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News Text: Katharina Widholm

Exit Tomas Zierhofer-Kin: Vertrag von Festwochen-Chef nach erst zwei Jahren aufgelöst

Zu diskurs- und performancelastig. Das sind die Vorwürfe, mit denen der Noch-Chef der Wiener Festwochen, Tomas Zierhofer-Kin konfrontiert ist. Da die Resonanz auf die beiden Jahre seines Wirkens eher ernüchternd sind, entschloss sich Zierhofer-Kin von seiner Funktion zurückzutreten.

Tomas Zierhofer-Kin, Der Nino aus Wien, Mira Lu Kovacs, Ernst Molden und Martin Traxl
© Manfred Werner | Tritt als Chef der Wiener Festwochen ab: Tomas Zierhofer-Kien (ganz links)

Der Vertrag von Thomas Zierhofer-Kin hätte ihn bis 2021 als Chef der Wiener Festwochen verpflichtet. Nun kündigt dieser jedoch seinen Rücktritt an. Der Grund: fehlende Resonanz.

Auflösung des Vertrags erfolgt einvernehmlich 

Der Entschluss wurde im Zuge eines Gesprächs zwischen Zierhofer-Kin, der neuen Kulturstadträtin Kaup-Hasler, sowie Festwochen-Geschäftsführer Wolfgang Wais und Aufsichtsratsvorsitzenden Rudolf Scholten im Einvernehmen getätigt. Einer der Gründe ist, dass sich Zierhofer-Kin den Künstlern sowie den Besuchern gegenüber verantwortlich sieht. Der Noch-Chef der Wiener Festwochen hatte seine Funktion angetreten, um eine Neukonzeption und -ausrichtung der Wiener Festwochen vorzunehmen, ist mit dem Ergebnis seines Unterfangens jedoch offensichtlich nicht zufrieden. Veronica Kaup-Hasler meint angesichts dieser Entscheidung: „Wir teilen das Interesse an einer Kunst, die nicht nur reproduzierend ist, sondern auch in neue Terrains vordringt. Ich weiß, was eine derartige Neuorientierung, die Zierhofer-Kin vorgenommen hat, auf allen Ebenen bedeutet.“

Zierhofer-Kin mit Kritik konfontiert

Die Wiener Festwochen gehören mit einem Gesamtbudget von 12,5 Millionen zu den aufwendigsten Theaterfestivals Europas. Schon seit dem Vorjahr sieht sich Zierhofer-Kin mit Kritik konfrontiert. Zu performancelastig und diskursorientiert seien die Festspiele unter der Leitung von Zierhofer-Kin geworden, so lauteten die Vorwürfe. 

Zierhofer-Kins Reaktion fällt teilweise verständnisvoll und teilweise defensiv aus. So meint er, dass der Wunsch, eine neue Zielgruppe mit einem Richtungswechsel der Wiener Festwochen zu erschließen von der Stadt Wien ausgegangen sein. Andererseits sagt er selbst, dass man bei der Durchsicht des Festwochen-Programms den Eindruck bekommen würde, dass man es mit einem postkolionalen Diskursfestival zu tun hätte. So wollte er seinen Kritikern beim diesjährigen Festival entgegenkommen, indem er mit einem neuen Kuratorenteam ins Rennen ging.

Publikumserfolge blieben aus

Ein weiter Grund für den Rücktritt ist, dass die großen Publikumserfolge ausblieben, so vermerkt Zierhofer-Kin: „Ich habe diesen Vorschlag der Kulturstadträtin unterbreitet, da ich trotz vieler künstlerischer Erfolge und der gelungenen Bemühungen, ein für die Festwochen neues Publikum zu gewinnen, auf keine breitere Resonanz gestoßen bin.“

So wurde etwa bekrittelt, dass es zu wenige bedeutende Eigenproduktionen gibt. Auch der Besucherandrang blieb hinter den Erwartungen zurück: näheres werden die genauen Statistiken zeigen, die bald veröffentlicht werden.

Bis vor kurzem hatte sich Zierhofer-Kin noch zuversichtlich gezeigt, dass ein Konzept Zeit brauchen würde, um sich zu entwickeln. Trotzdem steht nun der Entschluss, das Kapitel als Festwochen-Chef abzuschließen.

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