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Kino Text: Melanie Gerges

Polaroid: Wenn der Vintage-Trend zum Horror wird

Das Konzept hinter dem neuen Horrorfilm „Polaroid“ ist simpel: Wenn du auf einem der Sofortbilder bist, ist dein Ende nah.  Ob diese Idee beim Publikum aber tatsächlich für Angst und Schrecken sorgt, verraten wir in der stadt-wien.at Filmkritik.

Frau wird von Monster-Händen getötet
© Capelight Pictures | Das Monster in Polaroid sucht alle heim, die auf dem Foto sind

Polaroid Filmkritik

Was lange währt wird endlich gut. Das haben wohl auch die Macher des neuen Horrorfilms „Polaroid“ gehofft. Denn nach dem Skandal rund um die ehemalige Hollywood-Größe Harvey Weinstein im Jahr 2017 wurde der Film – der von einer Nebenfirma Weinsteins produziert wurde – wieder und wieder verschoben. Ob er jemals in die Kinos kommt, stand lange in den Sternen. Mehr als ein Jahr später ist es endlich soweit und der Film rund um die Sofortbildkamera ist auch in den heimischen Kinos. Gelohnt hat sich das lange Warten aber leider nicht.

Polaroid erzählt von der Highschool-Schülerin Bird (Kathryn Prescott), die ganz und gar dem Vintage-Trend verfallen ist – inklusive Nebenjob im Antiquitätenshop. Dementsprechend groß ist ihre Freude, als ihr Kollege ihr eine alte Polaroid-Kamera aus den 1970er-Jahren schenkt. Wie es der Zufall will, ist auch noch ein ungebrauchter Film dabei und so ist das alte Stück tatsächlich einsatzfähig.

Wer sich aber auf einem der Sofortbilder verewigt sehen möchte, wird es bald bereuen. Denn wer auf dem Foto abgebildet ist, wird kurz darauf von einem Monster getötet. Für Bird und ihre Freunde beginnt ein Kampf ums Überleben. Um herauszufinden, wie man das Monster töten kann, müssen sie die Vergangenheit der Kamera aufarbeiten.

Sie haben Lust auf Kino aber noch nicht den passenden Film?

Lesen Sie unsere Filmkritiken zu den letzten Kinostarts: "Phantastische Tierwesen 2" und "Die Unglaublichen 2".

Kaum Spannung und ein zu logisches Ende

Polaroid ist für Horror-Fans ein einziges Deja-Vu. Das Schema „wenn du es siehst/dabei warst/ darauf abgebildet bist, stirbst du“ ist Thema vieler Genre-Klassiker: Von der Final Destination-Reihe bis hin zu "The Ring". Der Unterschied zu „Polaroid“ ist aber, dass sie alle mehr haben, als nur dieses Schema.

Sie bestechen durch Abwechslung, Schrecken und richtige Schock-Momente. „Polaroid“ verläuft allerdings nach einem sehr einfachen und schon fast platten Muster. Nach dem ersten Mord könnte man eigentlich wieder gehen, denn die darauffolgenden Tötungen unterscheiden sich nicht sonderlich voneinander. Die Charaktere sind platt und haben kaum eine Entwicklung und die Lösung des großen Rätsels um das Monster wirkt so simpel und offensichtlich, dass man sich fragt, wie die Charaktere dafür mehr als 80 Minuten brauchen konnten.

Ein Horrorfilm für Angsthasen

Tatsächlich hat Regisseur Lars Klevberg das Konzept hinter „Polaroid“ ursprünglich für einen Kurzfilm verwendet. In diesem geht das Konzept – trotz skurriler Idee – tatsächlich auf, da man als Zuseher nicht genug Zeit hat, um alles genauer zu hinterfragen. Zieht man das Geschehen allerdings länger als 15 Minuten lang, werden die inhaltlichen Lücken nur allzu deutlich.

Für Horror-Anfänger ist „Polaroid“ allerdings ein netter Einstieg in das Genre, der die Zuschauer nicht schocken oder erschrecken wird. Angsthasen sind hier also gut aufgehoben.

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