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Kino Text: Melanie Gerges

Ocean's 8: Lustlose Diebe

Lesen Sie hier unsere Rezension zu Ocean’s 8, der Neuauflage der Gangsterfilme mit weiblicher Besetzung.

Drei Frauen, die miteinander reden
© Screenshot youtube.com/KinoCheck; Warner | Sandra Bullock als knallharte Gangsterin in Ocean's 8

Ocean's 8: Filmkritik

Kinostart 21. Juni 2018

„Ein er wird beachtet, eine sie wird ignoriert.“ Ocean’s 8 hat ein klares Motto: Männer werden nicht benötigt – egal ob es ums Leben oder den größten Raub der Geschichte geht. Denn nach einer achtjährigen Haftstrafe will Debbie Ocean (Sandra Bullock), die Schwester des mittlerweile verstorbenen Gangsterpromis Danny Ocean (in den Vorgängern gespielt von George Clooney) ihrem Bruder die letzte Ehre erweisen. Ganz ohne männliche Unterstützung aber mit sieben Frauen, die ebenfalls schon einige Erfahrung in diesem Geschäft haben. Ihr Ziel: eine 150 Millionen Dollar teure Diamantenkette, die bei der MET-Gala in New York – einem der größten Events des Jahres – von Schauspielerin Daphne Kluger (Anne Hathaway) getragen wird. Eine Diamantkette vom Hals einer Person stehlen, währen die ganze Welt zusieht: was soll dabei schon schiefgehen?

Produktplatzierungen statt Überraschungen

Bereits 2016 versuchte Hollywood, einen Klassiker neu zu verfilmen und dabei einen rein weiblichen Cast einzusetzen. Das Ergebnis, Ghostbusters, wurde zwar für seinen Humor gelobt, die eher seichte Handlung jedoch auch kritisiert. Leider schafft es auch der zweite Versuch Hollywoods nicht ganz, aus dem Schatten der Vorgänger zu treten. Denn ein rein weiblicher Cast ist keine ausreichende Begründung für eine Neuverfilmung, es braucht eine neue, spannende Geschichte, neue Ansätze und Überraschungen, die man auch als Fan nicht erwartet.

Ocean’s 8 bietet stattdessen eine Handlung, die wie die Vorgänger ohne jegliche Konflikte und Schwierigkeiten auskommt. Alles wirkt bekannt, keine Wendung ist überraschend. Die Witze und Anspielungen sind häufig deplatziert und die dauerhafte Produktplatzierung – sei es Tinder oder Nutella – reißt den Zuschauer immer wieder aus der eigentlichen Handlung heraus.

Brauchen Sie weitere Kinotipps? Dann lesen Sie auch unsere Rezensionen von "Goodbye Christopher Robin", "Jurassic World: Das gefallene Königreich" und "Tully". Das gesamte Kinoprogramm haben wir auch für Sie zusammengestellt!

Nicht einmal der teils oscarprämierte Cast (Sandra Bullock erhielt den Acadamy Award 2010 für ihre Rolle in The Blind Side, Anne Hathaway 2013 für Les Miserables, Cate Blanchett zuletzt 2014 für Blue Jasmine) schafft es, den zweidimensional geschriebenen Rollen Persönlichkeit und Tiefe zu verleihen; warum die einzelnen Charaktere bei dem Raub mitmachen, ist bis zum Ende des Films nicht klar. Lichtblicke sind dabei Anne Hathaway, die die unberechenbare Schauspielerin schon fast zu überzeugend spielt und Sandra Bullock, die ihre Deutschkenntnisse unter Beweis stellen darf. Auch die Chemie zwischen Bullock und Blanchett ist immer wieder eine erfreuliche Abwechslung, das seichte Drehbuch unterbindet diese Momente jedoch immer schnell.

Große Stars, k(l)eine Handlung

Ähnlich wie bei großen Blockbustern wie Valentinstag (2010), Happy New Year (2011) oder Mother’s Day (2016) versucht auch Ocean's 8, sich hinter seinen bekannten Schauspielern und einigen Star-Cameos (unter anderem Heidi Klum und die Kardashians) zu verstecken. Dabei bedient er zwar die Anforderungen eines Blockbusters und sorgt mit der Story und dem Staraufgebot für leichte Sommerunterhaltung, ignoriert dabei aber das große Potential des Franchise.

Denn knallharte, einfallsreiche und selbstständige Frauen im Zentrum eines Films sind erfrischend und dringend notwendig, das wird auch im Film immer wieder deutlich. „Irgendwo da draußen liegt ein achtjähriges Mädchen im Bett und träumt davon, eine Kriminelle zu sein. Lasst uns das für sie tun”, betont etwa Hauptrolle Debbie. Diese starken und intelligenten Frauen dann aber ausgerechnet im Trubel der Glitzer- und Glamourwelt arbeiten zu lassen, vertieft leider weiterhin Klischees. Es braucht ein bisschen mehr Mut seitens Hollywood, den Frauen auch mal die ausgefeilten Stories zu geben. Das Talent dazu haben sie auf jeden Fall.

Weitere Kinostarts im Juni

The Strangers: Opfernacht: Fortsetzung des Horrorklassikers, in dem die hinter Puppenmasken versteckten Mörder wieder auf die Jagd gehen.

Kinostart: 22. Juni 2018

Am Strand: Drama mit Saoirse Ronan (Ladybird), das das Eheleben und seine Tücken in den 1960er Jahren zeigt.

Kinostart: 22. Juni 2018

Lust auf einen Diamantenraub auf der großen Leinwand? Dann finden Sie hier das Programm der Cineplexx Kinos Wien. Sehen Sie sich den Film an und teilen Sie uns in den Kommentaren mit, wie er Ihnen gefallen hat.

Bei schönem Wetter bietet sich auch der Besuch der zahlreichen Sommerkinos in Wien an.

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