erster Linie in der Natur der Gewerbefläche begründet. Eine Widmung als solche ließe das Betreiben eines Gebetshauses auf ebendiesen Grundstücken nicht zu. In einer Recherche des „Kuriers“ stellte sich heraus, dass das Gelände einer Firma für Industrieimmobilien gehöre.

Des Weiteren ist ein Betreiber für diese Adresse nicht bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft gemeldet. Diese ist dafür verantwortlich, dass beim Gottesdienst ein gewisser Qualitätsstandard gewahrt wird und räumliche Gegebenheiten erfüllt sind. Ob es sich bei dem Raum um eine echte Moschee handelt, ist schon aus diesen Gründen heraus fraglich, da die Räumlichkeiten mindestens 40 Personen fassen muss, ein regelmäßiges Freitagsgebet anbieten muss und die Einrichtung einen hauptamtlichen Imam benötigt.

Auf die Frage hin, ob es denn tatsächlich eine Nähe zu der in Wien-Floridsdorf aufgeflogenen illegalen Moschee eine Nähe gebe, berichtet der Kurier, dass dies aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Fall ist. Zum einen sind die Räumlichkeiten in der Grillgasse nicht groß genug, zum anderen handele es sich hierbei um eine pakistanische, nicht um eine iranische Gruppe. Wie diese Informationen allerdings zustande kommen, ist etwas schleierhaft, denn es darf hinterfragt werden, ob es sich dabei tatsächlich um ein Gebetshaus handelt.

Beweislage dürftig

Sollte sich aber in dem Areal eine verstecke Moschee befinden, so wäre eine Geldstrafe durchaus möglich. Wen die allerdings treffe, hängt davon ab, wie der Mietvertrag im Wortlaut ausgelegt ist. Sollte eine Eindeutige Widmung im Vertrag vorgeschrieben sein, so ist die Mietsperson für dessen Einhaltung zuständig. Ist dies nicht der Fall, so müsste in diesem Fall die vermietende Firma eine Strafe zahlen, denn diese wäre für die Einhaltung der Flächenwidmung verantwortlich.

Allerdings gibt es derlei keine Anzeichen für einen illegalen Betrieb einer Moschee, so die Baupolizei. „Wir haben nichts feststellen können. Der Verdacht hat sich nicht erhärtet“, so der Leiter der Baupolizei Gerhard Cech gegenüber der APA. Nach einem Besuch am Mittwoch, den 25. Juli, könne die Baupolizei alle bisher angestellten Vermutungen dementieren. Das Gebäude werde allerdings von der Baupolizei im Blick behalten. Kritik am Resümee der Baupolizei kommt von Karl Maher, Sicherheitssprecher der neuen Volkspartei. Dieser sieht eine rein baupolizeiliche Vorgehensweise als mangelhaft und appelliert für ein „vernetztes“ agieren der Stadt Wien.

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