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Kino Text: Melanie Gerges

The Favourite: Oscar-nominiertes Historiendrama

Ein Liebesdreieck der anderen Art. In „The Favourite“ kämpfen zwei Frauen um die Gunst der Königin. Aber ist der Film wirklich so gut, wie seine zehn Oscar-Nominierungen vermuten lassen?

Emma Stone Filmstill The Favourite
© 20th Century Fox | In The Favourite kämpft Emma Stone um die Gunst der britischen Königin

The Favourite Intrigen und Irrsinn Kritik

England im 18. Jahrhundert. Während die englische Armee im Krieg mit Frankreich ist, leidet Queen Anne (Olivia Colman) nach zahlreichen Fehlgeburten sowohl körperlich als auch seelisch. Statt zu regieren, verbringt sie die meiste Zeit deprimiert in ihrem Bett. Die politischen Belangen übernimmt derweil ihre seit Kindheitstagen enge Vertraute Sarah (Rachel Weisz). Die Beziehung der beiden entpuppt sich schon bald als mehr als eine gute Freundschaft, als plötzlich die in der Gesellschaft tief gefallene Abigail (Emma Stone) an den Hof kommt und ebenfalls um die Gunst der Königin kämpft. Es entsteht ein Liebes-Dreieck, bei dem keine der Damen nachgeben will.

Was für einige vielleicht wie ein erfundenes Drama aus einer Telenovela klingt, ist auf tatsächlichen historischen Fakten gestützt. Denn Briefwechsel der britischen Königin Anne belegen, dass eine derartige innige Beziehung zwischen Anne, Abigail Masham und Sarah Churchill tatsächlich existierte.

Lust auf Kino aber noch nicht den richtigen Film parat? Dann lesen Sie auch unsere Kritiken zu „Fahrenheit 11/9“ und „Polaroid“.

Der Beste Film des Jahres?

Auch anhand der Besetzung wird klar, dass The Favourite mehr ist als ein typisches Historiendrama. Ein Film, der so stark von seinen weiblichen Hauptdarstellerinnen getragen wird und diese auch ganz klar in den Vordergrund rückt, ist auch heute leider noch eine Seltenheit in Hollywood. Tatsächlich ist das Drehbuch für The Favourite: Intrigen und Irrsinn bereits seit 1998 fertig, umsetzen wollte es bis dato aber niemand – vielleicht eine glückliche Fügung des Schicksals. Denn was Regisseur Yorgos Lanthimos – bekannt durch seine skurrilen und teils absurden Produktionen wie Dogtooth oder The Lobster– mit The Favourite schafft, ist schlichtweg großartig.

Olivia Colman Filmstill The Favourite
© 20th Century Fox | Queen Anne muss sich nicht nur in politischen Belangen für eine Seite entscheiden

Von den historisch treuen Kostümen, zum natürlichen Licht bis hin zu der großartigen Dynamik der weiblichen Hauptrollen zeigt dieser Film, was Hollywood kann. Eine der Hauptdarstellerinnen besonders hervorzuheben, ist nahezu unmöglich. Sie bauen aufeinander auf, ergänzen sich in den Dialogen und zeigen ein Zusammenspiel, wie es perfekter kaum sein könnte. Zurecht sind alle drei für ihre schauspielerischen Leistungen für einen Oscar nominiert. Auch als bester Film ist The Favourite nominiert, die Konkurrenz - darunter Black Panther, A Star is born und Bohemian Rhapsody - ist jedoch groß.

Wer gewinnt den begehrten Oscar? Wir haben uns mit „Werk ohne Autor“ einen weiteren Kandidaten angeschaut. Lesen Sie hier unsere Kritik dazu. Alle Oscar-Nominierungen 2019 finden Sie hier!

Frauenpower im 18. Jahrhundert

Besonders schön ist es, starke und taffe weibliche Charaktere zu sehen, die sich ihre Schwächen eingestehen und diese auch zeigen, gleichzeitig ihr Ziel aber nicht aus den Augen verlieren. Getrieben von ihrem Wunsch nach Macht und Anerkennung durchlaufen Sarah und Abigail unterschiedliche Entwicklungen, die Grenze zwischen gut und böse verschwimmt und als Zuschauer ist man sich nie ganz sicher, ob man sich überhaupt für eine Seite entscheiden kann.

Bei all diesen Streitigkeiten verliert sich der Film nie in Schlammschlachten-Klischees, sondern bleibt den Charakteren und ihrer Vergangenheit treu. Auch Colman verleiht ihrer Queen Anne eine vielschichtige Persönlichkeit, die zwischen launisch, verletzlich, bestimmt und manchmal auch ein bisschen verrückt schwankt und schafft es so, dieser historischen Persönlichkeit Aktualität und Relevanz zu verleihen. In klassischer Lanthimos-Manier kommt der Film aber nicht ohne einige skurrile und dadurch unterhaltsame Szenen aus und zeigt auch immer wieder die Absurdität und den Witz dieser historischen Periode.

 

 

 

 

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