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Interieur & Design Text: Indira Holzer

Matratze kaufen: Hier informieren, dann liegen Sie auch richtig

Sie ist dabei, wenn wir die ersten Sonnenstrahlen erblicken. Sie trägt uns durch das halbe Leben. Sie unterstützt unser Sexleben, wo sie nur kann. Der Mensch sollte sie wohl neben Hunden zu seinen besten Freunden zählen: die eigene Matratze. Bevor Sie eine Matratze kaufen, finden Sie hier hilfreiche Tipps von Materialübersicht bis zu Matratzenanbietern, damit Sie die richtige Kaufentscheidung treffen können.

Kleines Bärchen dass auf unbezogener Matratze liegt
© pixabay.com | Die richtige Matratze kann ihr Leben verändern.

Die Matratze bestimmt die Qualität des Schlafes, und der ist für den menschlichen Energiehaushalt immens wichtig. Man braucht die nächtliche Ruhephase, um seine ‚Batterien aufzuladen’. Wer gut schläft, hat größeres Potential, im Job leistungsfähiger und auch zwischenmenschlich fitter durch den Tag zu gehen. Jeder Menschenkörper ist jedoch nicht nach Norm geformt und hat auch verschiedene ‚Liegebedürfnisse’. Außerdem haben Matratzen ein Ablaufdatum. Materialabnutzung und Hygiene machen es notwendig, Matratzen je nach Qualität, aber spätestens alle 10 Jahre auszutauschen.

Passende Matratze? Darauf sollten Sie achten:

Wir nehmen zum Beispiel einige Kilos ab, bekommen Rückenbeschwerden, können plötzlich weniger gut einschlafen oder bemerken, dass unsere Matratze nach zehn Jahren schon völlig durchgelegen ist. Genau dann sollten wir uns über die Eigenschaften der verschiedenen Matratzenarten informieren und für die persönlichen Bedürfnisse die Richtige auswählen. Zu beachten sind:

  1. Eigenes Körpergewicht (Bei Doppelmatratzen auch Körpergewicht des Partners wichtig)
  2. Gesundheitlicher Zustand (Rückenprobleme, Übergewicht, Fehlstellungen...)
  3. Materialverträglichkeit (Allergien)
  4. Regelung der eigenen Körpertemperatur (viel od. wenig schwitzen, frieren)
  5. bevorzugte Liegepositionen (Seiten-, Rücken- oder Bauchschläfer)
  6. persönliches Druckempfinden 
  7. Lattenrost und Bettgestell passend
  8. Ethik für Nachhaltigkeit und regionale Produktion
  9. Finanzielles Budget

Tipp: Unsere Großmütter wußten schon:

"Bei der Matratze und den Schuhen sollst du nicht sparen. Tragen sie uns doch durch das halbe Leben."

Für Betten in Sondergrößen gibt es die Möglichkeit einer Maßanfertigung, die aber nicht von jedem Hersteller oder Möbelhaus angeboten wird. Wer auch bei seiner Garderobe auf Naturmaterialien setzt, würde sich selbst keinen Gefallen tun mit einer Matratze aus synthetischen Materialien. Man verbringt ungefähr die Hälfte seiner Lebenszeit im Bett und das eigene Schlafzimmer ist einer der wenigen Bereiche, in denen man heute die Atemluft noch selbst gestalten kann. Naturstoffe wie Baumwolle liefern hier im Vergleich zu synthetischen Materialien ein angenehmeres Raumklima.

Arten von Matratzen

Zuerst kommt es auf die Art von Bett an, in welches die Matratze passen soll. Zu einer Standardlänge von 200 cm sind im Normalfall die Breiten 90 cm, 120 cm, 140 cm, 160 cm oder 180 cm verfügbar. Nicht unwichtig ist auch die gewünschte Verwendung der Matratze als dauerhafte Installation oder beispielsweise nur als temporäres Gästebett, welches sich mit einer Rollmatratze auf einem klappbaren Liegegestell schnell einmal in einem Schrank verstauen lässt. Wem andererseits eine dauerhafte Installation, die sich so schnell nicht mehr verrutschten lässt, das liebste wäre, kann auch ein Wasserbett in Betracht ziehen.

Kaltschaum, Federkern und Co.

Aber nicht nur äußere Faktoren spielen eine Rolle, im Inneren der Matratze geht es weiter mit individuellen Anpassungsmöglichkeiten. Grundsätzlich wird bei Matratzen von einer weichen Schale und einem harten Kern ausgegangen. Der Kern besteht entweder aus klassischen Metallfedern, synthetisch hergestellten Füllstoffen wie Kaltschaum, oder Naturmaterialien wie Latex oder Kokosspäne. Der Bezug aus Stoff funktioniert dabei wie eine Knautschzone zwischen dem menschlichen Körper und dem Kern der Matratze. Eine Zwischenschicht aus dem Memoryschaum, ein Material, das mit Wärme reagiert und auch Viscoschaum genannt wird, fördert die Entspannung des Körpers. Dieses relativ dichte Material wird meist mit einem Kern aus Kaltschaum verbunden, um die Durchlüftung der Matratze zu gewährleisten.

Federkernmatratzen sorgen mit ihrer luftdurchlässigen Konstruktion für ein angenehmes Schlafklima während dichtere Materialien wie Schaum und Latex (synthetischer Latex oder Naturlatex) den Auflagendruck mindern und auch bei höheren Härtegraden als sehr weich empfunden werden. Kokosspäne, Rosshaar und Gras werden heute kompetent verarbeitet und sind weitere natürliche Alternativen zu den wegen ihrer Weichheit so beliebten synthetischen Materialien. Schafschurwolle hat außerdem die Eigenschaft, im Winter zu wärmen und im Sommer zu kühlen. Tierische Inhaltsstoffe sind für Allergiker jedoch weniger geeignet. Wasserbetten und Gelmatratzen variieren in ihren Eigenschaften je nach dem jeweiligen Bezug, der an der Oberfläche ist. Die Vielfalt an Füllstoffen und deren Anordnung im Inneren einer Matratze macht es nötig, sich näher mit dem eigenen Körper und seinen Bedürfnissen zu beschäftigen.

Material Empfohlenes Körpergewicht Erhältlicher Härtegrad Für Allergiker geeignet Preis
Federkern Ab 80 kg H2 – H5 Ja  Günstig
Boxspring  Alle H1 – H5 Ja Kostspielig
(= Taschenfederkern)
Kaltschaum Alle H1 – H5 Ja  Normal
Latex (Synthetik/ Natur) Bis 80 kg H1 – H2 Ja Kostspielig
Kokosfaser (Natur) Ab 80 kg H2 – H5 Ja Günstig für Natur
Rosshaar (Natur) Alle H2 – H5 Weniger Normal für Natur
Schafschurwolle (Natur) Ab 80 kg H2 – H5 Weniger Normal für Natur
Futon  Ab 80 kg H2 – H5 Weniger Günstig
(= Baumwolle)
Wasser- oder Gelbett Alle Beruhigungsstufen F0 – F10 Ja  Kostspielig
Memoryschaum  Bis 80 kg H1 – H2 Weniger Kostspielig
(= Viscoschaum)

Matratze Härtegrad

Im Fachjargon spricht man vom Härtegrad einer Matratze, der wegen des Körpergewichts für Erwachsene und Kinder grundsätzlich ein anderer sein sollte. Eine gewisse Härte ist wichtig, um die Wirbelsäule stabil zu halten. Auch eine Frau mit 55 kg und ein junger Mann mit 85 kg werden unterschiedliche Härtegrade brauchen, um gesund zu liegen.

Auch im Ehebett an unterschiedliche Bedürfnisse denken. Ist das Körpergewicht zB gravierend verschieden, greifen Sie besser zu zwei Einzelmatratzen.

Während für Kinder und leichte Menschen bis 60 kg auch weiche Matratzen geeignet sind, sollten schwerere Menschen zu mittelfesten Matratzen (bis 80 kg), zu festen Matratzen (bis 100 kg), oder zu sehr festen Matratzen (über 100 kg) greifen. Die Härtegrade sind nicht einheitlich normiert und schwanken von Hersteller zu Hersteller. Deshalb sollte eine Matratze immer vor Ort getestet und nach dem eigenen Körperempfinden ergänzt durch eine Expertenmeinung (Verkäufer, Physiotherapeuten) beurteilt werden. Es gibt einen Online-Rechner zur Bestimmung des passenden Härtegrades für das persönliche Körpergewicht und die Körpergröße.

Zu guter Letzt unterscheidet sich auch der Kaufpreis, der immerhin von 25 Euro (Rollmatratze, 90 cm breit) bis zu 1.200 Euro (Natur-Latexmatratze, 90 cm breit) reichen kann. In diesen Preisen ist ein Lattenrost noch nicht inkludiert. Die Entscheidung für oder gegen einen Lattenrost hängt vom Bett und vom gewünschten Komfort ab. Flexible Lattenroste federn Bewegungen zusätzlich ab und machen manchmal auch die Höhenverstellung einzelner Matratzenabschnitte möglich. Matratzen ab einer Höhe von 25 cm sorgen dafür, dass man den Untergrund nicht mehr durchspürt. Dickere Matratzen eignen sich somit auch für Palettenbetten ohne Lattenrost.

Welche Matratze bei Übergewicht, Bandscheibenvorfällen und Rückenproblemen

Jemand mit breiten Schultern oder einem breiten Becken kombiniert mit hohem Körpergewicht sollte grundsätzlich auf einer festeren Unterlage liegen. Wenn noch medizinische Beschwerden dazu kommen, sind einfache Theorien wie diese nicht mehr genug und man muss eine professionelle Beratung durch Physiotherapeuten in Betracht ziehen.

Im Internet findet man Online-Tests, welche vorab helfen, näheres über sein persönliches Schlafverhalten heraus zu finden.

Beispielsweise bei Skoliose wäre Memoryschaum als Obermaterial nicht empfehlenswert, da dieser sich leicht an die Körperform anpasst und einer gekrümmten Wirbelsäule wenig Unterstützung bieten kann. Bei Rückenschmerzen, Skoliose und Übergewicht werden härtere Matratzen empfohlen, obwohl ein direkter Zusammenhang nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Ein flexibler Lattenrost kann bei Sensibilität im Rücken zusätzlich Freiheit in der Einstellung der Liegefläche bieten. Die Wahl der optimalen Matratze bleibt vom individuellen Empfinden und einer guten Beratung abhängig, die auf die individuellen Bedürfnisse eingeht.

Nicht nur der medizinische Aspekt ist ausschlaggebend. Es ist auch wichtig, sich zu überlegen, ob man lieber weich oder fest liegt. Das Schlafverhalten ist auch im Bezug auf die Bewegung im Schlaf und bevorzugte Schlafpositionen richtungsweisend. Beispielsweise bei ganzen Nächten in der Seiten- und Bauchlage kommt es schnell zu langzeitigen Verspannungen im Körper. Bei einem geeigneten Härtegrad sinkt der Körper an den schwersten Stellen (Schultern und Becken) so weit ein, dass die Wirbelsäule auch in der Seitenlage in ihrer natürlichen Form ruhen kann. Bei der Auswahl des Härtegrades sollte man also persönliche Eigenheiten wie sein Druckempfinden und seine bevorzugten Schlafpositionen beachten. Außerdem ist noch wichtig, ob man zum Schwitzen neigt oder ob einem leicht kalt wird. Für Menschen, die dazu neigen, beim Schlafen auszukühlen, empfiehlt sich eine Oberschicht aus Memoryschaum, da diese im Kontakt mit dem Köper sich leicht erwärmt.

Matratzen im Test: Video

Matratzen direkt beim Hersteller kaufen?

Hier finden Sie eine Liste mit österreichischen Matratzen-Herstellern, top Qualität für einen guten Schlaf:

Top Hersteller im Europaraum:

Matratzen reinigen und pflegen

Auch Matratzen müssen ‚artgerecht’ gehalten werden. Beispielsweise soll eine Matratze regelmäßig gereinigt werden. Abnehmbare Bezüge sind mittlerweile bei IKEA und anderen Fachgeschäften schon Standard. Mindestens einmal im Jahr sollte ein Matratzenbezug in der Waschmaschine gewaschen werden, da man beim Schlafen viel schwitzt und sich dadurch Schmutz ansammelt.

Matratzenbezug waschen: Vorsicht bei der Temperatur, sonst passt womöglich der Bezug später nicht mehr auf die Matratze!

Dickere Matratzen halten im Durchschnitt bis zu 10 Jahre. Eine in die Jahre gekommene Matratze beginnt durchzuhängen oder sich aufzulösen und muss spätestens dann ausgetauscht werden. Je nach Körpergewicht, Beanspruchung und Betreuung kann man die Lebensdauer einer Matratze verlängern oder verkürzen. Matratzen Topper sind Matratzenauflagen, welche nicht nur zusätzlichen Liegekomfort schaffen, sondern auch eine häufigere Reinigung erleichtern. Aber auch an die Unterseite der Matratze ist irgendwo zu denken. Bei Palettenbetten verhindert eine Flies-Unterlage die Abnutzung der Matratzenunterseite durch ungeschliffene Holzbretter. Auch zwischen einem normalen Lattenrost und der Matratze sorgt ein Matratzenschoner aus Filz für eine längere Lebensdauer der Matratze. Die Unterseite der Matratze betreffend muss auch an die Schimmelbildung durch die Flüssigkeitsansammlung (Schweiß) gedacht werden. Deshalb sollte man die Matratze wenden (Achtung: Nicht jede Matratze ist beidseitig verwendbar) und ein paar Stunden zum Lüften aufstellen.

Muss die Matratze schließlich entsorgt werden, wendet man sich in Wien an die MA 48. Diese kategorisiert eine Matratze als Sperrmüll. Am beste entsorgt man eine Matratze am nähest gelegenen Mistplatz der MA 48 im jeweiligen Wohnbezirk. Wenn einem kein Kraftfahrzeug zum Transport zur Verfügung steht, gibt es die Möglichkeit nach telefonischer Terminvereinbarung mit der MA 48 gegen ein Entgelt die Matratze bei sich zu Hause abholen zu lassen.

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