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Kino Text: Melanie Gerges

Beale Street: Herzzerreißende Buchverfilmung

Eine Liebesgeschichte sondergleichen: Mit Beale Street schafft Regisseur Barry Jenkins nach seinem Oscar prämierten Drama „Moonlight“ ein neues Meisterwerk. Die Geschichte eines jungen Schwarzen Paares in den 1970er Jahren orientiert sich dabei an einer Romanvorlage. 

Tanzendes Paar innig
© Tatum Mangus Annapurna Pictures | Ob Tish und Fonny alle Krisen überstehen können?

New York in den 1970er-Jahren: Die 19-jährige Tish und der 22-jährige Fonny scheinen füreinander geschaffen zu sein. Doch ihr gemeinsames Glück in Harlem steht unter keinem guten Stern und wird schon bald auf zahlreiche schwierige Proben gestellt.

Denn Tish und Fonny sind als Afroamerikaner dem ständigen Alltagsrassismus und Anfeindungen ausgesetzt. Als Fonny schließlich fälschlicherweise der Vergewaltigung beschuldigt wird und ins Gefängnis kommt, scheint es für beide keine Perspektive mehr zu geben. Doch die beiden geben nicht auf und stellen immer wieder unter Beweis, dass ihre Beziehung vielem standhalten kann.

Oscar prämierte Schauspieler

Regisseur Barry Jenkins beweist mit Beale Street erneut, welches Genie in ihm steckt. Denn bereits in seinem Oscar-prämierten Drama „Moonlight“ zeigte er, wie einfühlsam und emotional er Geschichten auf die große Leinwand bringen kann.

An diese Emotionalität knüpft Jenkins in Beale Street an und schafft ein Meisterwerk, das das Publikum von der ersten Sekunde an packt und mitreißt. Dabei verzichtet er auf große dramatische Sequenzen oder pompöse Musik und versucht, eine Liebesgeschichte fern von kitschigen Klischees und Stereotypen zu erzählen. Das gelingt ihm vor allem durch den Fokus auf die schauspielerische Leistung des Ensembles.

So schaffen es die Hauptdarsteller Kiki Layne und Stephan James mit einem Blick mehr Gefühl zu transportieren als so mancher Film in seiner gesamten Spielzeit. Neben den beiden ist es aber vor allem die Leistung von Regina King, die diesem Film die Dramatik und Schwere verleiht, die für den Zuschauer oftmals so bedrückend und gleichzeitig atemberaubend ist. Denn als Tishs Mutter erlebt sie aus nächster Nähe mit, wie ihre Tochter an der Situation langsam verzweifelt und versucht immer wieder, ihr neuen Mut zu machen. Verdienterweise hat sie dafür bei der diesjährigen Oscarverleihung den Preis für die beste Nebendarstellerin bekommen. 

Lust auf Kino aber noch nicht den richtigen Film parat? Dann lesen Sie auch unsere Kritiken zu „Der verlorene Sohn“ und „The Favourite“.

Frauenpower in den 1970er Jahren

Besonders schön ist es auch, dass in Beale Street der Fokus stark auf der weiblichen Perspektive liegt. Denn die Geschichte wird aus Tishs Sicht erzählt, das Zusammenspiel zwischen Mutter und Tochter spielt eine bedeutende Rolle. Gerade diese Sichtweise macht den Film zu etwas Besonderem, zeigt er doch, wie sehr die Zurückgebliebene oftmals unter der Situation leidet und welchen Einfluss dieser Alltagsrassismus der 70er Jahre vor allem auch auf Frauen hat.

Wer von der Geschichte auch nach dem Abspann nicht genug bekommen kann, soll übrigens nicht traurig sein: Der Film basiert auf dem Roman „If Beale Street Could Talk“ von James Baldwin. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Autoren der USA des 20. Jahrhunderts und widmet sich in seinen Werken stark dem Thema Gleichberechtigung und Rassismus. Im Zuge der Black Lives Matter Bewegung erhielten seine Arbeiten erneut Popularität und sind definitiv eine Lese-Empfehlung. 

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