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ÖGB warnt vor steigender Altersarbeitslosigkeit

Die leitende Sekretärin des ÖGB Ingrid Reischl warnt vor der zunehmenden Zahl Arbeitsloser über 50. Diese machen derzeit rund ein Drittel aller Arbeitslosen aus und es fehlt in Österreich an sinnvollen Maßnahmen zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt. ÖGB und SPÖ plädieren daher für eine Wiederaufnahme der Aktion 20.000, die heuer im Juni auslief.

Mann über 45 sucht beim AMS um Rat
© AMS / Fotostudio B&G | So stellt sich das AMS die Wiedereingliederung in die Arbeitswelt vor.

Steigende Zahlen

Generell sinkt die Arbeitslosigkeit in Österreich zwar, jedoch steigen die Zahlen unter jenen Gruppen, die sich im Allgemeinen schwerer tun, einen Arbeitsplatz zu finden. Insbesondere unter den älteren Personen, bei Personen mit Behinderungen und bei Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen über 50 beträgt derzeit 94.163 und ist somit um 1,6% im Vergleich zum letzten Monat gestiegen.


Mit Grund für die steigende Zahl ist das Auslaufen der Aktion 20.000, welche SPÖ und ÖGB gerne wieder implementiert sehen möchten. Von Seiten der SPÖ wurde bereits ein entsprechender Antrag im Nationalrat eingebracht. „Das mindeste, das der Nationalrat aktuell machen muss, ist, diesen in der nächsten Sitzung zu beschließen“, so der SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch in einer Presseaussendung der SPÖ vom 1. August. Dieser hatte zusammen mit Stimmen von der FPÖ und JETZT eine Fristsetzung durchgebracht, die dem Parlament eine Deadline im September vorschreibt.

Aktion 20.000

Mit zunehmendem Alter ist vor allem der Wiedereinstieg in die Arbeitswelt mit zunehmenden Hürden verbunden. Viele gehen dann von der Arbeitslosigkeit direkt in die Pension. „Solange also das tatsächliche Pensionsalter das gesetzliche nicht erreicht, brauchen wir über eine Erhöhung des Regelpensionsalters gar nicht nachzudenken“, so Reischl. Sie fordert im Namen des ÖGB bessere Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen, sowie ein Bonus-Malus-System für Arbeitgeber*Innen, sollten diese eine Bestimmte Altersquote nicht erfüllen.


Ein Schritt in die richtige Richtung war dabei die Aktion 20.000. Diese sah vor, 20.000 Arbeitsplätze zu generieren, welche nur durch staatliche Beihilfen realisierbar sind. Damit soll ausgeschlossen werden, dass bereits existierende Arbeitsplätze durch die Aktion ersetzt werden. Dabei übernimmt der Bund die Lohn- und Lohnnebenkosten, im Einzelfall sogar bis zu 100%, für maximal zwei Jahre. Die kosten sind dabei marginal höher als jene, die im Falle einer Langzeitarbeitslosigkeit plus Notstandshilfe anfallen würden.

Unter Türkis-Blau abgeschafft

Die Idee der Aktion 20.000 ist jedoch noch umfassender, denn es geht nicht nur darum, Personen über 50 mit Arbeit zu versorgen, sondern durch die Aktion können auch Arbeitsplätze, die sonst ins Ausland abwandern würden, hierbehalten werden. Die Aktion stärkt die lokale Infrastruktur und stärkt den Dienstleistungssektor in den ländlichen Gebieten. Zudem geht es auch darum, Siedlungsabfälle wiederzuverwerten und in Reparaturen und Wiederverwertung zu investieren.


Im Dezember 2017 beschloss die letzte Regierung jedoch, dass das Programm auslaufen soll. Eine Evaluierung der Ergebnisse wurde damals zwar versprochen, ist aber nie umgesetzt worden. Dabei waren im Jänner 2018 immerhin noch um die 5.000 Personen über die Maßnahme angestellt. Jetzt liegt es vor allem an den Gewerkschaften, für die Wiedereinsetzung der Aktion 20.000 zu lobbyieren und an der jetzigen Regierung, eine Evaluierung zu ermöglichen.

 

 

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