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Kino Text: Melanie Gerges

Phantastische Tierwesen 2: Politischer Umbruch in der Zauberwelt

Es wird politisch, es wird düster und es wird vor allem eines: magisch. Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen ist die neue Fortsetzung im zauberhaften Universum von Joanne K. Rowling. Von der Welt rund um Harry Potter distanziert sie sich dabei nie vollständig. 

Johnny Depp
© Screenshot youtube.com/KinoCheck Warner | Phantastische Tierwesen 2: Bei den Magiern wird es düster

In „Grindelwalds Verbrechen“ geht es zurück in das Jahr 1927. Newt Scamander (gespielt von Eddie Redmayne) ist nach seiner Reise nach New York wieder in London angekommen und muss sich den Konsequenzen seines Abenteuers stellen. Die Suche nach fremden und außergewöhnlichen Tierwesen rund um den Globus möchte er fortsetzen, die Flucht des bösen Magiers Gellert Grindelwald durchkreuzt aber seine Pläne. Denn Grindelwald plant einen Umsturz, eine Revolution der „Reinblüter“, jener Magier, die ausschließlich Zauberer in ihrem Stammbaum vorweisen können. Sie sollen laut Grindelwald die Welt der Nicht-Magier – oder „Muggel“ – künftig beherrschen.

Der einzige, der Grindelwald stoppen könnte – der großartige Magier Albus Dumbledore – weigert sich jedoch und schickt stattdessen seinen Vertrauten Newt ins Chaos der magischen Welt in Paris. Statt Tierwesen zu erforschen, muss dieser jetzt die Zukunft der Muggel und Magier retten. 

Spannung und Action in 3D

Autorin J.K. Rowling hat es wieder einmal geschafft, die Menschen in ihren Bann zu ziehen. Denn in den mehr als zwei Stunden des Films ist der Zuseher im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert.

Verglichen mit den ersten Harry Potter Bänden geht es hier deutlich actionreicher zu. Die Handlung ist dichter, kaum hat sich der Zuseher von einem hitzigen Gefecht erholt, startet bereits das nächste. Der 3D-Effekt in diesen Szenen ist überragend, man ist als Zuseher mitten im Geschehen drinnen. Der Aufpreis für 3D lohnt sich also definitiv.

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Lesen Sie unsere Filmkritiken zu den letzten Kinostarts: Halloween und "Die Unglaublichen 2".

Historische Parallelen in der Zauberwelt

Besonders spannend sind in „Phantastische Tierwesen 2“ die Parallelen zur realen Welt. Denn immer wieder erkennt der Zuseher Ähnlichkeiten zum Aufstieg des Faschismus, zu dem zunehmenden und fatalen Wunsch nach einem „Führer“ und der drastischen Änderung der politischen Ziele, die den Ausschluss einiger Bevölkerungsteile vorsahen. Rowling spielt bewusst mit diesen Parallelen, scheut auch nicht davor, Kriegsszenen miteinzubauen oder Charaktere von der Angst vor einem weiteren Krieg erzählen zu lassen.

Besonders herausragend in diesem Zusammenhang ist Johnny Depp als Gellert Grindelwald. Gab es vor der Premiere noch große Kritik an der Besetzung und Zweifel, ob Depp diese Rolle schaffen könnte, überzeugt er als zwielichtiger, hinterhältiger Bösewicht, der immer zwischen Freund und Feind schwankt und besonders durch seine Unberechenbarkeit gefährlich wird. Zwar wissen treue Harry Potter-Leser und Zuseher, was letztlich mit Grindelwald geschieht, spannend bleibt es dennoch, denn nicht einmal seine Anhänger sind bei ihm sicher.

Ein Film für echte Harry Potter Fans

Bei all diesen Parallelen, Vorgeschichten und den Anekdoten aus dem Harry-Potter-Universum, das chronologisch nach der Phantastische Tierwesen-Reihe folgt, braucht es schon ein gewisses Vorwissen, um bei den ganzen Charakteren und Geschichten den Überblick zu behalten. Belohnt wird man dafür mit einigen Nostalgie-Momenten.

So sehen Fans etwa wieder einmal die großen Hallen der Zauberschule Hogwarts und lernen eine junge Professor McGonnagall und einen jungen Professor Dumbledore (Jude Law) kennen. So einiges, was in Harry Potter nicht vollständig auserzählt wurde, erhält hier neue Ansätze, neue Erzählstränge und das ein oder andere Mal auch eine ganz neue Richtung – nicht immer zur Zufriedenheit der Harry-Potter-Experten.

So schön es ist, auch in diesem Prequel ein bisschen Harry Potter zu erleben, so sehr kann es manchmal aber auch von der eigentlichen Handlung von Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen ablenken, besonders, wenn man es mit der Nostalgie ein wenig übertreibt. Ein Punkt, den sich Rowling in den noch folgenden drei Teilen hoffentlich zu Herzen nimmt, denn das neue alte Universum überzeugt auch ohne Hogwarts-Nostalgie.

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