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Geld & Finanzen

Kapitalströme entwickeln sich dynamisch

Auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres entwickelte sich der internationale Kapitalverkehr Österreichs dynamisch. Nach vorläufigen Berechnungen erreichten die grenzüberschreitenden Wertpapier­veranlagungen Österreichs mit netto 20 Milliarden Euro erneut ein hohes Volumen, ebenso erzielten die Neuinvestitionen für strategische Unternehmensbeteiligungen mit netto knapp 1 Milliarden Euro ein beachtliches Ergebnis.

Ein Stapel Euromünzen
© M. Großmann / pixelio.de | Positive Entwicklung in Österreich zu verzeichnen

Grenzüberschreitende Kapitalströme Österreichs entwickeln sich weiterhin dynamisch

Großes Interesse von Seiten ausländischer Investoren

Wegen der guten Ergebnisse im Bereich Wertpapierveranlagerung blieb auch das hohe Interesse ausländischer Investoren an Veranlagungen in Österreich aufrecht. Aus Wertpapierveranlagungen flossen dem österreichischen Markt fast 15 Mrd EUR netto zu, aus Direktinvestitionen mehr als 1 ½ Mrd EUR.

Nach vorläufigen Berechnungen zeigten die grenzüberschreitenden Portfolioinvestitionen österreichischer Anleger in den ersten drei Monaten 2006 im Vergleich zum Vorjahr stärkere Tendenzen:
Sie nahmen in allen Wertpapierkategorien zu und beliefen sich auf 20 Mrd EUR, was einer Erhöhung um etwas mehr als 5 ½ Mrd EUR entspricht. Knapp die Hälfte der Nettokäufe entfiel auf die Kategorie langfristige festverzinsliche Wertpapiere, ca. 30% auf Geldmarktpapiere und 20% auf Aktien und Investmentzertifikate. Nettokapitalimporte resultierend aus dem Absatz inländischer Wertpapiere an das Ausland wurden im Ausmaß von fast 15 Mrd EUR registriert.

Dominanz des Auslandsabsatzes

Im Gegensatz zu dem traditionellen Muster waren diese Nettoverkäufe nach ersten Berechnungen durch den Auslandsabsatz von Geldmarktpapieren im Ausmaß von rund 6 ½ Mrd EUR dominiert; einen nicht unbeträchtlichen Beitrag dazu brachte die Platzierung von Austrian Treasury Bills auf den internationalen Kapitalmärkten. Knapp 4 ½ Mrd EUR netto und damit fast 30 % der gesamten Wertpapierverkäufe an das Ausland gingen auf Aktien und Investmentzertifikate zurück, was u. a. die Kapitalerhöhungen der Erste Bank und von BETandWIN widerspiegelt. An langfristigen Rentenpapieren wurden im Berichtszeitraum nur knapp 4 Mrd EUR an das Ausland verkauft.

Direktinvestitionen auf hohem Level

 Auch die Kapitaltransaktionen im Zusammenhang mit Direktinvestitionen bewegten sich  in der Periode Jänner bis März 2006 auf hohem Niveau. Nach vorläufigen Berechnungen führten die Neuveranlagungen der Österreicher im Ausland zu einem Nettokapitalexport von 1 Mrd EUR (nach knapp 1 ½ Mrd EUR in der Vergleichsperiode 2005). Der entsprechende Wert für ausländische Neuinvestitionen in Unternehmen in Österreich übertraf mit über 1 ½ Mrd EUR um mehr als eine halbe Milliarde das Vorjahresergebnis; dies ist zu einem großen Teil auf Kapitalaufstockungen zurückzuführen.

 Aus sonstigen Investitionen, die insbesondere das grenzüberschreitende Kredit- und Einlagengeschäft beinhalten, floss im Berichtszeitraum netto rund 1 Mrd EUR ab, ähnlich wie in der Vergleichsperiode. Wie gewohnt war dieses Segment von den Aktivitäten des Bankensektors bestimmt.  Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um 0,7 Mrd EUR zu.

Umstellung des Erhebungssystems für Zahlungsbilanzstatistik

Wie bereits mehrfach von der Oesterreichischen Nationalbank angekündigt wurde im Jänner 2006 das Erhebungssystem für die Zahlungsbilanzstatistik, das bis Ende 2005 im Wesentlichen auf Bankenmeldungen basierte, auf Erhebungen direkt bei den Wirtschaftsakteuren umgestellt. Die OeNB veröffentlicht nunmehr Ergebnisse für die ersten drei Monate des laufenden Jahres, die erstmalig auf dem neuen Erhebungssystem beruhen. Diese monatlichen Informationen, die ab nun wieder regelmäßig zur Verfügung gestellt werden, konzentrieren sich auf Trends im internationalen Kapitalverkehr.

Als ergänzende Information wird das Leistungsbilanzergebnis ohne Details – also nur als Gesamtsaldo – publiziert, da hier – im Gegensatz zu den Finanztransaktionen – weitgehend Schätzungen verwendet werden und gesicherte Detailinformationen erst mit dem Quartalsergebnis vorliegen. Die Daten für das 1. Quartal 2006 werden Anfang Juli veröffentlicht.

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