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Hafentor Freudenau: Hafentoreinweihung im Hafen Freudenau

Es regnete in Strömen als das neu errichtete Hafentor Freudenau kürzlich feierlich eröffnet und in Betrieb genommen wurde. Doch der Regen passte thematisch genau, denn das Hafentor Freudenau soll den Hafen Freudenau in Zukunft komplett vor Hochwasser sichern.

© Hafen Wien | Eröffnung des neuen Hochwasserschutzes und Tor am Hafen Freudenau

Infos zum neuen Hafentor

26,5 Meter lang, 13,5 Meter hoch und 200 Tonnen schwer ist das neue, komplett aus Stahl gefertigte Hafentor Freudenau und somit das größte Hafentor Europas. Damit sollen Szenarien wie beim Hochwasser im Jahr 2002, wo das Hafengelände in der Freudenau über einen Meter unter Wasser stand, nun der Vergangenheit angehören. Genauso die damit verbundenen Schäden in Millionenhöhe.

Rund 15 Mitarbeiter haben in den vergangenen dreißig Monaten auf der Großbaustelle täglich, oft auch rund um die Uhr, daran gearbeitet, das Hafentor planmäßig fertig zu stellen, oft unter sehr schwierigen Bedingungen, erklärt der Geschäftsführer des Hafen Wien Ing. Rudolf Mutz stolz bei der feierlichen Eröffnung.  

Das Hafentor Freudenau funktioniert im Prinzip wie ein Schiebetor: Noch bevor das Hochwasser Wien erreicht hat, wird der Riese aus Stahl geschlossen. Je nach Wasserstand dauert es 20 bis 30 Minuten, bis das Hafentor den Hafen dicht macht.
Um dem gewaltigen Wasserdruck Stand zu halten, der mit einem Hochwasser verbunden ist, hat der Stahlkörper eine Stärke von knapp zwei Metern und entspricht der Größe eines halben Tennisplatzes im Längsschnitt. Außerdem wurden massive Bauelemente bis zu 20 Meter tief in die Erde gesetzt, erklärt Ing. Martin Pfitzner von der Alpine Bau Gmbh das anspruchsvolle Bauwerk. 

Investition in die Zukunft

Die 22 Millionen Euro, die in das Projekt Hafentor investiert wurden, sieht Dr. Herbert Szirota, der zweite Geschäftsführer des Hafen Wien, als Mehrgenerationen-Vorsorgeprojekt, das nicht nur die Anrainer von Wichtigkeit ist. Zusätzlich zum Hafentor Freudenau wurde bereits der 1,5 Kilometer lange Hochwasserschutzdamm, der den Donaukanal vom Hafenbecken trennt, abgedichtet und verstärkt. Jetzt schützen Tor und Damm den Hafen Freudenau sogar vor einem so genannten Jahrhundert-Hochwasser.

Ohne diesen Hochwasserschutz, der mit einer Durchflussmenge der Donau von 14.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt ist, würde bei einer solchen Naturkatastrophe der Hafen bis zu drei Meter unter Wasser stehen. Damit wären Schäden von bis zu 240 Millionen Euro verbunden.

Tor zur Welt

Doch auch wirtschaftlich ist das neue Hafentor Freudenau von Bedeutung: Es macht den Hafen attraktiver, sicherer und zuverlässiger. Und das ist für eine Stadt wie Wien äußerst wichtig, da Wien die Wirtschaftsdrehscheibe zwischen Ost und West ist, so Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner bei der Eröffnung.

Der Hafen Freudenau ist mit rund 50 Unternehmen ungefähr 1.000 Beschäftigten, die sich in dem Areal angesiedelt haben, der zentrale Standort der Wiener Hafen Gruppe. Kaum ein anderes Logistikzentrum in Österreich kann qualitativ und quantitativ eine so große Infrastruktur bieten wie der Hafen Wien. Der große Vorteil des Hafen Wien liegt in seiner Trimodalität, also dem gleichzeitigen Anschluss an die Verkehrsträger Schiff, Bahn und LKW.  

Dieses Hochwasserschutz-Projekt ist ein ganz wichtiger Schritt, um den Hafen Wien als europäischen Logistik- und Umschlagknoten weiter aufzuwerten, neue Betriebe anzusiedeln und die Einrichtungen für den Warenumschlag auszubauen“, so Renate Brauner.

Im nächsten Schritt werden weitere 35 bis 40 Millionen Euro investiert, um auch den Hafen Albern bis zum Jahr 2013 mit einem Hafentor auszustatten und das Dammsystem zu verstärken und zu erneuern.

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