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Geld & Finanzen

Nur mehr 44 % der Betriebserträge stammen aus dem Zinsgeschäft

Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute

Die in Österreich tätigen Kreditinstitute wiesen im 1. Halbjahr 2006 ein unkonsolidiertes Betriebsergebnis in Höhe von 2,89 Mrd EUR aus. Dieses Ergebnis lag um 0,19 Mrd EUR oder 6,8% über dem Ergebnis des 1. Halbjahres 2005. Da sowohl die Betriebserträge als auch die Betriebsaufwendungen um etwa 7% gegenüber der Vergleichsperiode 2005 angestiegen sind, ist die Cost-income-Ratio mit 64,1% nahezu unverändert geblieben. Sowohl beim Provisionsgeschäft (+12,8%) als auch bei den Finanzgeschäften (+33,6%) verzeichneten die  Banken heuer höhere Erträge als im Vorjahr, aber auch der Personalaufwand ist im 1. Halbjahr um 8,5% angestiegen.

Die Betriebserträge der in Österreich tätigen Kreditinstitute beliefen sich für das 1. Halbjahr 2006 auf 8,06 Mrd EUR. Davon entfielen 44,2% auf den Nettozinsertrag, dessen Anteil zum 30. Juni des Vorjahres noch bei 47,1% der gesamten Betriebserträge lag. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen wiesen mit 10,06 Mrd EUR einen um 26,0% höheren Wert als in der Vergleichsperiode 2005 auf. Die Zinsen und ähnlichen Erträge lagen mit 13,62 Mrd EUR um 18,2% über dem Vorjahresvergleichswert.

Etwas mehr als ein Viertel (26,6%) der Betriebserträge entfiel auf den Saldo aus dem Provisionsgeschäft, der sich im 1. Halbjahr 2006 aus 3,08 Mrd EUR Provisionserträgen und 0,93 Mrd EUR Provisionsaufwendungen zusammensetzte. Verglichen mit dem 1. Halbjahr 2005 belief sich der Zuwachs der Provisionserträge auf das Doppelte des Anstiegs der Provisionsaufwendungen. Der Großteil des Saldos aus dem Provisionsgeschäft in Höhe von 2,15 Mrd EUR entfiel auf Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft (41,1%) und aus dem Zahlungsverkehr (26,0%).

Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen beliefen sich im 1. Halbjahr 2006 auf 1,20 Mrd EUR und trugen somit mit einem Sechstel zu den gesamten Betriebserträgen bei. Gegenüber der Vergleichsperiode 2005 wurde mit 6,5% ein schwächeres Wachstum verzeichnet.

Hervorzuheben ist die Erhöhung des Saldos aus Finanzgeschäften auf 0,45 Mrd EUR. Verglichen mit dem 1. Halbjahr 2005 bedeutete dies eine Steigerung um 33,6%. Mehr als die Hälfte des Zuwachses entfiel auf den Anstieg des Saldos aus sonstigen Finanzgeschäften, der im Wesentlichen Erträge und Aufwendungen aus dem Derivativgeschäft beinhaltet.

Die Betriebsaufwendungen beliefen sich im 1. Halbjahr 2006 auf 5,17 Mrd EUR. Davon entfielen 50,8% auf den Personalaufwand, 33,0% auf den Sachaufwand, 9,7% auf sonstige betriebliche Aufwendungen und 6,5% auf Abschreibungen.

Der Personalaufwand betrug 2,62 Mrd EUR und lag um 8,5% bzw. 0,21 Mrd EUR über dem Wert der Vergleichsperiode des Vorjahres. Dies ist sowohl absolut als auch relativ betrachtet die größte Veränderung seit Jahren. Beim Sachaufwand wurde im 1. Halbjahr 2006 mit 1,71 Mrd EUR ein um 4,8% höheres Ergebnis gegenüber der Vergleichsperiode 2005 verzeichnet.

Daraus ergibt sich für die in Österreich tätigen Kreditinstitute im 1. Halbjahr 2006 ein unkonsolidiertes Betriebsergebnis in Höhe von 2,89 Mrd EUR, welches um 6,8% über dem Wert der Vergleichsperiode 2005 lag. Für das gesamte Geschäftsjahr 2006 wird mit einem Betriebsergebnis von 5,39 Mrd EUR gerechnet. Dieser Schätzwert liegt um 4,6% bzw. 0,25 Mrd EUR über dem geprüften Betriebsergebnis für das Jahr 2005.

Die Cost-Income-Ratio blieb mit 64,1% im Vergleich zum 1. Halbjahr 2005 nahezu unverändert.

Unter Berücksichtigung des erwarteten a.o. Aufwandes (0,09 Mrd EUR) und der erwarteten Steuern (0,46 Mrd EUR) rechnen die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute für das Geschäftsjahr 2006 mit einem Jahresüberschuss von 3,93 Mrd EUR, der um 5,4% über dem tatsächlichen Wert für das Jahr 2005 liegt.

Der vorliegende Bericht basiert auf Daten der Quartalsberichtsmeldung gem. § 74 Abs. 2 BWG sowie der QUAB-Verordnung zum Berichtstermin 2. Quartal 2006. In dieser Meldung werden die Ertragsdaten auf unkonsolidierter Basis erfasst.

Quelle: Österr. Nationalbank

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