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Kino Text: Melanie Gerges

Back to the Fatherland: Der Einfluss der Vergangenheit

Kann man die Schicksale und Erlebnisse der eigenen Großeltern je hinter sich lassen? Und wie reagieren sie, wenn man in das Land auswandern möchte, aus dem sie im Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden? Diese Fragen stellt sich die Dokumentation "Back to the Fatherland".

Zwei Frauen in einer Straßenbahn
© Back to the Fatherland | Gil und Kat: Freundinnen wider Willen

Back to the Fatherland Kritik: Kinostart 12. Oktober 2018

Es fängt auf dem Dachboden an, dort, wo die meisten Erinnerungen, Fotoalben und Familienerbstücke eines Tages landen. Aber die Erinnerungen und Ereignisse, mit denen die eigenen Vorfahren umgehen mussten, bleiben nicht im Keller. Sie beschäftigen auch folgende Generationen Tag für Tag.

Zum Beispiel bei Gil und Kat. Gils Großvater ist Holocaust-Überlebender, Kat ist die Enkelin eines Nationalsozialisten. Die beiden sind Freundinnen, die Schicksale ihrer Vorfahren beschäftigen sie aber auch heute noch. Vor allem, als Gil ihrem Großvater beichtet, dass sie nach Deutschland ziehen möchte, dem Ort, aus dem ihr Großvater vertrieben wurde.

Kat Rohrer, die Tochter von Journalistin Anneliese Rohrer, und Gil Levanon arbeiteten gemeinsam mit Rohrers Mutter an dem Drehbuch für "Back to the Fatherland". Sie arbeiten darin ein Thema auf, das für viele auch heute noch sehr heikel ist: Was macht die nächste Generation aus der Vergangenheit der NS-Gräueltaten? Dafür begleiten sie einige junge Israelis und zeigen deren Versuche, neu anzufangen.

Neuanfang in der alten Heimat

Darunter sind auch Menschen, die den Schritt der Remigration, also dem Zurückkehren an den Ort, aus dem die eigenen Vorfahren fliehen mussten, bereits hinter sich haben. Da ist etwa Guy, der mit seiner Lebensgefährtin Kathi in Österreich lebt. Sein Großvater floh nach dem Anschluss nach Israel. Er selbst erinnert sich zwar noch zu lebendig an die Diskriminierungen und Gräueltaten, die er damals erleben musste.

Er freut sich aber, dass sein Enkel an einem Ort leben kann, der für ihn eine gute Zukunft bereithält. So ganz sicher ist sich Guy da aber nicht, auch durch die drohenden Veränderungen innerhalb der Regierung. „Kathi und ich haben eine Vereinbarung: Wenn ich mich wegen der politischen Situation unwohl fühle, steigen wir in den nächsten Flieger und sind weg“, sagt er.

Sie haben Lust auf Kino aber noch nicht den passenden Film?

Lesen Sie unsere Filmkritiken zu den letzten Kinostarts: "Waldheims Walzer", "Werk ohne Autor" und "Die Unglaublichen 2"

So zeigt Back to the Fatherland nicht nur die Reaktion der Großeltern und deren Umgang mit Ländern, die sich seit ihrer Flucht geändert haben. Sie schildert auch die Angst der nächsten Generation, dass sich vielleicht doch nicht alles geändert hat. So überlappen sich in diesem berührenden und eindrucksvoll gestalteten Film die Vergangenheit und Gegenwart der Protagonisten. Fragen und Themen, die in Österreich eine große Anzahl betreffen, denn in vielen Familien findet sich auch heute noch ein Bezug zum Zweiten Weltkrieg, sei es auf der Seite der Täter oder der Opfer.

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