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Wirtschaft Text: Karin Hirzmann

Bedarfsorientierte Mindestsicherung berechnen

Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) ist eine Sozialleistung, die von der Bundesregierung am 1. September 2010 eingeführt wurde und die zur Armutsbekämpfung in Österreich beitragen und soziale Ausgrenzung vermeiden soll. Sie löst die bisherige Sozialhilfe ab, wird als „Hilfe zur Selbsthilfe“ gesehen und soll beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben unterstützen. Mit den Mindestsicherungsrechnern können Sie die Höhe Ihrer Ansprüche kalkulieren.

Die Vorteile der bedarfsorientierten Mindestsicherung im Vergleich zur Sozialhilfe sind u. a.:

  • einheitlichere Mindestsicherungsgesetze und Mindeststandards in allen Bundesländern (Bundesländer können allerdings zusätzliche oder höhere Leistungen gewähren und es können bundesländerspezifische Regelungen gelten)
  • Unterstützung bei der (Wieder-)Aufnahme von Erwerbstätigkeit mittels eines „WiedereinsteigerInnenfreibetrags“
  • Höhere Leistungen für Alleinerziehende
  • Einheitliche Anspruchsvoraussetzungen hinsichtlich von Vermögenswerten
  • E-Card für alle (anstelle der früheren Sozialhilfekrankenscheine)
  • Rechtssicherheit

Mindestsicherungsrechner

Hier erhalten Sie eine übersichtliche Aufschlüsselung wie Sie die Mindestsicherung in Wien berechnen.

Das gesamte Haushaltseinkommen (Löhne, Arbeitslosengeld, Pensionen...) wird hierbei von den erechneten Mindesstandards abgezogen und die Differenz ausbezahlt. Die Mindesstandards richten sich nach Haushaltsgröße wie folgt:

  • Alleinstehende, Alleinerzieherinnen oder Alleinerzieher: 827,82 Euro
  • Paare (pro Person): 620,87 Euro
  • Volljährige Kinder mit Anspruch auf Familienbeihilfe: 413,91 Euro
  • Minderjährige Kinder (pro Kind): 223,51 Euro

Mindestsicherungsrechner nach Bundesländern:

Rechner Mindestsicherung Salzburg

BMS Steiermark

Sozialhilfe Tirol

Mindestsicherung in Oberösterreich

Wo kann die Mindestsicherung beantragt werden?

Je nach Bundesland kann ein Mindestsicherungs-Antrag entweder bei Magistraten, Gemeindeämtern oder den Bezirkshauptmanschaften gestellt werden. Auch beim Arbeitsmarktservice (AMS) ist dies möglich.

Die Mindestsicherung wird 12 Mal jährlich ausbezahlt.

Zweck der Mindestsicherung

Mit der bedarfsorientierten Mindestsicherung soll gewährleistet sein, dass Menschen in Notlagen nicht unter einen bestimmten Mindeststandard fallen. Der Mindeststandard im Jahr 2015 beträgt 827,82 Euro für alleinstehende oder alleinerziehende Personen und orientiert sich an der sogenannten Ausgleichszulage für Pensionisten. Diese Zulage sichert Pensionsbeziehern, die im Inland leben, das Mindesteinkommen.

Die Ausgleichszulage soll jeder im Inland lebenden pensionsbeziehenden Person, ein Mindesteinkommen sichern, sofern deren Gesamteinkommen (Bruttopension zzgl. Sonstige Nettoeinkommen und eventuelle Unterhaltsansprüche) unter einem gesetzlichen Mindestbetrag liegen.

Abgesehen von finanzieller Unterstützung zum Lebensunterhalt und dem Wohnbedarf bietet die Mindestsicherung auch intensive Förderung bei der Jobsuche sowie Beratung durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Wer nicht krankenversichert ist, bekommt die E-Card und damit den gleichen Zugang zu Ärztinnen, Ärzten und Spitälern.

Gibt es Einkommen wie Arbeitslosengeld, Unterhaltszahlungen o. ä. reduzieren diese den Anspruch auf die Mindestsicherung. Bezieht jemand Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe und ist dieser Betrag niedriger als der Mindeststandard der Bedarfsorientierten Mindestsicherung, kann eine zusätzliche Mindestsicherungsleistung beantragt werden.

>> Wie hoch ist Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld? Hier geht's zum Arbeitslosengeldrechner

Weitere Rechner:

Wer hat Anspruch auf Mindestsicherung?

Die Mindestsicherung beinhaltet einen Betrag zur Deckung des Lebens- bzw. Grundbedarfs (75 % der Mindestsicherung) und einen zur Deckung des Wohnbedarfs (25 % der Mindestsicherung). Personen, die in Eigentumswohnungen leben, haben keinen Anspruch auf Wohnbedarf. Bezieher der Mindestsicherung müssen eigenes Vermögen bis zur Höhe von 4.139,13 Euro (Stand 2015) aufgebraucht haben bzw. dürfen keines besitzen. Ausnahme stellt die Eigentumswohnung, in der man hauptgemeldet ist samt Einrichtung dar. Ein Auto zählt ebenso zum Vermögen und darf nur im Falle der beruflichen Verwendung behalten werden.

Anspruch auf die Bedarfsorientierte Mindestsicherung haben österreichische Staatsbürger und Personen mit rechtmäßigem, ständigem Aufenthalt oder einer Hauptwohnsitz-Meldung, wenn ihr Haushaltseinkommen unter den Mindeststandards der Mindestsicherung liegt und ein genehmigter Antrag auf Mindestsicherung vorliegt.

Ebenso Anspruch haben EU- bzw. EWR-Bürger, die sich als Arbeitnehmer in Österreich befinden oder schon länger als fünf Jahre in Österreich wohnen, Drittstaatsangehörige, , die ebenfalls länger als fünf Jahre rechtmäßig in Österreich leben sowie anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte ab Zuerkennung ihres Status. Ausnahme sind Burgenland, Salzburg und Steiermark – hier haben subsidiär Schutzberechtigte lt. UNHCR keinen Anspruch auf Mindestsicherung.

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