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Kino Text: Melanie Gerges

Tully: Der ganz normale Familienwahnsinn

Lesen Sie hier unsere Rezension zu "Tully", die Geschichte einer Mutter, die mit ihren drei Kindern zunehmend überfordert ist und zur Rettung eine Nacht-Nanny engagiert.

Schwangere Frau in rotm Kleid sitzt vor einer Lampe
© Thimfilm | Charlize Theron überzeugt in "Tully" als überforderte dreifach-Mutter.

Was macht eine gute Mutter aus? Das Engagement für außerschulische Aktivitäten oder Klassenfahrten, die vollkommene Hingabe für ihre Kinder oder die Fähigkeit, die Rolle der Mutter, Ehefrau, Freundin und Kollegin unter einen Hut zu bringen? Diese Frage stellt sich auch Marlo (Charlize Theron). Sie erwartet ihr drittes Kind, ist mit ihren zwei Kindern jedoch ohnehin schon überfordert, unter anderem weil ihr Sohn Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Als dann Kind Nummer drei zur Welt kommt, scheint die Erschöpfung kein Ende zu nehmen. Denn in „Tully“ bekommt das Wort alleinerziehend eine neue Bedeutung: Marlo ist zwar verheiratet, ihr Mann betont aber, er könne dem Baby ohnehin nicht helfen, warum solle er also nachts aufstehen?

Eine moderne Mary Poppins

Als der Teufelskreis aus Schlaflosigkeit, Schulstress der Älteren und dem nicht enden wollenden Quengeln des Neugeborenen schließlich fast zu viel wird, scheint es endlich eine Lösung für alle Probleme zu geben: Tully (Mackenzie Davis). Die Nacht-Nanny ist so etwas wie eine moderne Mary Poppins und will nicht nur dafür sorgen, dass Marlo wieder die Nacht durchschlafen kann, sondern dass sie auch wieder glücklich wird. Aber ist diese quirlige Mitzwanzigerin nicht zu perfekt, um wahr zu sein?

Es gibt Filme, die keine aufwändige Maske, Spezialeffekte oder große Gesten brauchen. Manche Filme funktionieren durch ihre simple Art und Weise, das Leben so zu zeigen, wie es ist. „Tully“ gehört in diese Kategorie, vor allem aufgrund der großartigen schauspielerischen Leistung seiner Hauptdarstellerin Charlize Theron. Denn Theron geht in ihrer Rolle vollkommen auf, verzichtet bewusst auf den oftmals über soziale Medien propagierten perfekten Körper der frisch gebackenen Mutter und nahm für die Rolle der Marlo sogar 20 Kilo zu. Wie bereits in „Monster“ (2003) oder „Young Adult“ (2011) zeigt sie hier wieder, dass es eben nicht die großen Gesten oder das glamouröse Makeup braucht. Therons natürliche Art überzeugt ganz ohne Nebeneffekte.

"Tully" scheut sich auch nicht davor, jene Aspekte des Mutterdaseins zu zeigen, die ansonsten oft verschwiegen oder verherrlicht werden, wie die Schmerzen des Stillens oder den Wahnsinn der schlaflosen Nächte. Vor allem Mütter werden sich deshalb in dem Film oft wiedererkennen und sich vielleicht über die ehrliche Art freuen, mit der "Tully" auch über die Probleme und Sorgen der Mütter spricht. Doch bei dem Fokus auf Theron erhält die Figur des Vaters schon fast klischeehafte Züge: Er kann sich nur nach der Arbeit um die Familie kümmern, liegt abends lieber mit Videospielen auf dem Sofa und bemerkt nur am Rande, dass in der Familie einiges schiefläuft.

Lesen Sie auch unsere Rezensionen zu "Deadpool 2" und "Solo: A Star Wars Story"!

Dass der Film so nicht in eine Reihe von veralteten Familienklischees und Witzen rutscht liegt vor allem an dem Team hinter dem Film: Für Drehbuchautorin Diablo Cody und Regisseur Jason Reitman ist es nach „Juno“ (2007) und „Young Adult“ bereits die dritte Zusammenarbeit. Die Filme sind sich thematisch alle sehr ähnlich und erzählen ehrlich und unverhüllt vom Leben der Frau in verschiedenen Lebensabschnitten. Nach „Tully“ bleibt also zu hoffen, dass sich das Duo in Zukunft noch einmal zusammensetzt. Wer weiß was das Ergebnis sein wird, vielleicht ja Charlize Theron als junge Großmutter.

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