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Wirtschaft Text: Phil Zierler

Wie funktioniert Blockchain?

Blockchain, ein dezentrales, nicht manipulierbares Buchführungssystem - die neueste Innovation oder schon bald wieder Vergangenheit? Kaum ein Laie durchblickt die Funktionsweise von Blockchains. Wie funktioniert die Errechnung von Bitcoins, wo werden die Daten gespeichert und was hat das alles mit Ihrem privaten Computer zu tun?

Finger eines Mannes der in den Bildschirm zeigt mit dem Striftzug Blockchain
© pixabay.com | Blockchain: Ein neues, nicht manipulierbares Buchungssystem - so funktioniert's!

Was ist eine Blockchain?

Kryptowährungen basieren auf dem System einer Blockchain. Hierbei handelt es sich um ein dezentrales und somit nicht manipulierbares Buchführungssystem durch das sich Guthaben sowie alle Transaktionen einzelner Konten, beispielsweise Bitcoin Adressen, öffentlich einsehen und nachweisen lassen. Dezentral bedeutet in diesem Kontext, dass niemand die Möglichkeit hat Daten zu seinem Vorteil zu manipulieren, da diese auf hunderten Rechnern verteilt sind. Dies ermöglicht einerseits Transparenz und schützt andererseits vor Veruntreuung, jeder Zahlungsstrom kann im Nachhinein „verfolgt“ werden – natürlich nur über die anonyme Adresse des entsprechenden Kontos, nicht etwa über Namen der Eigentümer oder sonstige persönliche Daten.

Nur wenn technisch nachgewiesen werden kann, dass zu einem früheren Zeitpunkt eine Einzahlung auf das entsprechende Konto stattgefunden hat kann von diesem Konto auch wieder eine Auszahlung getätigt werden. Die neuen „Blöcke“ die durch die Auszahlung entstehen verknüpfen sich dabei mit den alten Blöcken der Einzahlung und verlangen dabei eine Bestätigung über das aktuelle Guthaben - daher der Name Blockchain. Bei der Annahme, man müsse bei jeder Transaktion einen oder mehrere ganze Bitcoins kaufen oder versenden, handelt es sich um Irrglauben – so ist es zum Beispiel möglich mit 0.0005 BTC für einen Kaffee zu zahlen (2.70 € beim aktuellen Kurs von 5.400 €).

Bitcoin Mining: Geld am Computer erschaffen?

Bitcoins und viele andere Kryptowährungen entstehen durch sogenanntes „Mining“ oder auch „Schürfen“ was ein Überbegriff für das „Proof of Work“ Prinzip ist. Dies bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass man die Rechenleistung seines Computers zur Verfügung stellt, um das Bitcoin Netzwerk aufrecht zu erhalten und zu unterstützen indem der eigene Rechner Transaktionen, die in Blöcken gesammelt werden, bestätigt. Als Belohnung dafür erhält man in regelmäßigen Abständen eine gewisse Anzahl an neuen Münzen. Dieser Vorgang wird im Fall von Bitcoin nur noch einige Jahre in dieser Form existieren, da bereits knapp 17 der insgesamt 21 Millionen BTC die es insgesamt geben wird, in Umlauf sind. Mit herkömmlichen Rechnern zahlt sich Bitcoin Mining heutzutage nicht mehr aus, die Rechenleistung, die mittlerweile notwendig ist um die Aufgaben zu lösen, überschreitet die Möglichkeiten eines einfachen Computers. Einige andere Kryptowährungen lassen sich allerdings nach wie vor auf diese Art gewinnen.

Mining Farmen

Eine „Mining Farm“ ist eine Firma (oder Privatperson) die hunderte Rechner besitzt und diese Rund um die Uhr zum minen verwendet.  Dieses Geschäft ist sehr profitabel, sofern man Zugang zu möglichst billigen Strom hat. Eine der größten Mining Anlagen Mitteleuropas befindet sich in der Nähe von Linz. Nachdem es bald nicht mehr profitabel sein wird Bitcoins zu minen werden diese Anlagen in einigen Jahren auf die nächste große Währung umsteigen, beliebte Alternativen sind momentan Ethereum und Monero.

Mining Farm für Kryptowährung
© pixabay.com | Eine kleine Mining Farm.

Ethereum: Bitcoins größter Konkurrent

Ethereum beziehungsweise strenggenommen Ether (die interne Kryptowährung von Ethereum) ist die mittlerweile zweitgrößte Kryptowährung in Bezug auf die Marktkapitalisierung (Anzahl der Münzen in Umlauf multipliziert mit dem momentanen Preis pro Einheit beziehungsweise Münze) und somit der vermutlich größte Konkurrent von Bitcoin. Im Gegensatz zu Bitcoin ist Ethereum allerdings eher als Plattform als reine Währung zu verstehen, was einige Vorteile mit sich bringt – einerseits ist es möglich das Ethereum Netzwerk zu nutzen um seine eigene Kryptowährung (so genannte ERC 20 Tokens) zu erstellen, andererseits kann man mit Ethereum Smart Contracts ausführen – mit Bitcoin ist dies nicht möglich.

Ursprünglich wurde Ethereum auch durch das Proof of Work Konzept gewonnen, eine Umstellung auf „Proof of Stake“ ist allerdings gerade im Gange. Dies bedeutet, dass man seine Münzen nicht mehr durch Rechenleistung eines Computers vermehren kann, sondern schlicht und ergreifend dadurch davon eine große Anzahl zu besitzen.

Gegründet wurde Ethereum Ende 2013 von damals erst 19-jährigen Vitalik Buterin. Buterin gilt als hochbegabtes Genie und arbeitet nach wie vor an der Entwicklung der Plattform, wenn diese auch offiziell von der Ethereum Foundation geleitet wird. Finanziert wurde es durch eine Crowdfunding Kampagne welche auch „Initial Coin Offering“ genannt wird. Dies ist die gängigste Methode um in der Kryptowelt an Startkapital zu kommen und stellt das Pendant zum „Initial Public Offering“, also dem Börsengang, einer Aktiengesellschaft.

Smart Contracts: Bezahlen Sie Ihre Miete mit Kryptowährung

Smart Contracts sind, wie der Name schon sagt, „kluge Verträge“. Hier können im Vorhinein Abmachungen getroffen werden, die durch ein bestimmtes Ereignis exekutiert werden, eine Abweichung von den im Vorhinein festgelegten Rahmenbedingungen ist nicht möglich. Kaufverträge oder die Überweisung des Mietzinses sind momentan die naheliegendsten Verwendungszwecke von Smart Contracts, grundsätzlich bestünde allerdings auch die Möglichkeit beispielsweise eine politische Wahl über dieses System abzuwickeln, was zu transparenten und verlässlichen Ergebnissen führen würde. Außerdem handelt es sich hierbei um eine vorwiegend unbürokratische und somit kostengünstige Lösung.

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