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Die Wirtschaftskrise

Die Wirtschaftskrise, wer ist Schuld an der Wirtschaftskrise? Quergedacht zur aktuellen Wirtschaftskrise. Für die Politik und die veröffentlichte Meinung stehen die Schuldigen der aktuellen Wirtschaftskrise längst fest

Quergedacht zur aktuellen Wirtschaftskrise

Für die Politik und die veröffentlichte Meinung stehen die Schuldigen der aktuellen Wirtschaftskrise längst fest. Die „gierigen“ Banker und die um nichts weniger „gierigen Spekulanten“ wären es gewesen. Sie hätten immer mehr Risiken in das Weltfinanzsystem eingebracht und es schließlich destabilisiert. Ihnen wäre es zu verdanken, dass nach 40 Jahren mehr oder weniger sorglosem Schuldenmachen die Party in der westlichen Welt nun vorüber sein sollte.  Sie wären der Grund, dass die Staatsschulden weltweit nicht noch weiter ansteigen könnten – womöglich noch bis auf 1000 Prozent des BIP.

Aber sollen wir uns mit dieser vordergründig einleuchtenden Erklärung wirklich zufrieden geben? Sind Banker und „Spekulanten“ ein ganz eigener Menschenschlag, dem tunlichst aus dem Weg zu gehen wäre? Oder schaffen erst die von der Politik gesetzten Regelwerke jene Bedingungen, die uns heute allen auf den Kopf fallen? Die gesetzliche Bevorzugung von Fremdkapital, die in Basel II festgeschriebene Bevorzugung von Staatsanleihen, die politischen Wünsche nach möglichst allumfassender Kreditvergabe und die managergeführten Großbanken ohne wirkliche, unternehmerische Verantwortung. 

Das sind nur ein paar Faktoren, die alle den weltweiten Aufbau von Schulden begünstigt haben. Und was das Entscheidende dabei war – von Schulden ohne echte Verantwortung! Denn all die Manager und Politiker, die diese Schulden in den letzten Jahrzehnten (für uns alle) angehäuft haben, haften ja nicht – wie der kleine Unternehmer in der freien Marktwirtschaft – persönlich mit ihrem Vermögen. Ganz im Gegenteil! Für sie waren die mit diesen Schulden finanzierten Projekte ja oft sogar eine Möglichkeit, sich zu profilieren und die eigene Karriere zu befördern.

Was überall gefehlt hat, war ja gerade echtes Unternehmertum mit eigener Verantwortung. Diese Verantwortung wieder herzustellen wird der Prüfstein für alle kommenden Reformen des Weltfinanzsystems sein. Solange sich diese Verantwortung in Gremien, Aufsichtsräten, Vorständen und Behörden homöopathisch verdünnt, werden alle Regelwerke der Welt keine echte Besserung bringen können.

Damit ein Fortschritt möglich wird, muss zuallererst das Problem des „too big to fail“ zufriedenstellend gelöst werden. Keine Bank darf in Zukunft so groß sein, dass sie den Staat im Krisenfall erfolgreich nötigen kann, sie zu retten. Und falls sie dennoch eine solche Größenordnung aufweist, dann muss es jedenfalls Möglichkeiten geben, sie „von einer Minute auf die andere“ in staatliche Obhut zu übernehmen und zu sanieren. Nur so kann jener heilsame Ernst im Geschäftsleben auch für managergeführte Großbanken wiederhergestellt werden, den kleinere Unternehmer am freien Markt tagtäglich verspüren.

Ob es zu einer echten Lösung in diesem Sinne kommen wird ist heute noch offen – sicher ist nur, dass wir alle in den kommenden Jahren noch so manch’ bittere Auswirkung der hier aufgezeigten Fehlentwicklungen am eigenen Leibe verspüren werden. Dem einen oder anderen wird das im folgenden Video posierende Streifenhörnchen daher sicher aus der Seele sprechen, wenn es den „Großen Fluch Mauses“ an die Verantwortlichen der aktuellen Wirtschaftskrise spricht.

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Cato

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Was hat man eigentlich mit Hypo in Kärnten vor? Warten, bis sie in die Gewinn-Zone kommt (nach einer weiteren Stützung durch den Staat), um dann die Gusto-Stückerln der RAIKA, ERSTE od. so zu einem "fairen" Preis zu überlassen und den unprofitablen Rest weiterverschenken?

, 08.09.2011 um 03:52

Wirklich interessanter Beitrag - danke für die grundlegenden Betrachtungen. Hört man in der allgemeinen Finanzwelt-Polemik heute selten. Verantwortung ist sicher der Schlüsselbegriff - und heutzutage Mangelware. PS: Nur das Video funktioniert nicht!

, 05.09.2011 um 21:08
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