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Kino Text: Melanie Gerges

Under the Silver Lake: Film-Hommage im Hipster-Zeitalter

Mit „Under the Silver Lake“ schafft Regisseur David Robert Mitchell eine Art Detektivfilm, der vor Film-Anspielungen nur so strotzt. Einen eigenen Stil sucht man dabei allerdings vergeblich.

Andrew Garfield Filmstill Under the Silver Lake
© Filmladen | Andrew Garfield lässt die Kino-Klassiker wieder aufleben

Under The Silver Lake Kritik

Sam ist nicht gerade der Siegertyp. Er hat immer noch keinen Job, keine Aufgaben und verbringt den Tag lieber damit, seine Nachbarinnen heimlich zu beobachten. Seine Zeit als kiffender Loser scheint jedoch endlich ein Ende zu haben, als er die hübsche Blondine Sarah (Riley Keough) kennenlernt.

Nach einem gemeinsamen Filmabend will Sam sie wieder sehen, findet aber nur ihre leergeräumte Wohnung und ein paar rätselhafte Zeichen. Für Sam ist klar: Diese Zeichen verraten, wo Sarah ist. Es beginnt eine Spurensuche, getrieben von mysteriösen Rätseln, Verschwörungstheorien und der Frage: Gibt es eine höhere Instanz, die das alles kontrolliert?

„Under the Silver Lake“ kann durch vieles glänzen, seine Handlung gehört aber leider nicht dazu. Denn die Suche nach einer mysteriösen Schönheit ist ein viel zu häufig benutzter Handlungsstrang in Hollywood. Der dusselige verwirrte Loser, der nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll oder wie man eine Beziehung führt, geht länger zurück als die Woody-Allen-Filme, die diesen Typus berühmt gemacht haben.

Film-Noir der Hipster-Generation

Kaum etwas ist an dieser Handlung neu. Das ganze verstärkt Regisseur David Robert Mitchell zusätzlich mit zahlreichen Anspielungen auf Kino-Klassiker. Von Marilyn Monroe über den Meisterdetektiv Sam Spade bis hin zu den großen Filmen wie „Mullholland Drive“ und „Sunset Boulevard“ findet man sich als Zuschauer in nicht enden wollenden Deja-Vus und Filmanspielungen wieder, die oft verhindern, dass man sich voll und ganz in das Geschehen einlassen kann.

Lust auf Kino aber noch nicht den richtigen Film parat? Dann lesen Sie auch unsere Kritiken zu „Fahrenheit 11/9“ und „Polaroid“.

Vieles wirkt wie ein Aufwärmen alter Stereotypen. Einziger Unterschied: Statt schwarz-weiß sind die Szenen in Pastelltöne getaucht, die man zurzeit in so vielen Musikvideos sieht. Quasi der "Film-Noir“ der Hipster-Generation.

Doch "Under The Silver Lake" hat durchaus auch Potential. So ist der Ansatz der Verschwörungstheoretiker besonders in Zeiten von Social Media und Fake News ein spannender Handlungsstrang. Die nicht enden wollende Suche nach geheimen Codes und Verschwörungstheorien fasst ein Bekannter der Hauptfigur schließlich passend zusammen. „Wir sehnen uns nach einem Geheimnis, da es keine Geheimnisse mehr gibt“. Genau hier liegt der Reiz des Films und seiner Thematik, denn er zeigt, was viele Gamer, Filmfans und jegliche Nerds der sogenannten „Millenial“-Generation beschäftigt.

Großartiger Soundtrack, tolle Bilder

„Under The Silver Lake“ besticht außerdem durch großartige Bilder von Los Angeles und dem idealen 90er-Jahre-Soundtrack. Hauptdarsteller und Ex-Spiderman Andrew Garfield verkörpert den dusseligen Loser schon nahezu zu perfekt und verleiht dem Film immer wieder spannende aber auch witzige Szenen. Schade nur, dass das Drehbuch ihm vor lauter Film-Anspielungen keine richtige Charakterentwicklung ermöglicht.

Für den ein oder anderen Kino-Kenner sind es aber vermutlich genau diese Szenen, die den Film zu etwas Besonderem machen. Denn letztlich ist es ja auch schön, mal wieder eine legendäre Filmszene zu sehen oder einen schon fast vergessenen Charakter wieder auf der großen Leinwand zu entdecken.

Weitere Kinostarts im Februar:

Happy Deathday 2u: Horror-Fortsetzung, in der die junge ihren Todestag wieder und wieder erleben muss, um ihre Freunde zu beschützen. Start: 14.2.2019

Alita: Battle Angel: Adaption des gleichnamigen Mangas, in dem ein Robotermädchen sich auf eine Rachemission begibt. Mit Christoph Waltz. Kinostart: 14.2.2019

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