1. Stadt Wien
  2. Wien
Mehr Wien
Artikel teilen
Kommentieren

Großbaustelle Naschmarkt: Baubeginn an der Linken Wienzeile

Am Donnerstag, dem 20. Juni 2019, begann die Stadt Wien - Straßenverwaltung und Straßenbau mit Bauarbeiten in der Linken Wienzeile von Fabriksbrücke bis Hollergasse im 15. Bezirk. Auf Baudauer wird ein Fahrstreifen für den motorisierten Individualverkehr freigehalten.

Digitalmodell der sanierten Fahrbahn, rechts der zweispurige Radweg
© Zoom Visual Project GmBH | Digitalmodell der sanierten Fahrbahn, rechts der zweispurige Radweg

Sonntagnacht hat die heiße Phase im groß angelegten Umbau begonnen. Während die Verkehrsabteilung (MA 46) kein weiteres aufschieben der Baustelle mehr vertreten kann, nutzten vor allem FPÖ und ÖVP die Gunst der Stunde, um gegen rot-grüne Stadtpolitik zu protestieren und das Thema für den Wahlkampf auszuschlachten. Die befürchteten 7,4 km Stau sind aber bislang ausgeblieben, was nicht zuletzt an einer engen Zusammenarbeit mit der Polizei und im Vorfeld organisierten Verkehrsmaßnahmen liegt.

Lang prophezeites Chaos bleibt bislang aus

Sie hat begonnen, die erste von vier Phasen des Umbaus der Linken Wienzeile. Viel wurde  in den Tagen und Monaten vor dem Umbau gewettert, der ÖAMTC warnte vor stundenlangen Staus, OE24 rechnete einem einen Schaden von 3,5 Millionen Euro durch Stau allein vor, Vizebürgermeister Nepp aus der FPÖ verfluchte die rot-grünen Autohasser und die ÖVP verteilte Flyer in der Stadt mit der Aufschrift „Rot-grüne Verkehrspolitik bedeutet Chaos und Stillstand in der Stadt!“

Nun, nachdem der erste Tag der Umbauarbeiten erfolgreich überstanden wurde, sind die Stimmen wesentlich gelassener. „Im Abendverkehr mussten die Autofahrerinnen und Autofahrer mit rund 15 Minuten Zeitverlust rechnen“, hieß es von der Verkehrsstation Radio Wiens. "Keine große Tragik", verlautbarte es schließlich auch von einer ÖAMTC-Sprecherin am Montag. Alles in allem ist der Baubeginn wesentlich glimpflicher vonstattengegangen als erwartet.

Das Ausbleiben des Verkehrschaos ist in großen Teilen der Zusammenarbeit mit der Polizei verdanken. Diese hat an neuralgischen Kreuzungen Polizisten postiert, um Verstellungen zu vermeiden. Assistenz leistet auch ein Hubschrauber, welche aus der Luft die Verkehrssituation um die Baustelle herum im Auge behält. Des Weiteren wurden auch Verkehrsmaßnahmen im Umfeld gesetzt, während der Bauphase kommt man deshalb von der Eschenbachgasse aus direkt auf die Gumpendorfer Straße. Von dort aus gelangen die Fahrer vom Zentrum direkt zum Gürtel.

Der Sperrbereich ist allerdings noch nicht auf seine volle Größe gewachsen. Die MA 28 für Straßenbau erklärte, dass der Sperrbereich ab kommenden Montag noch auf seine volle Länge bis zur Köstlergasse ausgeweitet wird. Diese Sperrung wird bis Mitte Oktober in vollem Umfang effektiv sein, danach wird die Straße schrittweise wieder zweispurig befahrbar gemacht.

Alte Schienen und Pflastersteine

Nun, nachdem die U4 wieder zwischen Karlsplatz und Längenfeldgasse fährt, beginnen die Arbeiten an der Linken Wienzeile. Die Sanierung der U4 wollte man abwarten, heißt es von Seiten die Stadt. Die ARBÖ kritisiert, dass beide Projekte seit Jahren bekannt seien und die Umsetzung im Sinne der Verkehrsteilnehmer besser hätte abgestimmt werden müssen. Die MA 46 sah jedoch keine Möglichkeit, bis zum nächsten Sommer zu warten, so Markus Raab, Leiter der Verkehrsabteilung. „Weil ich diese Fahrbahn wirklich sanieren muss. Ich kann nicht mehr darauf warten bis jetzt Schlaglöcher oder Betonfelder drei Zentimeter in die Höhe stehen und wir Achsbrüche bei den Autos haben, daher muss die Baustelle jetzt sein“, eröffnet er Wien Heute.

Es wird durch Raabs Aussage deutlich, dass es nicht nur um einen Radweg geht, wie es abwertend in anderen Medien hieß. Tatsächlich liegen unter der jetzigen Oberfläche noch historische Pflastersteine und die alten Straßenbahngleise der Linie 61, die in den 60er Jahren hier verkehrte. Diese sorgen nach und nach dafür, dass die Fahrbahn erodiert und letzten Endes eine Gefahr für die darauf fahrenden Verkehrsteilnehmer darstellt. Daher wird der gesamte Abschnitt Friedrichstraße und Linke Wienzeile zwischen Getreidemarkt und Köstlergasse saniert. Bei den Umbaumaßnahmen wird dann auch gleichzeitig der katastrophale Radweg saniert und zwischen Wienfluss und Karlsplatz geschlossen. Bis jetzt gab es hier keine gescheite Wegführung und Radfahrer endeten oft im nichts oder mitten im Naschmarkt. Dem rund einen Meter breiten Sicherheitsstrafen und dem zweispurigen Radweg weichen rund 70 Stellplätze für Autos, die zweispurige Fahrbahn bleibt aber erhalten.

Anrainerparkplätze nun in Parkhäusern

Die Parksituation soll durch stark verbilligtes Kurzparken rund um den Naschmarkt wieder ausgeglichen werden. In den ersten zwei Jahren ist das Parken für Kunden des Naschmarkts sogar gratis. Ebenfalls wird es für die umliegenden Bewohner 95 vergünstigte Dauerparkplätze in den umliegenden Parkhäusern geben, die hundert Euro kosten sollen. Die Aktionsdauer beläuft sich auf ein Jahr, wie danach weiter verfahren wird, ist nicht bekannt.

Insgesamt lässt sich die Stadt das Bauprojekt knapp 5 mio. Euro kosten, um die Sanierung der Linken Wienzeile, die Neuverlegung und Modernisierung der Oberflächenentwässerung, die Pflasterung des Gehbereichs vor dem Theater an der Wien und die Errichtung des Zwei-Richtungs-Radwegs zu finanzieren.

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Ein guter Tipp dabei? Teile es mit deinen Freunden.

Kommentar hinzufügen

Datenschutz *
Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung nehmen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis. Wir versichern Ihnen, dass Ihre Daten ausschließlich zweckgebunden zur internen Bearbeitung (Posting-Kommentar) verwendet werden.

Bitte trage in das folgende Feld "Ja" ein, wenn Du damit einverstanden bist, dass die von dir angegebenen Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden.

weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Wien