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Kino Text: Melanie Gerges

Destroyer: Kommissarin in der Krise

In Destroyer schlüpft Nicole Kidman in die Rolle der verzweifelten Kommissarin Erin Bell und überzeugt mit einer Performance, die wir so von ihr noch nie gesehen haben. Lesen Sie hier unsere Kritik zum packenden Polizei-Thriller.

Nicole Kidman
© Filmladen Filmverleih | Nicole Kidman als desillusionierte Polizistin in Destroyer

Destroyer Filmkritik

Für die ehemalige Kommissarin Erin Bell könnte ein neuer Lebensabschnitt starten: Als eine unbekannte Leiche auftaucht wird sie wieder gebraucht. Die Vermutung: Eine Drogengang, die Bell bereits aus ihrer Vergangenheit kennt. Ihre letzte Begegnung endete jedoch tödlich und veränderte Bells Leben nachhaltig.  Statt Verbrechen zu lösen, kann sie sich nicht mehr vom Alkohol trennen. Der neue Auftrag als verdeckte Ermittlerin ist jetzt ihre Chance, wieder zurück in ihr altes Leben zu finden. Dafür muss sie allen voran aber zuerst ihre eigenen Dämonen besiegen. Denn Bell hat nur ein Ziel „Ich möchte gerne eine Sache gut machen.“ Ein packender und herzzerreißender Polizei-Krimi beginnt, in dem man keine Sekunde verpassen möchte.

Nicole Kidman nicht wiederzuerkennen

Der Film steht und fällt mit Hauptdarstellerin Nicole Kidman. Kaum wiederzuerkennen mimt sie die kaputte Kommissarin, die langsam versuchen muss, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und gleichzeitig ein Verbrechen aufzudecken. Sie ist eine Art Antiheldin, deren größter Feind sie selbst ist. Eine Rolle, in der das Publikum Nicole Kidman nur selten sieht, die ihr aber außerordentlich gut steht. Fernab des Glitzers und Glamours oder Familiendramen wie zuletzt „Der verlorene Sohn“, entdeckt das Publikum hier eine ganz neue Seite an Kidman.

Lust auf Kino aber noch nicht den richtigen Film parat? Dann lesen Sie auch unsere Kritiken zu „Beale Street“ und „The Favourite“.

Ihre äußerliche Transformation erinnert dabei an Verwandlungen wie etwa jene von Charlize Theron in „Monster“. Theron gewann dafür 2004 den Oscar für die beste Hauptdarstellerin. Dies blieb Kidman zwar verwehrt, ihre Performance ist dennoch herausragend und überzeugt bereits durch kleine Gesten, Blicke, Gangarten und Bewegungen, die für sie ganz untypisch sind, der Rolle aber einen glaubhaften und authentischen Aspekt verleihen.

Destroyer Trailer

Frauenpower vor und hinter der Kamera

Besonders in Destroyer: Mit Regisseurin Karyn Kusama steht der Film auch hinter der Kamera für Frauenpower. Ein Aspekt, der vor allem Nicole Kidman wichtig war.

Mir ist bewusst, wie schwer es Regisseurinnen in unserer Branche oft noch haben, und wenn ich womöglich bei einem Projekt helfen kann, dann versuche ich das. Ich vereinbare gezielt Meetings mit interessanten Filmemacherinnen, jungen, neuen ebenso wie solchen, die eine zweite Chance verdienen. Mir wurden selbst in meiner Karriere so häufig Türen geöffnet, dass ich das nun selbst tun möchte. Sagt sie im Interview mit der FAZ.

Der Erfolg gibt ihrer Entscheidung Recht: Denn Destroyer schafft es, die Geschlechterrollen, die in Hollywood seit viel zu langer Zeit festgesetzt scheinen, umzudrehen und spielt mit einem Antihelden, der Abwechslung und lang ersehnten frischen Wind in das Genre der Polizei-Thriller bringt.

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