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Kino Text: Melanie Gerges

Der (nicht ganz so böse) Grinch ist zurück

Die Geschichte rund um den grünen Bösewicht, der Weihnachten stehlen will, bekommt eine Neuverfilmung. 2018 wirkt der Grinch aber gar nicht mehr so gemein, wie im Originalbuch. Schuld daran ist vielleicht auch sein flauschiges Fell.

Der Grinch Animationsfilm
© Universal Pictures | Der Grinch ist zurück

Remakes wurden in den vergangenen Jahren zum großen Trend: seien es Realverfilmungen wie „Das Dschungelbuch“ oder Neuadaptionen wie „Der Nussknacker“: Hollywood versucht zurzeit die alten Stoffe wieder aufzuwärmen. Der neue „Grinch“ geht dabei in eine andere Richtung und zeigt einen knuddeligen Bösewicht, den man am liebsten nur umarmen möchte.

Die Geschichte des Grinch – dem grünen Wesen, das Weihnachten stiehlt – ist vielen noch aus dem Kinderbuch von Dr. Seuss bekannt. Der böse Grinch, der als Außenseiter eine schwierige Kindheit hatte, stört sich an seiner viel zu weihnachtlichen Nachbarschaft und deren Enthusiasmus. Er beschließt, an Heiligabend als Weihnachtsmann verkleidet in die Häuser der Bewohner einzubrechen und deren Geschenke zu stehlen. Denn was ihn nicht erfreut, soll niemandem Spaß machen.

Animationsfilm nahe an der Buchvorlage

Neben dem Buch ist vielen vor allem die Realverfilmung der Geschichte mit Jim Carrey in der  Hauptrolle bekannt. Der Grinch aus dem Jahr 2000 besticht durch bösartige, doppeldeutige Witze und einige Rückblenden in die Kindheit des Grinch, die seine böswilligen Züge zumindest teilweise nachvollziehbar machen.

Das amerikanische Illumination Studio (unter anderem verantwortlich für die „Ich – einfach unverbesserlich“ und „Minions“-Reihe) hat sich bereits in „Horton hört ein Hu“ und  „Der Lorax“ an Dr. Seuss Bücher gewagt. Diese vorangehende Auseinandersetzung mit Seuss‘ Arbeit merkt man in „Der Grinch“. Denn die animierte Version aus 2018 hält sich mehr an die Buchvorlage und zeigt einen grummeligen Grinch (synchronisiert von Otto Waalkes), der gleichzeitig auch immer etwas liebenswertes hat – vielleicht auch durch sein kuscheliges grünes Fell.

Sie haben Lust auf Kino aber noch nicht den passenden Film?

Lesen Sie unsere Filmkritiken zu den letzten Kinostarts: Charles Dickens der Mann der Weihnachten erfand und "Phantastische Tierwesen 2".

Diese animierte Version wirkt zwar deutlich weniger bedrohlich oder böse als sein Vorgänger Jim Carrey, der Geschichte schadet dies aber nicht – ganz im Gegenteil.

Denn dieser neue Grinch besticht nicht nur durch großartige Animationen und wunderschöne Winterbilder, sondern auch einen Grinch, der trotz fieser und gemeiner Handlungen nie ganz  böse wirkt und nie komplett die Kontrolle verliert.

Weihnachtsfilm für Groß und Klein

Besonders erfrischend ist aber eine Änderung des Originals: Denn in dem Film wünscht sich die kleine Cindy Lou – die später eine große Rolle in der Entwicklung des Grinch spielt – keine Geschenke für sich, sondern Freizeit für ihre Mutter. Denn diese muss als alleinerziehende Mutter Haushalt und die Arbeit in Nachtschichten stemmen und ist dadurch vor der ständigen Erschöpfung. Diese Rolle der berufstätigen Single-Mutter findet sich selten bis nie in Kinder- oder Animationsfilmen und ist genau deshalb besonders wichtig.

Auch sehr modern wird der Film durch seinen Soundtrack, der sich durch Hip-Hop lastige Weihnachtsklassiker („Christmas is“ von RUN DMC) und einer Neuinterpretation des Klassikers „You’re a mean one, Mister Grinch“ von Rap-Superstar Tyler the Creator, auszeichnet. Dadurch entsteht eine moderne, unterhaltsame Atmosphäre, die auch durch einige Top 40 Songs der Vergangenheit für Überraschungen sorgt.  

So schafft es „Der Grinch“ trotz erneutem Aufwärmen von altem Material, der Geschichte etwas Neues und Frisches zu verleihen und schafft so einen modernen und herzerwärmenden Weihnachtsfilm, der nicht nur etwas für Kinder ist.

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